Wie Cloud-Services die Arbeitseffizienz steigern werden

Cloud=Wolke. Foto (cc): Sven Krautwald / www.aboutpixel.de.Wie werden wir in Zukunft arbeiten, wie verändern moderne IT-Services und TK-Anwendungen unseren Büroalltag? Und welche neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinaus ergeben sich dadurch künftig? In einer Reihe von Gastbeiträgen, verfasst von dem Münchener Wissenschaftsjournalisten Dr. Klaus Manhart, beleuchten wir diese spannenden Themen hier auf dem QSC-Blog. In dieser ersten Folge geht es um den Trend zur “IT aus der Wolke” und die Konsequenzen für die Arbeitswelt.

 

Alle Beiträge der Artikel-Serie von Klaus Manhart über Trends in der Arbeitswelt im Überblick:

 

Cloud Computing – das IT-Thema schlechthin  verändert gerade massiv die Rechenzentren von Unternehmen. Doch die Cloud wälzt nicht nur die Unternehmens-IT um, sondern wird auch die Art ändern, wie wir künftig arbeiten werden. Unabhängig von Ort, Zeit und Endgerät werden wir auf modulare und automatisiert bereitgestellte Cloud-Services zugreifen, die tief in unsere Arbeitsabläufe eingreifen. Und das hat große Vorteile: Dank Cloud Computing befreien wir uns von räumlichen und zeitlichen Grenzen  und arbeiten kreativer und effektiver.

Der typische Desktop-Arbeitsplatz, wie er heute in Unternehmen existiert, wird den künftigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Darauf weisen zahlreiche Studien hin  etwa der Experton Group oder des Beratungshauses Centracon. Zu unflexibel, zu monolithisch, heißt es dort etwa, sei der heutige Büro-Schreibtisch.

Neue Anforderungen an den Büro-Arbeitsplatz von morgen

Laut der Centracon-Studie haben die meisten Unternehmen schon konkrete Vorstellungen, in welche Richtung es gehen wird. An vorderster Stelle stehen dabei die Standardisierung der Desktops, ein flexibler und ortsunabhängiger Zugriff auf Clients, eine möglichst automatisierte Bereitstellung von Diensten und eine höhere Benutzerfreundlichkeit. Darüber hinaus erwarten die IT-Manager von rund 360 Unternehmen, dass die Arbeitsplätze endgeräteunabhängig werden – also Mitarbeiter beispielsweise im Büro auch ihren privaten portablen Rechner einsetzen können.

Die Technologie, die all dies  und noch viel mehr  möglich macht, heißt Cloud Computing. Viele Punkte aus dem Forderungskatalog der Centracon-Studie lassen sich damit perfekt umsetzen.

Anforderungen an den Büro-Arbeitsplatz von morgen. Quelle: Centracon 2010, Befragung von rund 360 Unternehmen.

Anforderungen an den Büro-Arbeitsplatz von morgen. Quelle: Centracon 2010, Befragung von rund 360 Unternehmen.

Das Grundprinzip der Wolke  Server-Ressourcen, Storage oder Software-Applikationen flexibel “als Dienste” bereitzustellen – verändert gerade massiv die Rechenzentren von Unternehmen: Mit der Lieferung von IT-Services können kleinere Unternehmen künftig ganz auf ein Rechenzentrum verzichten, größere wandeln sich zu einer serviceorientierten Organisation. Sie werden weiter ein eigenes, “abgespecktes” Rechenzentrum betreiben, gleichzeitig aber auch Services extern beziehen.

Daten auf externen Servern zentral speichern

Künftig wird die Cloud die tägliche Arbeit der Endanwender bestimmen und den Desktop gravierend modifizieren. Zuallererst, wie zum Teil schon heute, wandern Nutzer- und Unternehmensdaten zusehends in die Cloud. Mit der Speicherung auf externen Servern schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. So sind die Daten zentral verfügbar und können von jedem Ort der Welt und von allen möglichen Endgeräten abgerufen werden. Egal ob auf Geschäftsreise, im Urlaub oder von zu Hause, egal ob von PC, Notebook, Tablet-PC oder Smartphone.

