QSC intern: Familie im Fokus

Tag der Offenen Tür am 10. September 2010 bei QSC. Foto © QSC AG

Tag der Offenen Tür am 10. September 2010: Fröhliche Gäste bei der QSC AG in Köln. Foto © QSC AG

Familientag in der Zentrale der QSC AG in Köln-Ossendorf. Wo sonst Kundenpräsentationen stattfinden oder Führungskräfte sich zum Meeting treffen, toben an diesem Freitagnachmittag Mitte September jede Menge Kinder durch die Tagungsräume: Die Unternehmenskommunikation hatte zum „Tag der Offenen Tür“ die Angehörigen ihrer Mitarbeiter zu Kaffee, Kuchen, Eis und Würstchen eingeladen und bot den Kleinen Spaß am Schminktisch, mit einem Zauberer und auf der Hüpfburg im Garten. Für die Großen gab es Produktpräsentationen – und vor allem die Gelegenheit zum ungezwungenen Kennenlernen. Mehr als 300 große und kleine Gäste nahmen das Angebot an.

„Als das Unternehmen vor 13 Jahren gegründet wurde, fingen hier viele junge Leute an, oft frisch von der Uni oder aus der Ausbildung. Sie waren meist noch solo“, erzählt Gastgeberin Claudia Isringhaus, Kommunikationschefin der QSC. „Heute haben viele von ihnen Familie. Indirekt gehören Kinder und Partner zum Unternehmen und sollten daher auch mal sehen können, wo Mama oder Papa, Partnerin oder Partner arbeiten.“ Personalchef Martin Rüther pflichtet ihr bei: „Wenn die Familienangehörigen den betrieblichen Alltag ihrer Lieben kennen und verstehen, wirkt sich das nachhaltig positiv auf das Betriebsklima, die Loyalität und letztlich auch auf die Produktivität der Belegschaft aus.“

Flexiblere Arbeitszeiten und Home-Office-Angebote

Doch nicht erst mit diesem Familienfest hat sich die QSC dem Thema Familie geöffnet. Vor allem mit flexibleren Arbeitszeiten und umfangreichen Home-Office-Lösungen kommt das mittelständische Unternehmen den besonderen Bedürfnissen der Mitarbeiter entgegen.

„Für uns steht im Vordergrund, dass die Angestellten ihre Arbeit erledigen und die mit ihren Vorgesetzten vereinbarten Ziele erreichen. Das muss nicht unbedingt im QSC-Büro geschehen,“ sagt Martin Rüther. Eine neue Betriebsvereinbarung, die vor wenigen Monaten in Kraft getreten ist, bietet zum Beispiel neue Spielräume bei der Arbeitszeit: Statt der früher festgeschriebenen Kernarbeitszeit von 9 bis 18 Uhr gibt es jetzt flexible Arbeitszeit. Die Einteilung erfolgt nun in Absprache mit dem Vorgesetzten in der Zeit von 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends.

Der Personalleiter gibt zu, dass diese neue Herangehensweise viel Vertrauensvorschuss und von vielen Kollegen und Führungskräften auch Umdenken erfordert: „Wenn ich nicht mehr sicher sein kann, dass jeder Mitarbeiter stets auf Zuruf maximal einen Flur weiter zur Verfügung steht, muss ich mich künftig anders organisieren.“ Der Gewinn für das Unternehmen und alle Beteiligten liege aber auf der Hand: weniger Stress zum Beispiel beim Abholen der Kinder von der Tagesmutter oder aus der Kita, mehr Motivation bei der Arbeit.

Das Vertrauen jedenfalls ist bei der QSC vorhanden, ihren knapp 700 Beschäftigten bei der Organisation ihrer Arbeit mehr Entscheidungskompetenz zuzugestehen. Das gilt auch für die neuen Home-Office-Angebote, die noch mehr Spielräume bei der Organisation der Kinderbetreuung schaffen. Jeweils in Absprache mit dem Vorgesetzten können viele QSCler ihre Arbeit bei Bedarf auch mal von zu Hause erledigen. Wird dies regelmäßig an mehreren Tagen pro Woche genutzt, fließt das jetzt in den Arbeitsvertrag ein. „Die technische Anbindung der Heimarbeiter realisieren wir über ein QSC-eigenes Produkt, die Telefonanlage centraflex und weitere Lösungen aus unserem Portfolio. So kommt der Mitarbeiter auch von zu Hause an seine E-Mails und wichtige Datenbanken heran und ist jederzeit unter seiner Bürorufnummer erreichbar,“ berichtet Personalreferentin Alexandra Bottenberg.

