Wie Sie das richtige Social-Media-Werkzeug für Ihr Unternehmen finden

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Integration ist wichtig: Social-Media-Werkzeuge sollten mit anderen Kommunikations-Tools und Geschäftsanwendungen in den Arbeitsplatz eingebunden werden. Foto: © vege – Fotolia.com.

Social Tools zur Verbesserung der Unternehmens-Kommunikation gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Geht es um die Auswahl des richtigen Werkzeugs sollte die wichtigste Frage nicht sein, welches davon das „beste“ ist. Stattdessen sollte man vor allem darauf achten, dass es leicht in die existierende IT integrierbar ist und zum Unternehmen und zur übrigen IT passt. Teil 4 unserer Serie über das Social Business.

Social-Media-Werkzeuge bringen Funktionalitäten und Ansätze der großen Plattformen des Social Web wie Facebook und Twitter in die Unternehmen. Das klassische Intranet wird damit zur internen, sozialen Plattform. Es wir damit zu einem Ort, an dem Mitarbeiter ihr Wissen austauschen können und der die Zusammenarbeit über Abteilungs- und Standortgrenzen hinweg erleichtert. Doch welche der Social Tools eignen sich für welches Unternehmen und was ist bei der Auswahl zu beachten?

Nicht von Glanz und Glitzern blenden lassen

Vom Glanz und Glitzern vieler Social-Media-Werkzeuge sollte man sich nicht blenden lassen. Wichtig ist zunächst eine nüchterne Analyse der Anforderungen und die Frage, ob die in Betracht kommenden Tools dem Unternehmen konkret nützen können. Das ist nicht ganz einfach.

    Welches Social-Tool ist für welches Unternehmen letztendlich das richtige? Das hängt auch stark von der bereits existierenden Software-Landschaft ab, sagt PAC-Principal-Analyst Andreas Stiehler.

Welches Social-Tool ist für welches Unternehmen letztendlich das richtige? Das hängt auch stark von der bereits existierenden Software-Landschaft ab, sagt PAC-Principal-Analyst Andreas Stiehler.

„Die Schwierigkeit liegt darin, den Nutzen beziehungsweise die Vorteile der Tools messbar zu machen“, sagt Mark Alexander Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt. „Hier sind Anbieter gefragt, mögliche Produktivitätsverbesserungen besser aufzuzeigen. Aber auch Anwenderunternehmen sollten sich die Frage stellen, ob letztendlich nicht auch ‚weiche‘ Faktoren wie eine erhöhte Mitarbeiter-Zufriedenheit eine Einführung rechtfertigen.“

Integration in den Arbeitsplatz

Um die Akzeptanz und Nutzung eines Enterprise Social Networks zu fördern und einen „Social Backbone“ zu verwirklichen, ist für den IDC-Consultant vor allem die Integration der Social Business Tools mit anderen Enterprise-Anwendungen von hoher Bedeutung. Das oder die Social Tools sollten kein Fremdkörper in der IT sein.

Ähnlich sieht das PAC-Analyst Andreas Stiehler: Die Social Tools sollten sowohl integraler Bestandteil der Prozessoptimierung als auch Bestandteil des Arbeitsplatzes sein, sagt er. Ziel muss sein, Social Tools in den Arbeitsplatz zusammen mit anderen Kommunikations- und Collaboration Tools sowie mit Geschäftsanwendungen möglichst nutzbringend einzubinden.

Die meisten Anwender sehen das ebenso. Laut der BITKOM-Studie Einsatz und Potentiale von Social Business für ITK-Unternehmen spielt die Integration von Social Business in bestehende Prozesse für zwei Drittel der Befragten eine wichtige Rolle.

Die Social-Business-Projekte, in denen ITK-Unternehmen derzeit involviert sind, befassen sich zu 67 Prozent mit der Integration von Social Business in bestehende Prozesse, zu 58 Prozent mit der Beratung rund um die Einführung von Social-Business-Anwendungen. 52 Prozent der ITK-Unternehmen kümmern sich um die Integration von Social-Business-Anwendungen in die bestehende Applikationslandschaft.

Erfolgsbedingungen für Social Business: Die Integration in die bestehende IT-Landschaft ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Quelle: BITKOM.

Erfolgsbedingungen fürs Social Business: Die Integration in die bestehende IT-Landschaft ist einer der Faktoren, die besonders über Akzeptanz und Nutzung entscheiden. Quelle: BITKOM.

 

Was passt in die Software-Landschaft?

Integration ist aber nicht nur in der Unternehmens-IT das Top-Thema, sondern auch bei den Tool-Anbietern selbst, die immer mehr umfassende Kommunikationssuiten entwickeln. So gibt es zunehmend größere Player mit integrierten Angeboten, die viele Social-Media-Funktionen in einem Programm abdecken.