Ein weiterer Vorteil: Die Daten in der Cloud können nutzerspezifisch freigegeben und verwaltet werden und Unternehmen müssen keine teuren und wartungsintensiven Storage-Systeme mehr bereitstellen. Einen solchen Dienst bietet etwa die in San Francisco beheimatete Firma Dropbox, in deren Cloud nach eigenen Angaben weltweit derzeit 25 Millionen Benutzer täglich 200 Millionen Dateien speichern. Für Privatanwender ist der Service sogar kostenlos.

Anwendungen aus der Wolke

Auch Anwendungen werden künftig vermehrt in die Cloud verlagert. Software-as-a-Service wird das traditionelle Inhouse-Modell zunehmend ersetzen. Browserbasiertes Arbeiten mit Textverarbeitung, Spreadsheet und Datenbanken wird immer mehr zum Standard. Sicheres Indiz dafür, dass das so kommen wird, ist Office-Bolide Microsoft. Dessen On-Premise-Office-Paket  eine der Haupteinnahmequellen des Konzerns  wurde vor wenigen Wochen mit Office 365 um eine Cloud-Version ergänzt.

Liegen die Daten in der Cloud, lassen sie sich von überall und mit jedem Internet-fähigen Endgerät abrufen. Quelle: Dropbox Inc.

Liegen die Daten in der Cloud, lassen sie sich von überall und mit jedem Internet-fähigen Endgerät abrufen. Quelle: Dropbox Inc.

Was hat der Endanwender von Software as a Service? Unternehmensmitarbeiter profitieren von der zentralen Bereitstellung der Anwendungen durch eine nutzerfreundliche und einfache Arbeitsplatzinfrastruktur. Die Software ist stets aktuell, schlank und immer verfügbar. Da die Arbeitsplatzumgebung weniger störungsanfällig ist, verringern sich Abstürze und Ausfallzeiten. Damit sinkt auch die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung.

Die negative Seite: Pessimisten befürchten, dass mit der Befreiung von einem großen, selbst betriebenen Hardware-Ballast das Personal seine Arbeit verliert. Cloud-Kritiker sind überzeugt, dass IT-Experten und Administratoren die Arbeitslosigkeit droht  ein Einwand, der nicht von der Hand zu weisen ist, aber zumindest mittelfristig noch keine Rolle spielt.

Neue Formen der Zusammenarbeit

Die gleiche Software steht aber nicht nur am Büro-Arbeitsplatz zur Verfügung, sondern auch auf Geschäftsreisen und zu Hause. Viele Arbeiten können dann einfach und bequem von unterwegs erledigt werden. Dies führt zu Zeitersparnis bei den Mitarbeitern und damit zu entspannterem Arbeiten bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität.

Revolutioniert wird mit der Cloud vor allem aber die Zusammenarbeit von Kollegen. Die bestehenden Adressbücher der Mitarbeiter werden in die Cloud transferiert und sind Ausgangspunkt zum Aufbau eines Netzwerkes, in dem man arbeitet und kommuniziert. Statt per E-Mail und Telefon kann über die kollaborativen Arbeitsplätze in der Wolke viel effizienter gemeinsam gearbeitet werden. Online-Konferenzen werden zunehmend klassische Meetings und Reisen ersetzen. Die Teilnehmer können gemeinsam Dokumente betrachten, bearbeiten und sich via Internet besprechen. Dies geschieht ad hoc mit wenigen Mausklicks ohne lange technische Vorbereitung.

Die flexiblen Möglichkeiten der Cloud werden dazu führen, dass Mitarbeiter zusehends unternehmensübergreifend zusammenarbeiten. Es gibt unzählige Branchen und Abteilungen, in denen projektorientiert mit dem Kunden, dem Geschäftspartner, dem Dienstleister oder Lieferanten kooperiert wird. Mittelfristig wird eine neue, technisch getriebene Form von Kooperation und Kommunikation entstehen.

