Dennis Knake
Publiziert am 13. Juli 2012 von unter:

Markteinführung rückt näher: S/PRI soll Geschäftsprozesse beschleunigen

Das neue Telekommunikationsgesetz schreibt es vor: Der Anbieterwechsel zwischen Telekomanbietern muss in Zukunft schneller vonstatten gehen. Das erspart Kunden viel Ärger und auch auf Anbieterseite ist ein zügiger Datenaustausch bei der Bereitstellung, Leistungsänderung, Kündigung, Entstörung oder eben beim Anbieterwechsel wünschenswert. Abhilfe soll eine standarisierte Kommunikationsschnittstelle „S/PRI“ genannt, liefern. Bei QSC und M-Net geht diese nun in die Pilotphase.

So ist das nunmal: Unterschiedliche Anbieter verwenden unterschiedliche IT-Systeme. Damit einher geht auch, dass Datensätze, wenn Sie von Anbieter A zu Anbieter B fließen, nicht immer automatisiert übergeben werden können. Im schlimmsten Fall muss ein Fax mit Auftragsdaten eines Kunden manuell in das System eingegeben werden. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Auf allen Seiten. Zudem ist die manuelle Eingabe nie vor Fehlern gefeit. Viel besser wäre es, wenn die Unternehmen künftig ihre Daten automatisiert austauschen könnten. Damit aber der Datensatz aus den Systemen von Unternehmen A korrekt in die Datenbank von Unternehmen B übertragen werden kann, muss eine standarisierte Schnittstelle her. Sie fungiert quasi als „Übersetzerin“ zwischen den unterschiedlichen Systemen.

S/PRI Workshop

Am 6. Juli informierten der Arbeitskreis S/PRI sowie die Verbände BUGLAS und VATM Interessenten aus der TK-Branche über das Preismodell, die Markteinführung und die geplante Kommunikationsplattform der neuen NGA-Schnittstelle. Foto: Dr. Frederic Ufer/VATM

Jetzt rückt die Markteinführung des „Supplier/Partner Requisition Interface“ näher. Anfang Juli trafen sich dazu im Haus des Kölner Handwerks direkt am Rhein gelegen, die Vertreter der großen Telekommunikationsunternehmen vom Arbeitskreis S/PRI, darunter 1 & 1, Deutsche Telekom, EWE Tel, M-net, Netcologne, QSC, Telefonica und Vodafone und stellten weiteren Interessenten die neue Schnittstelle vor. Der Arbeitskreis ist 2011von  der Bundesnetzagentur mit einem Mandat zur Entwicklung und Etablierung einer Standardschnittstelle ausgestattet worden und wird organisatorisch von den Verbänden VATM und BUGLAS unterstützt.

Was kann S/PRI?

Anbieter und Nachfrager in IP-basierten Kommunikationsnetzen können mit der S/PRI-Schnittstelle die Geschäftsprozesse Bereitstellung, Leistungsänderung, Kündigung, Entstörung und Anbieterwechsel abbilden, mit ihren Kundeninformationssystemen verknüpfen und somit Kooperationsprozesse wie etwa beim Kundenwechsel automatisiert und schnell umsetzen.

„Genau dies ist aus technischer wie ökonomischer Sicht von herausragender Bedeutung,
weil es in NGA-Netzen nicht nur einen, sondern eine Vielzahl an Netzbetreibern gibt“,  meinen auch die unterstützenden Verbände VATM und BUGLAS in einer gemeinsam am Montag veröffentlichten Pressemitteilung.

Mit der Entwicklung einer markteinheitlichen, standardisierten S/PRI-Schnittstelle soll vermieden werden, dass jeder Nachfrager seine Schnittstelle aufwendig mit der Schnittstelle jedes Anbieters synchronisieren muss.

Mit der von der Münchner Flexagon GmbH entwickelten Testumgebung können anbietende und nachfragende Unternehmen ihre eigenen Schnittstellen testen und einen Zertifizierungsprozess absolvieren. Die Schnittstellen S/PRI-zertifizierter Unternehmen sind dann untereinander kompatibel.

Verläuft alles nach Plan, soll die Schnittstelle noch im vierten Quartal 2012 in den Livebetrieb gehen.

 

Credit Teaserfoto auf der Startseite: Red Fibers (cc by-sa 2.0) Tyler Nienhouse

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