Zauberer Sascha am Tag der Offenen Tür der QSC AG. Foto © QSC AG

Zauberer Sascha Simon unterhielt beim Tag der Offenen Tür vor allem die kleinen Besucher. Foto © QSC AG

Etwas zurückhaltender ist der Personalleiter, wenn es um das Bereitstellen eigener Kitaplätze geht: „Betriebskindergärten sind meist auf Dauer nicht überlebensfähig.“ Allerdings denkt Rüther über Notfallplätze nach, die Mitarbeitern immer dann angeboten werden könnten, wenn die normale Kinderbetreuung einmal ausfällt. Hier sei man mit anderen Unternehmen in der Nachbarschaft der Firmenzentrale über gemeinsame Lösungen im Gespräch. Ein Unternehmensnetzwerk könnte helfen: Zusammen mit Firmen wie Ikea, der Sparkasse Köln-Bonn und Netcologne beteiligt sich QSC an Gesprächskreisen, die durch das Pilotprojekt „Familienfreundliche Kölner Gewerbegebiete“ initiiert wurden. Dieses Projekt wird von der Stadt Köln durchgeführt und vom Land und der EU gefördert. Personalchefs und Geschäftsleiter aus dem Stadtteil treffen sich auf dieser Ebene seit 2009 regelmäßig zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Unterstützt wird die Zusammenarbeit der Unternehmen zudem durch die „Initiative Köln Butzweiler Ossendorf“.

Junge Menschen in der Orientierungsphase unterstützen

Bei QSC ist neben der Notfallbetreuung kleinerer Kinder auch die Förderung junger Leute angedacht, die vor der Entscheidung für einen Beruf stehen oder einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen. Unterstützen will die Personalabteilung auf diesem Weg den Nachwuchs von Mitarbeitern, aber auch Kunden und Partnerunternehmen in der Nachbarschaft. „Für junge Menschen in beruflichen Orientierungsphasen ist es zunehmend wichtiger, ihre Entscheidungen selbstbewusst auf Basis individueller Kompetenzen und Präferenzen zu treffen“, so Fred F. Schmidt, der die Personal- und Organisationsentwicklung bei der QSC verantwortet. Hier unterstützt die QSC ihre Auszubildenden, Trainees und studentischen Mitarbeiter zum Beispiel mit der „Potenzialwerkstatt“, einem Workshop-Angebot, das der Personaler zusammen mit Thorsten Veith vom Institut für systemische Beratung in Wiesloch entwickelt hat. Ein Angebot, das auch bei anderen Firmen im Gewerbegebiet schon Interesse weckt.

Weiterbildung könnte auch bei der Wiedereingliederung von Berufsrückkehrerinnen eingesetzt werden. Doch hier steht die QSC noch am Anfang: „Mitarbeiterinnen nach der Elternzeit wieder in den Job zu integrieren, macht uns immer noch große Probleme – vor allem, wenn sie drei Jahre aus dem Job ausgestiegen sind und dann nur Teilzeit arbeiten möchten,“ gibt Rüther zu. „An diesem Thema müssen wir sicherlich noch arbeiten.“

Erste Teilzeit-Auszubildende bei der QSC

Dass er sich Teilzeitlösungen aber keineswegs grundsätzlich verschließt, zeigt ein Blick auf die Statistik: Derzeit arbeiten 19 weibliche und immerhin 12 männliche QSCler mit reduzierter Arbeitszeit. Vor allem aber das Beispiel von Mawusinu Kugbani beweist Aufgeschlossenheit: Die 28jährige ist seit Anfang September 2010 die erste Teilzeitauszubildende, die QSC je hatte. Die angehende Bürokauffrau hat ihre Arbeitszeit um 25 Prozent reduziert, um ihren zweieinhalbjährigen Sohn betreuen zu können, wenn der Kindergarten nachmittags schließt. Wenn alles klappt, kann die Alleinerziehende, die nach dem Abitur aus Togo nach Deutschland gekommen war, auch mit der normalen Ausbildungszeit von drei Jahren auskommen. „Ich werde dafür wohl etwas intensiver als andere Auszubildende lernen müssen, um das Pensum zu schaffen“, sagt Kugbani. Ihre Betreuerin Alexandra Bottenberg ist dabei zuversichtlich: „Es läuft sehr gut.“

Grundsätzlich rät der Personalchef allen jungen Müttern und Vätern unbedingt, auch während ihrer Abwesenheit in der Elternzeit den Kontakt zum Unternehmen zu halten – und möglichst schnell wieder in den Job einzusteigen.

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