Azubis fragen nach … bei Christian Klinkerfuß

Christian Klinkerfuß, Leiter der Abteilung “Interne IT/ Service IT” bei der INFO AG.

Christian Klinkerfuß, Leiter der Abteilung “Interne IT/ Service IT” bei der INFO AG.

Christian Klinkerfuß ist nicht nur Leiter der Abteilung „Interne IT/ Service IT“ bei der INFO AG, sondern auch ein gutes Beispiel dafür, wie man auf Basis eines dualen Studiums die Karriereleiter hochklettern kann.

Im Interview stellte sich der Wirtschaftsinformatiker den Fragen von Dreien, die gerade ein duales Studium für ihre Ausbildung bei der INFO AG absolvieren – von Timo Ottowitz, Jan Maschewski und mir. Er berichtete uns über alte Projektmanagement-Wälzer und Nordakademie-Cocktailabende ebenso wie über seinen Werdegang und seine aktuelle Arbeit.

„Azubis fragen nach“ ist eine Serie, bei der die „Kleinsten“ im Unternehmen die „Größten“ befragen. Einem solchen Interview stellten neben Christan Klinkerfuß sich schon Finanzchefin Barbara Stolz, Vorstand Jürgen Hermann sowie Ingo Hattendorf, Leiter Strategie der QSC AG.

Herr Klinkerfuß, wie verlief Ihre Ausbildung?

Klinkerfuß: Ich war einer der ersten dualen Wirtschaftsinformatikstudenten an der Nordakademie in Elmshorn. Dort startete ich im Jahr 1997, nachdem ich mein Abitur gemacht und meine Pflichtzeit bei der Bundeswehr absolviert hatte.

Wie wurde das duale Studium zu Ihrer Zeit angesehen?

Klinkerfuß: Das duale Studium war damals noch sehr unbekannt. Zu meiner Zeit zählte ich noch zu den Pionieren. Meine Mitschüler auf dem Gymnasium entschieden sich alle für den Weg einer klassischen Ausbildung oder für ein Studium an einer staatlichen Hochschule.

Und wie sind Sie darauf gekommen, ein duales Studium zu machen?

Klinkerfuß: Ich bin eher durch Zufall über eine schulische Berufsberatung auf das Angebot der Nordakademie und damit der INFO AG als ihrem Kooperationspartner gestoßen – wobei es zu der Zeit bereits ähnliche Modelle an der Berufsakademie in Schleswig-Holstein gab.

Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen Chemie zu studieren. Da im naturwissenschaftlichen Bereich aber ein Doktortitel vorausgesetzt wird, um berufliche Erfolge feiern zu können, nahm ich davon Abstand.

Wie ging es direkt nach Ihrem Abschluss weiter?

Klinkerfuß: Im Januar 2001 schloss ich mein Studium ab und wurde dann von der Internen IT der INFO AG übernommen, die sich zu dieser Zeit noch „Bürokommunikation“ nannte. Hier war ich in der Gruppe „Operative Anwendungen“ tätig, die für die interne Anwendungsentwicklung verantwortlich war. Damals beschäftigte ich mich sehr viel mit Softwareentwicklung, sprich Oracle-Datenbanken oder auch Delphi.

Sie sind ja heute Abteilungsleiter der Internen IT/Service IT. Gab es denn noch andere Stationen in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Klinkerfuß: Ja, nach einiger Zeit bin ich ins Application Management unter Hermann Meyer von Stein gewechselt und hatte damit verbunden vermehrt Kontakt mit Kunden, vor allen Dingen mit Tchibo. Dort war ich auch eine Zeit lang direkt vor Ort tätig.

Also haben Sie sich voll in die Praxis gestürzt! Fiel Ihnen die Umstellung schwer?

Klinkerfuß: Da das Nordakademie-Studium bereits sehr viele Praxisphasen bietet, war gerade diese Umstellung fast nicht spürbar. An der Nordakademie ist es ja so, wie Sie wissen, dass man sich in den Semesterferien nicht langweilt, sondern im Kooperationsunternehmen arbeitet. Zudem war ich während meines Studiums auch freiberuflich im IT-Umfeld tätig, sodass Praxis eigentlich immer ein Faktor war.
Die Nordakademie grenzt sich durch diese Praxisorientierung stark von anderen Hochschulen ab. Durch die Praxisphasen der Ausbildung kannte ich die meisten Kollegen und Abteilungen bei der INFO AG bereits.

 

Zur Abwechslung hätten wir gerne mal ein paar schnelle Entscheidungen von Ihnen:

Gestern oder Morgen?

Klinkerfuß: Morgen.

HSV oder St. Pauli?

Klinkerfuß: St. Pauli.

Blau oder Orange?

Klinkerfuß: Blau.

Mac OS X oder Windows?

Klinkerfuß: Windows.

Lotus Notes oder Microsoft Outlook?

Klinkerfuß: Microsoft Outlook.

iPhone oder Blackberry?

Klinkerfuß: iPhone.

iPad oder Kindle?

Klinkerfuß: iPad.

 

Duale Studierende der INFO AG (v.l.n.r.): Timo Ottowitz, Celina Bösl, Jan Maschewski.

Interviewen gerne Führungskräfte der INFO AG: die dualen Studierenden (v.l.n.r.) Timo Ottowitz, Celina Bösl und Jan Maschewski befragten Christian Klinkerfuß und davor schon Vorstandschef Jürgen Hermann.

