VOICE+IP Germany: Zukunftsvisionen im Krawattenmeer

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Düsseldorfer, der in der so beliebten Nachbarstadt Köln arbeitet, sich plötzlich auf einer Kongressmesse für Telekommunikation in der Arena eines Frankfurter Fußballvereins wiederfindet. Wenn das kein Beitrag für Völker-,  Entschuldigung, Städteverständigung ist. Dummerweise war die Krawattendichte an diesem Tag so hoch, dass ich mir – in Pulli und Jeans gekleidet – in der Heerschar von Anzügen erst recht wie ein Exot vorkam.

Meinen Kollegen war das glücklicherweise egal: Sie versicherten mir, die VOICE+IP Germany konnte auch in diesem Jahr wieder mit genau dem richtigen hochwertigen Publikum auftrumpfen. Und genau darauf kommt es bei einer Kongressmesse schließlich an. An den beiden Messetagen versammelte sich im Business-Center der Commerzbank Arena alles, was im Bereich Kommunikation, Neue Medien und Forschung Rang und Namen hat. Schwerpunkt in diesem Jahr das Thema „Augmented Reality“.

Augmented Reality, der letzte Schrei für Nutzer von iPhones und Android-basierten Handys, verknüpft – simpel gesprochen – reale Bilder mit computergestützter Einblendung zusätzlicher Informationen. Das konnte man auch in der Commerzbank Arena ausprobieren. Dazu filmt das Handy mit der eingebauten Kamera die Umgebung, und wenn die AR-Applikation anhand von Bild- und Positionsdaten etwas erkennt, werden zusätzliche Informationen eingeblendet, mit denen der Nutzer weitere Informationen abrufen kann.

Ok, zugegeben, so ein bisschen sieht das für mich noch nach „netter Spielerei“ aus, aber die Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, bleiben doch spannend. Jedenfalls einen Nutzen für mich wüsste ich schon: Ich stehe immer grundsätzlich ohne Bargeld in einer fremden Stadt und suche mir einen Wolf, den nächsten Geldautomaten zu finden. Wie schön wäre es, einfach die Handykamera in die Luft zu halten: Ein wenig nach links schwenken, ein wenig nach rechts – und schwupps – auf dem Display leuchtet das EC-Logo mit dem nächsten Scheinespender auf.

Besuch am Stand S41

Einen Einblick in die Zukunft der Kommunikation gaben dann auch meine Vertriebskollegen am QSC-Stand: IPfonie centraflex – der Arbeitsplatz von Morgen. Klitzekleines Problem unserer „virtuellen“ Telefonanlage: Wie präsentiere ich ein Produkt, das netzbasiert ist und damit physisch gar nicht vorhanden? Das ist zwar gerade der Clou daran, macht eine Livedemo am Stand aber zu einer echten Herausforderung.

Kundengespräche am QSC Stand

Wären wir auf der CeBIT, hätten wir diesen Nachteil wohl mit hübschen Hostessen, ein paar tollen Videos und einem Haufen bunter „Giveaways“ ausgleichen müssen. Hier war es glücklicherweise nicht notwendig. Außerdem konnten die Kollegen unsere in Kürze verfügbare Applikation für das iPhone präsentieren – das ist immer ein Hingucker: Von überall aus unter der Firmenrufnummer telefonieren. Denkt man einen Schritt weiter, können Mitarbeiter von Unternehmen in Zukunft auf ein Zweithandy – ein privates und eines von der Firma – verzichten und alle Gespräche über ein Endgerät tätigen. Abgerechnet wird getrennt. Und vielleicht spendiert der Chef sogar das Telefon?!

... und wieder im Gespräch...

So gemütlich es im Business-Center der Commerzbank-Arena auch war, das große Interesse hat deutlich gemacht: Die Messe hat an diesem Standort ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Fand ich es am zweiten Messetag schon recht belebt, soll es – so die Kollegen – am ersten Tag noch voller gewesen sein. Beste Voraussetzungen für die Kontaktpflege also, aber es wird dabei schon recht kuschelig.

Nur gut, dass man sich für einen Moment auch in den offenen Innenbereich des Stadions begeben konnte. Entweder um die Augmented Reality Funktionen der Arena für eine virtuelle Stadionführung zu testen, dem Laster der Rauchens nachzugehen oder – viel besser – für einen guten Zweck ein paar Bälle in der Torwand zu versenken…

Torwandschießen für einen guten Zweck

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