Azubis fragen nach … bei Christian Ebert

Christian Ebert, Leiter der IT-Security bei der QSC AG.

Christian Ebert, Leiter der IT-Security bei der QSC AG.

Wir – Sandra Groth und Marvin Frömken, beide kaufmännische Auszubildende im ersten Lehrjahr bei der QSC AG – hatten all unseren Mut zusammen genommen und Christian Ebert um ein Interview gebeten. Er ist Leiter der IT-Security bei QSC und erzählte uns, wie seine Arbeit aussieht, was er gerne privat macht und wie er zu Azubis steht. Hier das Protokoll unseres Gesprächs.

 

Herr Ebert, zur Einstimmung erst mal ein paar schnelle Antworten:

Winter oder Sommer?

Ebert: Sommer.

Köln oder Frankfurt?

Ebert: Frankfurt.

Animierte Filme („Findet Nemo“) oder Actionfilme („Terminator“)?

Ebert: Animierte Filme, also „Findet Nemo“.

Mathe oder Englisch?

Ebert: Mathe.

SMS oder persönlicher Anruf?

Ebert: Persönlicher Anruf.

Smartphone oder Handy?

Ebert: Smartphone.

 

Herr Ebert, kommen wir nun zu Ihrer Berufstätigkeit:

Was haben Sie nach Ihrer Schulzeit gemacht?

Ebert: Nach der Schule studierte ich Informatik an der TU Darmstadt. Danach machte ich mich mit einem kleinen Software-Beratungsunternehmen selbstständig, das ich zehn Jahre betrieb.

In dem Unternehmen war ich technischer Geschäftsführer und entwickelte Software für Stahlwerke. Dafür bin ich viel in andere Länder gereist, nach Spanien, Belgien, das damalige Jugoslawien, USA, Südkorea und Brasilien. Ich konnte die Länder so in einem anderen Blickwinkel sehen, da Stahlwerke nicht in den Touristenregionen stehen.

Wie viel Wissen, das Sie im Studium erworben haben, wenden Sie heute regelmäßig bei der Arbeit an?

Ebert: Fachwissen keins, Methodenwissen viel.

Seit wann sind Sie für die QSC AG tätig?

Ebert: Ich arbeite hier seit 2001.

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit hier?

Ebert: Das Arbeitsklima. Ich arbeite hier sehr gerne mit den Kollegen und dem Management. Die Möglichkeit, Dinge umzusetzen, macht mir sehr viel Spaß. Nicht in engen bürokratischen Strukturen festzusitzen, sondern Dinge auch voran bringen zu können.

Gab es ein Ereignis in Ihrer Zeit bei QSC, das Sie als besonders positiv abgespeichert haben?

Ebert: Sehr viele Ereignisse habe ich positiv im Gedächtnis behalten. Wo fangen wir an?

Viel Spaß hat in den ersten Jahren der Aufbruch, die Gestaltung der Firma gemacht. Anfangs, als wir insgesamt nur 200 Leute waren, kannte ja jeder jeden einzelnen.

Toll finde ich auch, dass ich hier immer die Möglichkeit hatte und habe, etwas zu bewegen. So haben wir bewirkt, dass der Bereich Security einen sehr hohen Stellenwert in der Firma hat.

Eines der Highlights, an die ich mich erinnere, waren die Security-Awareness-Schulungen Q-Safe, für die wir das Konzept selber erarbeitet hatten. Schon zur ersten dieser Schulungen hatten wir den Vorstand eingeladen. Vorstandschef Bernd Schlobohm nahm die Einladung an. Und weil sie ihm so gut gefiel, machte er die Schulung für alle QSC-Mitarbeiter verbindlich. Das war natürlich genau das, was wir uns gewünscht und erhofft hatten!

Was wünschen Sie sich für die QSC AG?

Ebert: Erfolg – und dass sie bei ihrem Erfolg noch ihren Charme behält.

 

Können Sie uns etwas über Ihre Arbeit als IT-Security-Chef von QSC berichten?

Worin genau besteht Ihre Aufgabe als Leiter der IT-Sicherheit?

