Dennis Knake
Publiziert am 14. November 2012 von unter:

Nationaler IT-Gipfel 2012: schaulaufen und netzwerken

So ist es halt: Der Nationale IT-Gipfel ist ein politisches Schaulaufen. Die Kanzlerin und viele andere wichtige Politiker kommen und erzählen den anwesenden Unternehmensvertretern und Medien, wie sehr ihnen die IT-Branche in Deutschland am Herzen liegt und dass man auf diesem Gebiet unbedingt an die Weltspitze gehört. Ein extra engagiertes Team von Bloggern sorgt zusätzlich dafür, dass die Veranstaltung auch den Weg in die Sozialen Netzwerke findet. Jetzt ist das per se nicht schlecht, denn für die Unternehmen hat der Gipfel den angenehmen Effekt, dass sich hier gut netzwerken lässt. So nutzte auch die QSC AG die Chance und stellte ihre Ideen zum Thema Intelligente Netze vor.

NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ganz modern: Sie verriet den Zuschauern, dass sie sich ihre Sportschuhe bereits individuell online gestalte und bestelle. Fotos: Dennis Knake/QSC

Essen, 13. November 2012: Als Gastgeberland war Nordrhein-Westfalen mit einer eigenen Regionalen Arbeitsgruppe auf dem IT-Gipfel im Thyssen Quartier in Essen vertreten. Anlässlich des Gipfels legten die Arbeitsgruppe und das Cluster IKT.NRW, ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik, unter dem Titel „NRW gestaltet IKT – Industriell. Integriert. Innovativ.“ ein Zehn-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung der IKT-Branche im Land vor.

So möchte man gemeinsam mit der Politik die Vision eines „Digitalen Industrielandes“ Wirklichkeit werden lassen. Wie das aussehen kann, führten die beteiligten Unternehmen anhand beispielhafter Videoexponate den zahlreichen Besuchern aus Politik und Wirtschaft auf dem IT-Gipfel vor.

Nachholbedarf bei der Nachwuchsförderung

Doch zunächst die Eröffnungsreden: Den Anfang machte Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Dr. Philip Rösler. Deutschland sei in Sachen IT noch nicht dort, wo es hingehöre. Bis 2020 wolle er das Land aber zumindest auf dem dritten Weltrang sehen.

Wie es aber aktuell um die Föderung junger Unternehmen im Land bestellt ist, berichtete in einer anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Junge Internetwirtschaft“ Dr. Christian Nagel von Earlybird Venture Capital: „Im Gegensatz zu den USA gibt man hierzulande nur ein Zehntel für Venture Captial aus; das gehört sich nicht für eine innovative Nation wie Deutschland.“ Hier herrscht offenbar noch Nachholbedarf.

„Digitalisieren, vernetzen, gründen“ – so lautete des Motto des IT-Gipfels 2012. Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, war das wohl eine Spur zu digital. Er merkte in seiner Rede halbironisch an: „Wir bei Thyssen schaffen wenigstens noch echte Werte“. Ein Raunen ging durch den Saal. Doch BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf konterte wenig später: „Wenn Sie noch echte Werte schaffen, dann bezahlen Sie weiter echte Steuern und wir aus der IT-Branche nur virtuelle“. Die Lacher hatte er danach auf seiner Seite.

Zukunftsthema Energiewende

Ein großes Thema auf dem IT-Gipfel auch: die Sicherung der Energieversorgung der Zukunft. Gerade in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten und am stärksten industrialisierten Bundesland, sind die bedarfsgerechte Energieerzeugung und die intelligente verbrauchsorientierte Steuerung der Energieströme lebenswichtig. Denn Energie muss jederzeit dort ankommen, wo sie benötigt wird.

 

 

Dies ist zukünftig, insbesondere vor dem Hintergrund der Energiewende, nur durch die intelligente Steuerung der Stromerzeugung, des Stromtransports und durch kontinuierliche Erfassung des lokalen Energiebedarfs zu erreichen. QSC möchte dies unter Einsatz von cloudbasierten IKT-Lösungen erreichen.

 

Die Sensor Cloud

Bundeskanzlerin Merkel beim Rundgang

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm sich zusammen mit Wirtschaftsminister Philip Rösler und Innenminister Hans-Peter Friedrich ein paar Minuten Zeit für die Präsentationen aus Nordrhein-Westfalen.

Moderne cloudbasierte IKT-Technologien machen aus dem heutigen Stromnetz zukünftig ein „Smart Grid“, ein intelligentes Stromnetz. So kombiniert die „Sensor Cloud“ modernste IT-Technologien mit den Messdaten zur aktuellen Stromerzeugung und Stromnachfrage und steuert Bereitstellung und Speicherung, um zu jeder Zeit an jedem Ort die richtige Menge Energie zu liefern. Damit trägt die Sensor Cloud zur Stabilisierung der Energieversorgung bei. Dabei besteht die Sensor Cloud aus drei Komponenten: Der Datenerfassung, der Datenverarbeitung und der Datenbereitstellung.

Kontinuierlich und in Echtzeit erfasst die Sensor Cloud den Energiebedarf von Privatverbrauchern, Handel und Industrie. Auf dieser Datenbasis erfolgt die Steuerung der Stromerzeugung. So ist die Sensor Cloud gleichzeitig mit Energieerzeugern im ganzen Land verbunden und überträgt die aktuellen Bedarfsdaten direkt an die Stromerzeuger. Auf dieser Datenbasis, der Erfassung des aktuellen Strombedarfs und der daran angepassten Steuerung der Stromerzeuger bis auf regionale Ebene, erfolgt die Steuerung des Stromtransports.

Zeit zum Netzwerken

Gelegenheit zum Netzwerken bot sich viel. Hier präsentiert Ralf Fischer, Leiter IT und Entwicklung bei QSC, das Thema SensorCloud am NRW-Stand.

Die Bundesregierung hat 2010 einen Wettbewerb gestartet, der unter der Überschrift „Trusted Cloud Computing“ Projekte fördert, die in besonderer Weise mit Hilfe von Cloud Computing den Mittelstand mit IKT-Lösungen unterstützen. Ein wichtiges Merkmal: Der Nutzer muss jederzeit die völlige Kontrolle über seine Daten haben. Dies ist die zentrale Anforderung an eine so genannte “Trusted Cloud”.

QSC gewann gemeinsam mit einem Konsortium aus hochkarätigen Partnern und einer produktiven Kombination aus Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Projekt „SensorCloud“ diesen Technologiewettbewerb. Ziel ist die Entwicklung einer neuen Plattform, die eine völlig neue Möglichkeit der Erfassung, Speicherung und Weiterverarbeitung von Messdaten aus unterschiedlichsten Branchen und Anwendungsbereichen bietet: Von Umwelt über Verkehr, Produktionsmaschinen, Energie bis hin zu Mobilität.

So informierten sich während des IT-Gipfels neben NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin auch die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und bei einem kurzen Rundgang auch Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Anstrengungen der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsunternehmen, aus Deutschland das IT-Land zu machen, das sich die Bundesregierung so gerne wünscht.

Weitere Impressionen vom IT-Gipfel finden Sie auch in unserer Bildergalerie auf Flickr.

Surftipps:
Merkel: „Auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft nicht die Bevölkerung vergessen“
heise.de

 

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