PVS Rhein-Ruhr: Schnelles Netz für Arztrechnungen

Bruno Hesseling, IT-Leiter der PVS Rhein-RuhrDie PVS Rhein-Ruhr übernimmt Abrechnungs-Dienstleistungen für Praxen und Krankenhäuser. Transportiert werden die hochsensiblen Daten über das Next Generation Network der QSC AG.

Ärzte müssen nicht nur über medizinisches Know-how verfügen, sondern in ihrer Praxisführung auch kaufmännische und verwaltungstechnische Aufgaben bewältigen. Das Vergütungssystem ist heute aber komplizierter denn je und darüber hinaus häufig von Gesetzesänderungen betroffen. Die Zeit, die der Arzt mit der Abrechnung verbringt, fehlt ihm letztlich bei seiner eigentlichen Aufgabe: der Behandlung des Patienten.

Hier tritt die Privatärztliche Verrechnungsstelle (PVS) Rhein-Ruhr auf den Plan, die seit 1927 – mit Fokus auf Privatpatienten – Abrechnungs-Dienstleistungen für Praxen und Krankenhäuser übernimmt. Die Zwischenschaltung der PVS entlastet den Arzt nicht nur von lästigen Verwaltungstätigkeiten, sondern sorgt auch dafür, dass sein Verhältnis zum Patienten unbelastet von finanziellen Auseinandersetzungen bleibt.

Rund 7.200 Mitglieder nutzen die Dienstleistungen der PVS. 25.000 Dokumente werden am Tag zur hauseigenen Versand- und Druckstelle geleitet. Pro Jahr laufen fünf Millionen Abrechnungen im Wert von ca. 880 Millionen Euro durch die Computer in der Mülheimer Zentrale – transportiert über das Next Generation Network der QSC AG, ein IP-basiertes Kommunikationsnetz, das alle Dienste aus herkömmlichen Netzen wie Telefon, Mobilfunk und Daten miteinander vereint.

Netz mit niedrigen Paketlaufzeiten

„Da die Daten aus dem Umfeld von Arzt und Patient hochsensibel sind, kam ein internetbasiertes Netz für uns nie in Frage“, sagt Bruno Hesseling, IT-Leiter bei der PVS. „Darüber hinaus hat für uns eine schnelle Datenübertragung durch sehr niedrige Paketlaufzeiten höchste Priorität. Im Alltagsgeschäft schieben wir sehr viele kleine Pakete über das Netz. Auf dieser Basis haben wir für ein Testnetz einen Benchmark-Test entwickelt, dem sich verschiedene Anbieter stellen mussten, und das Netz der QSC AG hat uns hier vollends überzeugen können.“

2002 vernetzte die QSC AG die Zentrale der PVS in Mülheim und ihre deutschlandweiten Niederlassungen mit einem Virtual Private Network (VPN). In diesem gesicherten Netzwerk können autorisierte Personen so kommunizieren, als befänden sie sich in einem lokalen Netz. Basis des eingesetzten VPN sind symmetrische Verbindungen mit Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1 Mbit/s. „Innerhalb weniger Wochen wurde das VPN für die Zentrale und damals acht Außenstellen ohne Probleme implementiert“, erinnert sich Bruno Hesseling.

Anbindung der Home User

Die PVS beschäftigt 551 Mitarbeiter, 290 davon in der Mülheimer Zentrale. Die EDV-Abteilung umfasst 20 Mitarbeiter. Zunächst waren die verschiedenen Standorte nur über SDSL angebunden, inzwischen gibt es in der Zentrale eine Glasfaseranbindung. Über das Next Generation Network der QSC AG werden nicht nur Daten verschickt, sondern via Voice over IP auch Telefonate geführt. Netzintern sind diese Gespräche kostenlos.

Eine Besonderheit bei der PVS: 87 Prozent der hochqualifizierten Mitarbeiter sind Frauen. Das hängt damit zusammen, dass sie überwiegend aus dem traditionellen Frauenberuf der Arzthelferin kommen. Damit die Mitarbeiterinnen nach der Geburt von Kindern Beruf und Familie vereinbaren können, richtet die PVS bei Bedarf auch Heimarbeitsplätze ein – nur eine von mehreren Maßnahmen, für die das Unternehmen als familienfreundlicher Betrieb ausgezeichnet wurde. Die Anbindung der zurzeit 32 Home User erfolgt ebenfalls über das QSC-Netz. „Die Kollegen von QSC haben uns auf diese Möglichkeit hingewiesen und wir haben diesen Vorschlag gerne aufgenommen“, sagt Bruno Hesseling.