Ebert: Zu meinen Aufgaben zählt sicherzustellen, dass unsere Systeme und Daten geschützt bleiben. Das heißt, dass Daten, die vertraulich bleiben sollen, auch tatsächlich vertraulich bleiben. Und bei Dingen, die nicht verändert werden sollen, sorgen wir dafür, dass sie auch wirklich nicht verändert werden. Noch ein Punkt ist, dass die Systeme dann verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden.

Es ist auch ein sehr wichtiges Ziel, nicht nur die Sicherheit der QSC selber zu gewährleisten, sondern auch die Sicherheit unserer Kunden. Dafür ist erforderlich, dass eben alle unsere Systeme gut gesichert werden, damit nicht durch einen Angriff auf uns  die Systeme der Kunden angegriffen werden oder Kundendaten in irgendeiner Weise missbraucht werden können.

Letzter Punkt, der auch sehr wichtig ist: Es darf von den Netzwerken der QSC AG keine Gefahr für andere im Internet ausgehen. Also nicht nur unsere eigenen Kunden müssen wir schützen, sondern wir als Carrier müssen auch sicher sein, dass wir nicht durch eine Unachtsamkeit kriminellen Angreifern eine Plattform geben, die sie nutzen können, um anderen zu schaden.

Wie gewährleisten Sie die Sicherheit? Welche Maßnahmen ergreifen Sie dafür?

Ebert: Absolute Sicherheit kann ich nicht gewährleisten. Das geht gar nicht. Was wir machen können: Wir versuchen eine sinnvolle Balance zwischen den Kosten für Sicherheitsmaßnahmen und den Gefährdungen herzustellen. Dazu gehört auf der einen Seite, dass Aufwand und Ergebnis des Sicherheitsmanagements austariert sind: Es kann also nicht sein, dass wir 300 Euro ausgeben, um einen Schaden in Höhe von 100 Euro zu vermeiden. Das wäre unverhältnismäßig.

Auf der anderen Seite geht es um eine Balance zwischen den Sicherheitsmaßnahmen und der Usability. Denn kein Mensch möchte Systeme verwenden, die ihn so weit einschränken, dass es überhaupt keinen Spaß mehr macht damit zu arbeiten oder die seine Arbeit ineffizient machen. Auch hier müssen wir einen Weg finden dazwischen, die Systeme optimal abzusichern und dem Wunsch der Nutzer nach einer einfache Bedienungsmöglichkeit. Das klappt nicht immer, ist aber unser Ziel.

Eine sehr gute Synthese zwischen den Sicherheitsanforderungen und den Usability-Anforderungen ist uns bei der Einbindung von Smartphones geglückt. Dafür gibt es viele verschiedene Techniken. Wir haben eine Technik gewählt, die dafür sorgt, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen von den Benutzern der Smartphones überhaupt nicht bemerkt werden. Die Usability ist daher sehr hoch, es funktioniert deutlich einfacher als früher, weil wir die Authentifizierung mit Zertifikaten vornehmen. Es ist auch sicher, weil wir den Datenstrom noch mal auf Viren untersuchen, bevor wir jemanden auf unsere Systeme lassen.

Wie ist Ihr Tagesablauf an einem „normalen Arbeitstag“?

Ebert: Als erstes, wenn ich komme: PC anschalten und erst mal einen schönen Tee kochen. In der Zeit, in der der Tee vor sich hin kocht, gehe ich an meinen Tagesplanung. Noch einmal überlegen: Was liegt heute an? Wie müssen wir die Dinge priorisieren? Dabei werfe ich einen Blick in meinen PC – auf mein Zeitmanagement-Tool, auf meine To-do-Listen.

Wenn es an dem Tag gut läuft, wird man rechtzeitig mit dem fertig, was man sich vorgenommen hat. Dann lasse ich noch einmal kurz Revue passieren: Haben wir wirklich alles Wichtige geschafft? Und was sind die vordringlichsten Aufgaben in den nächsten Tagen?

