„Fehlender Baustein“ – Arnold Stender über QSC im Mobilfunkmarkt

Blackberry Storm, Foto: (cc) liewcf/Flickr

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QSC wird ab Herbst 2011 auch Mobilfunkverträge und –geräte verkaufen. Presse und Börse reagierten auf diese Ankündigung positiv bis euphorisch. Allein 19 Onlinemedien veröffentlichten Berichte über das neue Angebot.

„Ganz starke Vorstellung“

So schrieb etwa Martin Weiß vom Online-Dienst des Börsenbriefs DER AKTIONÄR unter der Überschrift „QSC: Ganz starke Vorstellung“:  „Keine vier Wochen, nachdem QSC die geplante Übernahme der Info AG bekannt gegeben hat, sorgt der Einstieg ins Mobilfunkgeschäft für neue Schlagzeilen.“ Es werde nicht lange dauern, so der Journalist, „bis Analysten ihre Bleistifte gespitzt und die Prognosen für den Konzern überarbeitet“ hätten. Tatsächlich stufte JP Morgan QSC von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch, stockte das Kursziel von 3,90 auf 4,00 Euro auf – und brachte die QSC-Aktie damit kurzfristig an die Spitze des TecDax, wie dpa / AFX berichtete.

Innovative Kombinationen von Mobilfunk und Next Generation Network

Arnold Stender, Leiter Wholesale/Produkte der QSC AG.

Arnold Stender, Leiter Wholesale/Produkte der QSC AG.

Wie erklärt sich soviel Interesse? Arnold Stender, Leiter der Business Units Produkte und Wholesale von QSC verantwortet die neue Produktlinie und nennt Hintergründe zum neuen Mobilfunkangebot von QSC.

Herr Stender, wie erklären Sie sich die positive Resonanz von Presse und Börse auf die Ankündigung, dass QSC demnächst auch Mobilfunk anbieten wird?

Stender: Mobilfunk war der noch fehlende Baustein, um QSC zu einem Kompettanbieter im ITK-Umfeld zu machen. Die Akquisitionen von IP Partner und der INFO AG erweitern schon unser Produktportfolio – um Rechenzentrums-Dienstleistungen, IT-Outsourcing und IT-Consulting. Mobilfunk fügen wir jetzt durch die Kooperation mit dem Netzbetreiber E-Plus hinzu. Unsere Strategie, ein integrierter ITK-Anbieter zu werden, hat dadurch Hand und Fuß bekommen. Die Analysten und Anleger nehmen das positiv wahr.

Mit welchem Potential rechnen Sie?

Stender: Alle unsere Angebote richten sich an den gesamten Mittelstand, hier liegt auch das Potential für die unsere Mobilfunkprodukte. Gemäß unserer Philosophie, Mittelständler für den Mittelstand zu sein, fühlen sich mittelständische Unternehmen gut bei uns aufgehoben.

Für welche Kunden wird das Angebot interessant sein?

Stender: Besondere Vorteile werden in der Kombination von Mobilfunk mit den innovativen, IP-basierten Sprachprodukten von QSC liegen – also mit IPfonie centraflex, IPfonie business oder IPfonie corporate. Als Beispiel sei erwähnt, dass alle Anrufe von den QSC-Mobilfunkkarten ins QSC-Festnetz mit der Grundgebühr abgedeckt sein werden. Für Anrufe vom QSC-Festnetz zu QSC-Mobilfunknummern bieten wir eine Tarifoption an, welche die Gesprächskosten über eine Pauschale abgelten wird.

Es können aber alle Geschäftskunden profitieren, denn unsere Mobilfunktarife werden sehr günstig sein.

Über welche Schienen werden Sie die Verträge und Geräte anbieten? Wird es auch Direktvertrieb geben?

Stender: Die Mobilfunkprodukte werden wir hauptsächlich über unsere Partner und Distributoren vertreiben. An die Kunden der Business Unit Managed Services – also an größere Unternehmen, denen wir maßgeschneiderte Lösungen und Services anbieten – werden wir sie im Direktvertrieb verkaufen.

Wie können die Kunden des QSC-Unternehmensbereichs Managed Services das Angebot nutzen?

Stender: Alle unsere Sprachkunden – also auch die des Managed-Services-Bereichs – werden von den Vorteilen profitieren können. Wir werden die Mobilfunkprodukte auf Wunsch sowohl in bestehende Projekte integrieren, als auch zum Bestandteil neuer Komplettangebote machen.

Sie kooperieren mit dem Netzbetreiber E-Plus, dessen Netz im ländlichen Raum weniger gut ausgebaut ist als die Netze seiner Konkurrenten.

Stender: Die Sprachqualität war im E-Plus-Netz von Anfang an sehr gut. Im Datenbereich hat E-Plus noch etwas aufzuholen, investiert dort aber in erheblichem Umfang. Das Unternehmen hat ja soeben in einer Pressemitteilung selbst gesagt, dass es bis Ende 2012 das beste Datennetz aus Kundensicht anbieten will, dass es zur Zeit LTE-Feldtests durchführt und außerhalb der Ballungsgebiete sein Netz ausbaut. Daher sind wir schon heute sicher, dass wir mit diesem Netzbetreiber einen guten Partner für unser Mobilfunkangebot gefunden haben.

QSC-Chef Bernd Schlobohm hat für das Mobilfunkangebot innovative Produktideen versprochen. Können Sie schon sagen, in welche Richtung das gehen könnte?

Stender: Gerade aus der Kombination der Mobilfunktechnologie mit den Möglichkeiten eines Next Generation Network, wie es QSC betreibt, lassen sich neuartige, innovative Produkte schaffen. Beispiele sind die Erreichbarkeit unter nur einer Rufnummer oder die Steuerung des Festnetztelefons auch von unterwegs. Unser Ziel ist, alle Telefondienste von jedem möglichen Endgerät aus nutzbar zu machen. So holen wir die Telefonie in die Cloud.

Wann können Sie erste Details über die Tarife und Endgeräte nennen?

Stender: Wir planen den Verkaufsstart Ende des dritten Quartals 2011. Produktdetails werden wir voraussichtlich im Spätsommer nennen können.

Vita Arnold Stender. Der Diplom-Physiker leitet die Business Units Wholesale und Produkte der QSC AG. Vorher war der gebürtige Duisburger als Vorstand Vertrieb und Marketing bei Broadnet tätig. Der Vater zweier Kinder arbeitete davor als Leiter des Geschäftskundenvertriebs der Hamburger Freenet AG.

Die offizielle Pressemitteilung zum geplanten Mobilfunkangebot lesen Sie auf der QSC-Website.

Erstes Foto im Text und im Teaser auf Startseite: „Blackberry Storm“ (cc) liewcf/Flickr

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