Bis dahin warten allerdings noch einige Hürden auf die Unternehmen. Ein zentrales Problem ist die Sicherheit in der Cloud. Viele Unternehmen schrecken beispielsweise davor zurück, sensible Daten auf fremden Servern abzulegen. Kommen unternehmensinterne Dokumente in falsche Hände, wäre das für jeden Betrieb der Super-Gau. Zwar sichern die Cloud-Provider die Daten ihrer Kunden ab, aber das Misstrauen vieler Anwender bleibt bestehen.

Wie es sein könnte – ein Beispiel

Wie die Cloud-basierte Zukunft des Arbeitsplatzes konkret aussehen könnte? Hier eine Skizze dazu: Das Betriebssystem läuft hauptsächlich über die Cloud und der Nutzer hat seine gesamten Daten über ein Werkzeug wie Dropbox im Netz. Darüber wird auch sein Smartphone synchronisiert, so dass er seine wichtigsten Unterlagen stets auch via Smartphone dabei hat.

Über VPN und eine schnelle mobile Internetverbindung kann jeder Mitarbeiter von jedem Ort der Welt über einen sicheren Tunnel auf sein Büroinformationssystem zugreifen, so dass von überall gearbeitet werden kann  egal wo er sich aufhält. Feste Arbeitsplätze werden damit zunehmend überflüssig.

Büroarbeitsplätze werden ersetzt durch Coworking- und Home-Offices. Meetings werden via Videokonferenz vom heimischen Großbildfernseher und über ein Whiteboard abgehalten. Der Kontakt mit Kollegen und Vorgesetzen erfolgt über Social Networks. Um schnell an Informationen zu kommen und Kontakte zu knüpfen, werden Twitter und Facebook integraler Bestandteil des Business. Projekte und Technologien werden in einem unternehmensweiten Wiki dokumentiert, ein Projektblog dokumentiert den Fortschritt des Projektes.

Gerätetechnisch wird der Trend zum Cloud Computing dazu führen, dass der PC mit seinem Betriebssystem immer mehr in den Hintergrund rückt und zusehends durch flexiblere, kleinere Devices ersetzt wird. Mobile Rechner, Tablet-PCs und Smartphones werden vermehrt den Gerätepark am Arbeitsplatz bestimmen. Verbunden mit der Cloud, passen sie sich flexibel an die Anforderungen der Mitarbeiter an. Sie erlauben auch eine strikte Trennung von Business- und Privatanwendungen, die aber parallel auf demselben Endgerät betrieben werden können.

 

Aufmacher- und Teaserfoto: Sven Krautwald / aboutpixel.de

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Klaus Manhart

Über Klaus Manhart

Der Münchener arbeitet als freiberuflicher Fachautor mit den Schwerpunkten IT und Wissenschaft. Seine Laufbahn begann Dr. Klaus Manhart mit einem Studium der Sozialwissenschaften und Psychologie sowie Logik und Wissenschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort promovierte er in den Fächern Logik und Wissenschaftstheorie. Er publiziert regelmäßig in Wissenschaftsmagazinen und der IT-Presse und wurde für einige seiner Beiträge ausgezeichnet.
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2 Antworten auf Wie Cloud-Services die Arbeitseffizienz steigern werden

  1. Ihr Artikel zur Cloud ist sehr informativ.

    Vielen Dank und Gruß, Ulrich Becker

  2. Bob Middle sagt:

    Was möchte QSC mir mit diesem Artikel sagen? Ich verstehe es nicht.
    Dank einer guten QSC-Anbindung stehen unsere Server gut erreichbar in der Firma. Klima, Erdgasgenerator etc
    Wenn alle MA in der Gegend oder zu Hause rum sausen, meine Server in der Cloud stehen, wozu benötige ich dann noch den QSC-Anschluss?
    Die Idee des Internets waren viele, vermaschte Punkte und Kanten. Wenn es viele Kanten gibt, ist die Ausfallwahrcheinlichkeit eines Punktes bei Ausfall einer Kante gering. ” Kanten habe ich jetzt schon: eine WLL-QSC und eine T-DSL Busi. Anstatt zwichen Ihren Kunden die Kanten zu vervielfältigen und Ihr Geschäftsfeld zu pflegen, arbeiten die netzbetreiber aber den Cloudanbietern zu – versteh ich nicht.

    vg bob m.

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