Dies ist eine Folge davon, dass in den vergangenen Jahren viele kleine Spezialisten von großen Software-Konzernen aufgekauft wurden. So hat beispielsweise Microsoft Yammer übernommen, VMware SocialCast und Tibco tibbr.

Doch nicht immer ist eine solche Suite das geeignetste Werkzeug. Oberstes Gebot ist stets, dass das Tool die ins Auge gefassten Aufgaben möglichst perfekt erfüllt.

Welches Social Tool für welches Unternehmen letztendlich das richtige ist hängt – neben der Funktionalität des jeweiligen Werkzeugs – auch stark von der bereits existierenden Software-Landschaft ab, sagt Andreas Stiehler: „Wenn jemand aus der Microsoft-Welt kommt, dann wird er sich sehr stark für Yammer und dessen Zusammenspiel mit Lync, Sharepoint, Exchange oder Dynamics interessieren.“

„Unternehmen, die in der SAP-Welt beheimatet sind, werden sicher JAM in die engere Auswahl ziehen“, fährt Stiehler fort: „Und wer sich ein bisschen freier bewegt oder IBM Notes einsetzt, der wird sich verstärkt mit IBM Connections auseinandersetzen. Entscheidend ist aber letztlich, dass die Ziele vorher klar sind und diese durch die Tools optimal unterstützt werden.“

Einen Überblick über die wichtigsten Anbieter von Social Business Tools gibt der Magic Quadrant des IT-Marktforschungsunternehmens Gartner. Er berücksichtigt allerdings hauptsächlich die großen, internationalen Player: Die „üblichen Verdächtigen“ wie Microsoft, IBM, Jive und Salesforce liegen in Gartners Ranking ganz vorne.

Dahinter ist allerdings das Angebot an Anbietern von Social-Software-Lösungen enorm gewachsen. Gerade bei den kleineren Anbietern gibt es die eine oder andere Perle zu entdecken:

Magic Quadrant für Social-Media-Werkzeuge: Gartner sortiert die Anbieter von Social Software Lösungen nach "Leader" und "Challengers" und diese wiederum in "Niche Player" und "Visionaries".

Magic Quadrant für Social-Media-Werkzeuge: Das Marktforschungsunternehmen Gartner sortiert die Anbieter von Social-Software-Lösungen nach „Leader“ und „Challengers“ und diese wiederum in „Niche Player“ und „Visionaries“.

 

Eine nicht unwichtige Rolle besonders für mittelständische Unternehmen spielen deutsche Software-Anbieter. Sie punkten mit deutschsprachigen Oberflächen, kundennahem Support und Tools, die durchweg mit denen der Großen mithalten können.

Wer sich über die Vor-und Nachteile der Anbieter informieren möchte, sei auf diesen englischsprachigen Beitrag verwiesen: Magic Quadrant for Social Software in the Workplace. Im nächsten Beitrag stellen wir ein paar Beispiele für ausgewählte deutsche und internationale Social-Media-Werkzeuge vor.

 

Lesen Sie von Klaus Manhart auf dem QSC-Blog auch …

… die ersten drei Teile der Serie übers Social Business:

  1. Wie Social-Media-Werkzeuge im Unternehmen nützen
  2. Hilfreiche Werkzeuge fürs Social Business
  3. Enterprise 2.0: Weniger Hierarchie, mehr Demokratie

… weitere Artikelserien über:

 

Aufmacher- und Teaserfoto: © vege – Fotolia.com.

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Klaus Manhart

Über Klaus Manhart

Der Münchener arbeitet als freiberuflicher Fachautor mit den Schwerpunkten IT und Wissenschaft. Seine Laufbahn begann Dr. Klaus Manhart mit einem Studium der Sozialwissenschaften und Psychologie sowie Logik und Wissenschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort promovierte er in den Fächern Logik und Wissenschaftstheorie. Er publiziert regelmäßig in Wissenschaftsmagazinen und der IT-Presse und wurde für einige seiner Beiträge ausgezeichnet.
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Eine Antwort auf Wie Sie das richtige Social-Media-Werkzeug für Ihr Unternehmen finden

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  1. Jens Wittpoth sagt:

    Hallo,

    ich verfolge QSC schon seit DM Zeiten mit entsprechendem Aktieninvestment. Trotzdem bin ich kein Experte oder genauer Kenner der Branche. Auch wenn QSC meines Erachtens technisch sehr breit aufgestellt ist inzwischen die Angebotpalette betreffend, war doch immer „der Mittelstand“ Hauptzielgruppe für QSC. Hier hapert es im Moment ja mit entsprechenden Aufträgen. Kann das daran liegen, dass „der Mittelstand“ im Moment garnicht mehr richtig versteht, was QSC eigentich alles bietet und was das kleine einzelne – auch kleinere – mittelständische Unternehmen davon hat? Verlieren die Kunden den Überblick und lassen sich vom eigenen `Nicht-Verstehen` abschrecken?

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