QSC in windiger Höhe: Ein Funkmast zieht um

Richtfunkanlage
Richtfunkanlage von QSC

Unser WLL-Team Mitte von QSC sorgt dafür, dass Kunden im Rhein-Main-Neckar-Gebiet durch die Luft mit Sprache und Daten versorgt werden. Zu viert sind wir für 23 Richtfunkstationen zuständig – in Frankfurt ebenso wie in Würzburg, Mannheim, Saarbrücken, Darmstadt oder Kassel. Richtig spannend wird unser Job, wenn ein Funkmast umziehen muss, weil zum Beispiel das Gebäude saniert wird, auf dem die Basisstation bisher stand. Dann heißt es, die Versorgung aller bisherigen Kunden weiter ohne Unterbrechung zu gewährleisten.

Auch der neue Standort muss eine direkte Sichtverbindung zwischen dem Sender und allen Empfängern sicherstellen und sich auf einem hohen Haus oder Turm in der Nähe des alten Platzes befinden. Manchmal bietet ein Umzug sogar neue Vertriebschancen: In Darmstadt mussten wir eine Basisstation aufgeben, weil der Vermieter uns wegen Sanierung des Gebäudes gekündigt hatte. Für den Alternativstandort – knapp sechs Kilometer entfernt – konnten wir einen neuen Kunden gewinnen, der vorher nicht hätte versorgt werden können.

So ein Umzug beginnt mit dem Aufbau der neuen Basisstation. Alles wird hier neu gemacht, denn oft müssen wir kleinere oder größere Masten als am alten Standort einsetzen. Also könnte man die alten Teile ohnehin nicht mehr nutzen. Von der alten Anlage verwenden wir nur die Systemtechnik weiter. Der Rest, vor allem die Beton- und Stahlteile, wird entsorgt.

Also bauen wir erst den neuen Turm auf und tragen dann erst den alten ab. Auf diese Weise bemerken die Kunden den Umzug gar nicht und werden hundertprozentig unterbrechungsfrei versorgt. Bis die neue Station steht und eine Woche lang getestet wurde, läuft der Funkverkehr über den bisherigen Standort. Erst wenn wir den Hebel umgelegt haben, nehmen wir die alte Anlage auseinander.

WLL-Team Region Mitte (ohne Axel Harbach), v.l.n.r.: Alexander Kainradl, André Köhler, Alexander Bruch

WLL-Team Region Mitte (ohne Axel Harbach), v.l.n.r.: Alexander Kainradl, André Köhler, Alexander Bruch

Einige Monate, manchmal ein Jahr, dauert die Vorbereitung eines solchen Umzugs: Jedes Mal müssen neue Lizenzen bei der Bundesnetzagentur und Baugenehmigungen beantragt und etliche Dienstleister eingebunden werden. Normalerweise sind solche Umzüge selten, in diesem Jahr kommt es in unserer Region aber geballt. Wir mussten einen kompletten Point of Presence, also Netzwerkknoten, verlegen und bereiten gerade den Umzug von drei weiteren Basisstationen noch in diesem Jahr vor. Für einen davon haben wir gerade mal drei Monate Zeit. Das sollte aber zu schaffen sein.

Was bei Auf- und Abbau an Logistik nötig ist, kann man sich kaum vorstellen: So ein Mast kann bis zu zwei Tonnen wiegen, die weiße Kiste mit der gesamten Systemtechnik und den Batterien nochmal genausoviel. In solchen Fällen – etwa in Darmstadt – brauchen wir dafür zwei Kräne und vier LKWs. Nur bei kleineren Anlagen lassen wir die Teile von Packern durchs Treppenhaus tragen.

WLL-Team-Kollege Axel Harbach bei der Arbeit auf dem Dach

WLL-Team-Kollege Axel Harbach bei der Arbeit auf dem Dach

Für Auf- und Abbau ist jeweils ein Tag vorgesehen. Auf schlechtes Wetter können wir keine Rücksicht nehmen, sonst kommt der Zeitplan durcheinander. Dann müssen wir eben auch mal bei Regen auf den Dächern herumklettern. Ja, das hört sich spannend an, ist aber nur ein Job für jemanden, der schwindelfrei ist. Für unser Team – Alexander Bruch, Alexander Kainradl, Axel Harbach und mich – ist das nach jahrelanger Übung kein Problem mehr: Wir sind ja alle seit fast zehn Jahren dabei. Beim Arbeiten auf den Türmen sind wir auch mit Gurten gesichert. Das ist ein bisschen wie Bergsteigen. Der Spaß dabei entschädigt dafür, dass wir bei solchen Einsätzen bisweilen morgens um fünf Uhr loslegen müssen. Meine Aufgabe als Teamleiter besteht auch darin, die Abläufe zu planen: also den neuen Standort zu suchen, Lizenzen zu beantragen, Bauanträge zu schreiben, Mietverträge auszuhandeln und die Kunden auf dem Laufenden zu halten. Außerdem engagieren wir Stahlbauer, Dachdecker, Blitz- und Brandschutzexperten und externe Elektrofirmen. Während der Auf- und Abbautage bin ich aber natürlich vor Ort dabei. Das bin ich schon meinen – übrigens immer motivierten und engagierten – Kollegen schuldig. Außerdem lässt man sich so einen spannenden Arbeitstag einfach nicht entgehen.

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