 

Wie viel Wissen, das Sie an der Hochschule erworben haben, wenden Sie denn regelmäßig im beruflichen Alltag an?

Klinkerfuß: Fachspezifisch so gut wie nichts mehr, da viele Themen und Techniken heute nicht mehr State of the Art sind. Dennoch sind mir zwei, drei Bücher aus der Zeit in Erinnerung geblieben, die auch heute noch so viel Wahrheit enthalten – wie zum Beispiel „Der Termin“ von Tom DeMarco über das Projektmanagement. Manche sagen ja auch, die IT habe sich in den vergangenen 30 Jahren kaum verändert, man habe einfach immer einen neuen Aufkleber angebracht.

Rückwirkend betrachtet: Von welchem Hochschulfach haben Sie am meisten profitiert?

Klinkerfuß: Von den Fächern her ist am meisten von dem damaligen Modul „Organisation und IT“ und der Allgemeinen VWL hängengeblieben. VWL ganz einfach aus dem Grund, da die gesamten Zusammenhänge komplettes Neuland für mich waren.

Wie ist Ihr Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen?

Klinkerfuß: Es besteht hier noch regelmäßiger Kontakt zu einigen Mitstreitern. Damals hat sich aus meiner Zenturie heraus eine feste Cocktailgruppe etabliert, die sich ab und an noch trifft. Früher haben wir uns dann oft bei einem aus der Gruppe versammelt und dort zuhause selbst Cocktails gemixt, heute gehen wir meist zusammen in eine Bar.

Haben Sie für Ihre tägliche Arbeit von den Kontakten aus Ausbildungszeiten profitiert?

Klinkerfuß: Vielmehr als von den bloßen Kontakten konnte ich von dem Wissen der Aufgabengebiete und Steckenpferde meiner Kollegen profitieren. Dies hat die Arbeit natürlich vereinfacht und auch beschleunigt. Auch heute arbeiten noch viele meiner damaligen Weggefährten bei der INFO AG, durch das rasante Wachstum und eine hohe Fluktuation fällt dieser Vorteil aber mehr und mehr weg.

Und was gab für Sie den Ausschlag, so lange bei der INFO AG zu bleiben?

Klinkerfuß: Ich habe in meiner Zeit hier sehr viele verschiedene Themen behandelt und nie lange das Gefühl gehabt, das immer Gleiche zu tun. Oftmals hatte ich freie Gestaltungsmöglichkeiten. Auch das hervorragende Kollegenumfeld war ein wichtiger Punkt für den Verbleib bei der INFO AG.

 

Herr Klinkerfuß, bitte vervollständigen Sie:

In 5 Jahren …

Klinkerfuß: … wird die Interne IT (Service IT) noch wertvoller für das Unternehmen sein.

Wenn’s am schönsten ist …

Klinkerfuß: … muss man innehalten und es genießen können.

Der perfekte Auszubildende …

Klinkerfuß: … denkt quer.

Die INFO AG …

Klinkerfuß: … ist mir ans Herz gewachsen!

 

Würden Sie Ihrem Kind zu einem dualen Studium raten?

Klinkerfuß: Wenn jemand von den Fähigkeiten dafür aufgestellt ist, kann ich es nur jedem empfehlen. Das Modell erachte ich heute noch als sehr, sehr sinnvoll. Dennoch sollte man sich die Möglichkeiten offen halten, nach links und rechts zu denken. Das ist für mich viel wichtiger als der fachliche Inhalt.

Wie beeinflusst Ihre Erfahrung als ehemaliger Auszubildender der INFO AG heute Ihren Umgang mit Auszubildenden, die in der Internen IT eingesetzt werden?

Klinkerfuß: Ich bin ein großer Verfechter von viel Eigeninitiative während der Ausbildung. Ich habe aber auch den Anspruch, unsere Auszubildenden intensiv zu fordern.

Haben Sie noch einen Tipp, den Sie uns Studenten und Azubis mit auf den Weg geben können?

Klinkerfuß: Auch wenn es häufig gesagt ist, wiederhole auch ich noch einmal: Bleiben Sie neugierig und interessiert! Gehen Sie dabei ohne Vorurteile an jede Aufgabe und jede Abteilung heran. Sie profitieren von jeder Abteilung, auch wenn mal eine auf den ersten Blick uninteressant erscheint. Lassen Sie sich überraschen!

 

Über Christian Klinkerfuß

Nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Nordakademie Elmshorn und der Ausbildung bei der INFO AG begann Christian Klinkerfuß (Jg. 1977) im Jahr 2002 seine IT-Laufbahn als Anwendungsentwickler mit Ausrichtung auf Datenbanken. Er arbeitete in verschiedensten Projekten, auch in der Kundenberatung. Ab 2007 übernahm Klinkerfuß bei der INFO AG die Leitung der Internen IT und verantwortet seitdem das interne IT-Serviceportfolio der INFO AG und deren Tochtergesellschaften. Auch die Plattform für das Angebot ITSM as a Service liegt in seiner Verantwortung. Klinkerfuß wurde in Heiligenhafen an der Ostsee geboren und lebt heute in Hamburg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit beschäftigt er sich unter anderem gerne mit dem Thema Hausautomatisierung.

 

 

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