Ganz wichtig ist mir, dass ich sowohl morgens beim Start, als auch abends beim Verlassen des Büros mit meinen Mitarbeitern und Kollegen rede: Ein Gruß – darüber freut sich jeder! Man sollte auch mal ein paar freundliche Worte sprechen und nicht nur den ganzen Tag den PC anstarren.

Wie versuchen Sie, ein guter Chef zu sein?

Ebert: Primär, in dem ich mich menschlich verhalte. Wenn man eine technische Abteilung leitet, darf man nicht vergessen: Nicht die Technik managt man, sondern Menschen, die Technik managen. Deswegen ist es ganz wichtig, auf jede einzelne Person einzugehen und ihn oder sie als Individuum anzunehmen, wie er beziehungsweise sie eben ist.

Man muss seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst nehmen und akzeptieren. Und ich versuche jedem zu helfen, seinen Weg zu finden und seine Stärken am besten in das Gesamtkonstrukt des Unternehmens einzubringen.

 

Christian Ebert (Mitte) im Gespräch mit Marvin Frömken (li.) und Sandra Groth (re.).

Christian Ebert (Mitte) im Gespräch mit Marvin Frömken (li.) und Sandra Groth (re.).

 

Hat sich Ihre Tätigkeit eigentlich durch die Übernahme der INFO AG und der IP Exchange durch QSC verändert?

Ebert: Noch hat das keine erheblichen Auswirkungen auf meine Arbeit. Ich gehe aber davon aus, dass sich bald einige fachliche Aufgabenstellungen ändern werden – allein durch das Wachstum der Firmengruppe und die neuen Herausforderungen, die diese Tochterfirmen mit sich bringen.

Aber im Grunde bleibt das Prinzip gleich. Nur dass es alles etwas größer wird und wir mit den Security- und Netzwerkkollegen der beiden Tochterfirmen gut und intensiv zusammenarbeiten müssen. Und überall gilt: Bei Security geht es nicht nur um Technik, sondern wir haben es mit Menschen zu tun, mit denen wir umgehen müssen.

 

Jetzt hätten wir ein paar private Fragen:

Wo und wie machen Sie am liebsten gerne Urlaub?

Ebert: Was ja schon viele von mir wissen: Im Herbst fahre ich gerne in die Toskana. Das ist eine sehr schöne Gegend. Im Herbst aus zwei Gründen: a) Da ich keine Kinder habe, bin ich nicht auf die großen Ferien angewiesen und weiche bewusst auf andere Zeiten aus. Dann ist es nicht so überlaufen. Und b) finde ich das Klima im Herbst viel angenehmer. Es ist nicht so heiß. Das Essen und der Wein sind aber dann genauso gut, als wenn man im Sommer dorthin reist.

Ansonsten gehe ich seit vielen Jahren sehr gerne segeln. Nur in letzter Zeit ist das ein bisschen zu kurz gekommen. Ich hoffe, dass ich dazu bald wieder komme.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als kleiner Junge?

Ebert: Einen spannenden Beruf. Ich wollte immer einen Beruf, der mich fordert, der nicht langweilig ist, bei dem ich immer wieder dazulernen muss und in dem ich nicht 30 Jahre das Gleiche mache.

Wenn Sie einen Tag mit einer beliebigen Person tauschen könnten, welche Person wäre das und warum?

Ebert: Mit meinem Hund. Dem geht es richtig gut. Der wird viel gekrault und er hat viel Zeit, es sich richtig gut gehen zu lassen.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, in die Vergangenheit zu reisen, würden Sie etwas ändern wollen? Wenn ja, was wäre das und warum?

Ebert: Ich würde mein Leben nicht ändern wollen. Es gibt sicherlich Dinge, die ich suboptimal gemacht habe. Aber der Mensch Christian Ebert, wie er heute ist, ist das Ergebnis seiner Handlungen. Seiner guten, wie auch seiner schlechten. Also stehe ich dazu und würde deshalb auch nichts in der Vergangenheit ändern wollen.

Nun könnten Sie in die Zukunft reisen, was würden Sie sich wünschen?

