Dennis Knake
Publiziert am 19. Oktober 2012 von unter:

Die Energiewende braucht Smart Grids: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin besucht QSC

Die Dezentralisierung der Stromgewinnung und die stärkere Abhängigkeit von der aktuellen Verfügbarkeit regenerativer Energien machen eine intelligente Stromverteilung unausweichlich. Die QSC AG entwickelt mit dem Projekt SensorCloud eine Plattform zur Erfassung, Speicherung und Weiterverarbeitung von Messdaten aus unterschiedlichsten Anwendungsbereichen, von der auch der Energiesektor profitiert. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) traf sich dazu gestern mit QSC-Vorstand Dr. Bernd Schlobohm zu einem informellen Gespräch in Köln.

In Zukunft wird eine intelligente Vernetzung steuern, wie und woher wir unsere Energie beziehen und wann wir sie am effizientesten einsetzen. Stichwort Smart Grids: Ohne sie werden wir die Energiewende kaum bewältigen. Hier liegt eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren: Wann setzen wir unsere Ressourcen möglichst kosten- und umweltschonend ein? Das lässt sich nur mit dem optimalen Austausch an Informationen lösen. Wie viel Strom steht gerade zur Verfügung? Wie viel Strom wird voraussichtlich benötigt und wie lange?

Bernd Schlobohm und Garrelt Duin

QSC Vorstand Dr. Bernd Schlobohm (l.) informierte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin über das Projekt SensorCloud. Foto: © Dennis Knake/QSC

Garrelt Duin, unter anderem in Begleitung von Prof. Ingo Wolff, eremitierter Professor für Elektrotechnik, sowie Prof. Tobias Kollmann, Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik, beide an der Universität Duisburg-Essen, zeigten sich dabei an dem von QSC vorgestellten Cloud-Konzept zur intelligenten Steuerung von Energiedaten sehr interessiert.

Smart Grids sollen das Stromnetz stabilisieren

Die klassische Stromversorgung sah vor, dass konventionelle Kraftwerke steten Strom zentral in die Übertragungsnetze einspeisten. Von dort wurde die Energie in die Regional- und schließlich lokalen Stromnetze bis zum Verbraucher geleitet. Steigenden oder sinkenden Bedarf konnten die Kraftwerke durch einfache Regelung ihrer Leistung ausgleichen.

Die regenerative Energieerzeugung bietet diese Möglichkeiten nicht. Zum einen wird sie dezentralisierter eingespeist, und nur dann, wenn es die äußeren Umwelteinflüsse erlauben: Der Wind weht, wann er will, die Sonne scheint nur tagsüber und bei gutem Wetter in ausreichendem Maße. Der Strom wird dann in die Netze eingespeist, wenn er vorhanden ist, nicht aber, wenn er benötigt wird. Auch auf regionale Bedarfsszenarien nimmt die Einspeisung regenerativer Energien wenig Rücksicht. Ohne intelligente Vernetzung und Verteilung der Energie entstehen so ungleichmäßige Stromspannungen. Es kommt zu Schwankungen und im schlimmsten Fall Überlastungen.

Moderne cloudbasierte ITK-Technologien machen aus dem heutigen Stromnetz zukünftig ein „Smart Grid“, ein intelligentes Stromnetz. Dieses Smart Grid, bestehend aus der „SensorCloud“, kombiniert modernste IT-Technologien mit den Messdaten zur aktuellen Stromerzeugung und Stromnachfrage und steuert Bereitstellung und Speicherung. Damit trägt die SensorCloud zur Stabilisierung der Energieversorgung mit hohem regenerativen Anteil bei.

Die SensorCloud fördert das „Internet der Dinge“

Ulrich Hacker, Leiter Cloudservices bei QSC, unterstrich im Gespräch mit dem Wirtschaftsminister die Wichtigkeit, mittelständischen Unternehmen komplexe Prozessabläufe schnell und unkompliziert mittels moderner ITK-Dienste zu ermöglichen: „Es geht hier um eine Lösung zur Industrialisierung dieser Dienste, damit ITK-Lösungen für den Mittelstand so einfach zu beziehen sind wie Strom aus der Steckdose.“

Nach Meinung von Hacker wird die SensorCloud das „Internet der Dinge“ fördern. Zunächst geht es hier um energietechnische Fragestellungen wie die Erfassung von Messwerten und die Steuerung von Maschinen mit den daraus abgeleiteten Informationen. Mit der SensorCloud-Technologie lässt sich das Public Cloud Computing als Datenaggregationsplattform nutzen.

„Die Stärke dieser Cloud-Lösungen sind die Skalierbarkeit und ihre hundertprozentige Verfügbarkeit. Somit können riesige Messdatenmengen parallel erfasst werden“, so Hacker weiter.

Der Einstieg in die Entwicklung zukunftsweisender Public-Cloud-Lösungen kann durch eine Partnerschaft von Wirtschaft und Wissenschaft deutlich beschleunigt werden. Technisch besonders spannend sind dabei Lösungen, die eine einzige Plattform für viele weitere Anwendungen zur Verfügung stellen. Die Industriepartner QSC AG und Symmedia arbeiten mit den beteiligten Hochschulen, der RWTH Aachen und der FH Köln, dafür an einem gemeinsamen Projekt.

Dr. Bernd Schlobohm verdeutlichte noch einmal, warum sich gerade QSC als mittelständisches ITK-Unternehmen als Partner für eine intelligente Erfassung und Verarbeitung von Energiedaten eignet: „Wir kommen aus der Telekommunikation, haben unser eigenes Netz und verstehen viel von Datenerfassung, -speicherung und -transport. Unsere Rechenzentren stehen allesamt in Deutschland und entsprechen höchsten Sicherheitsanforderungen.“ So sieht Schlobohm die QSC AG geradezu prädestiniert als der ITK-Partner für die vielen mittelständischen Betriebe sowie Stadtwerke im Land, nicht nur im Smart-Grid-Umfeld.

Drucken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Um die Diskussionsqualität zu wahren, veröffentlichen wir nur noch Kommentare mit nachvollziehbarem Vor- und Nachnamen sowie authentischer E-Mail-Adresse. Bitte beachten Sie zudem unsere Social Media Guidelines.