Auch externe Partner, zum Beispiel Universitätskliniken und Krankenhäuser, sind mittlerweile über das QSC-Netz an die PVS angebunden. „Wir erleben momentan, dass die Krankenhäuser von der alten Fieberkurve, die ursprünglich am Fußende des Patientenbettes angebracht war, zunehmend auf die elektronische Fieberkurve umstellen und für die Langzeitaufbewahrung gänzlich auf Papier verzichten. Hier ist im Moment sehr viel in Bewegung“, sagt der IT-Leiter. „Nichtsdestotrotz hinterfragen wir unsere Partnerschaft mit der QSC AG immer wieder kritisch. Das gehört zu unserer Firmenphilosophie, weil auch wir als Dienstleister immer wieder hinterfragt werden.“

Telefonanlage im Netz

Für die Zukunft plant die PVS anstelle der klassischen Telefonanlage eine gehostete Anlagenlösung, bei der alle Gespräche über einen von QSC bereitgestellten Server geroutet werden. Eine redundante Anbindung des Servers gewährleistet, dass auch beim Ausfall des Servers weitertelefoniert werden kann. Zusätzliche Vorteile: Die Telefonanlage veraltet nicht, muss weder gewartet noch repariert werden und entwickelt sich mit dem aktuellen Stand der Technik weiter. Sie kann durch neue Funktionen, Features und Anschlüsse flexibel erweitert werden. Wichtige Funktionalitäten mit Merkmalen wie Durchwahl, Konferenzschaltung, Weiterleiten oder Rückruf werden direkt aus dem intelligenten IP-Netz der QSC AG zur Verfügung gestellt. Im Unternehmen selbst genügt es, die Telefone im LAN anzuschließen. Mitarbeiter der PVS, die in verschiedenen Niederlassungen arbeiten, sind so immer unter derselben Rufnummer erreichbar. Auch mobile Geräte wie BlackBerrys lassen sich ohne Probleme einbinden.

An der Zusammenarbeit mit der QSC AG schätzt Bruno Hesseling die „überschaubaren Strukturen und den offenen Umgang auf Augenhöhe“: „QSC hat mir immer sehr gut gefallen, angefangen von der Unternehmensführung mit ihrem hanseatischen Kaufmannsgeist bis hin zu den Mitarbeitern, die wir während der Projekte kennengelernt haben. Als wir mal darum gebeten haben, die Kollegen zu treffen, mit denen wir immer telefonieren, war dies ganz unbürokratisch möglich, und wir konnten im direkten Gespräch auch das eine oder andere Problem klären.“

Der Bericht  wurde erstmals im QSC-Kundenmagazin BQB, Ausgabe 6 (2010), veröffentlicht.
PVS Rhein-Ruhr: Schnelles Netz für Arztrechnungen
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Uwe Lippik

Über Uwe Lippik

Als Chef vom Dienst betreute Uwe Lippik die BQB, das frühere Kundenmagazin der QSC AG. Der gelernte Journalist arbeitet im Bereich Corporate Publishing bei einer Kölner Agentur. Zuvor war er u.a. bei einem Essener Zeitschriftenverlag und beim Harenberg Lexikon-Verlag in Dortmund tätig.
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Eine Antwort auf PVS Rhein-Ruhr: Schnelles Netz für Arztrechnungen

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  1. Sabine Lindner sagt:

    „Schnelles Netz für Arztrechnungen“ kann nicht sein, da hier nichts schnell ist. Es trudeln immer mal wieder Arztrechnungen mittlerweile verstorbener Personen ein. Zwei Jahre nach der Behandlung eigentlich eine Zumutung mal ganz davon abgesehen, dass für die Hinterbliebenen nichts mehr nachzuvollziehen ist. Aber wahrscheinlich sind die Krankenhäuser/Ärzte wieder die Bösen, die trotz
    der angepriesenen Erleichterung in der Abwicklung über zwei Jahre auf Ihren Rechnungen sitzen und es nicht nötig haben. Die Armen.

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