Ebert: Dass es eine Zukunft für die Menschen auf diesem Planeten gibt. Wenn man sich die Entwicklung mal anguckt mit Bevölkerungswachstum, steigendem Energieverbrauch, zunehmender Umweltverschmutzung und rasantem Ressourcenverbrauch, was alles mit dem Bevölkerungswachstum zusammen hängt, sehe ich für die mittlere bis fernere Zukunft sehr große Probleme auf uns zukommen.

 

Wir würden natürlich auch gerne wissen, was Sie von Azubis halten:

Wie gefällt Ihnen diese Blog-Reihe „Azubis fragen nach …“?

Ebert: Die finde ich klasse. Diese Interviews geben die Chance, auf unkomplizierte Art und Weise ins Gespräch zu kommen. Sie stellen eine Herausforderung für die Azubis dar – und manchmal sicher auch für die Führungskräfte. Die müssen sich dem auch mal stellen. Es ist vielleicht nicht so bequem, auf private Fragen zu antworten. Finde ich aber gut.

Welche Eigenschaften sollte jemand Ihrer Meinung nach mitbringen, um eine erfolgreiche Ausbildung zu absolvieren?

Ebert: Hellwach sein, lernbegierig sein und er oder sie sollte „den A… hochkriegen“. Es ist aus meiner Sicht nicht wichtig, was jemand schon weiß oder was er jetzt genau kann. Wichtig ist was kann und will er lernen. Darum geht es.

Wie stehen Sie persönlich zu Azubis?

Ebert: Drücken wir es einmal so aus: Ich war einer von denen, die damals veranlassten, dass QSC überhaupt mit den Ausbildungen begann. Ich hatte das mit vorangetrieben, weil ich glaube, dass Azubis einen sehr großen Wertbeitrag für ein Unternehmen leisten können: Sie bringen neue Sichtweisen rein und entwickeln die Altersstruktur der Firma weiter. Sie beugen einer gewissen Verknöcherung vor und verhindern, dass man zu sehr in seinem alten Trott fährt – so nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Ich halte es durchaus für eine wichtige Aufgabe der Azubis, die Firma zu hinterfragen: Warum macht Ihr das eigentlich so? Die Antwort kann ja durchaus sein, dass es dafür einen guten Grund gibt. Aber sehr oft ist es auch so, dass man Dinge auf eine bestimmte Art und Weise erledigt, obwohl es anders eigentlich besser wäre. Und frischer Wind tut immer gut!

 

Nun zum Schluss noch mal kurz und knapp. Bitte vervollständigen Sie:

In 10 Jahren …

Ebert: … werde ich hier hoffentlich noch spannenderer Themen haben als jetzt.

Wenn die Sonne scheint …

Ebert: … freue ich mich drüber. Aber ich ärgere mich nicht, wenn sie nicht scheint – denn ändern kann ich es nicht.

Der perfekte Mitarbeiter …

Ebert: … existiert nicht.

Die QSC AG …

Ebert: … hat eine spannende Geschichte und eine spannende Zukunft.

Die IT-Sicherheit …

Ebert: … wird an Bedeutung immer weiter zunehmen. Und sie wird immer komplizierter werden.

 

Christian Ebert, Leiter der IT-Security bei der QSC AG.Über Christian Ebert

Nach seinem Studium der Informatik an der TH Darmstadt gründete Christian Ebert (Jg. 1961) schon 1985 sein erstes IT-Beratungsunternehmen. 15 Jahre lang arbeitete er dann als Geschäftsführer in der Informatikbranche, unter anderem bei einem Internet-Service-Provider. Seit 2001 ist er für die QSC AG tätig, als Leiter der IT-Sicherheit und seit 2011 auch als Leiter des gesamten IT-Betriebs. Ebert wohnt in Frankfurt am Main und ist verheiratet. In seiner Freizeit segelt er und er spielt gerne Tischtennis.

 

„Azubis fragen nach“ …

… ist eine Serie, bei der die „Kleinsten“ im Unternehmen die „Größten“ befragen. Einem solchen Interview stellten vor Christian Ebert auch schon

 

 

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