Klaus Manhart
Publiziert am 22. Mai 2013 von unter:

Die wichtigsten Cloud-Dienstleister für Business-Kunden

Cloud-Computing: Zu den wichtigsten Anbietern zählen Amazon, Google und Microsoft. Maßgeschneiderte Services für den Mittelstand bietet unter anderem QSC. Foto: Wikimedia/<a style="color: #888888;" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">(cc by-sa 3.0)</a>.

Cloud-Computing: Als Pioniere für Business-Services gelten Amazon, Google und Salesforce. Maßgeschneiderte Cloud-Dienste für den Mittelstand bietet die QSC AG. Foto: Wikimedia/(cc by-sa 3.0).

Cloud-Services gibt es heute in Hülle und Fülle – allein in Deutschland schmücken sich mehr als 350 IT-Provider mit dem Label „Cloud“, hat die Experton Group festgestellt. Da ist es nicht einfach, die Übersicht zu bewahren. Dieser Beitrag versucht, etwas Systematik in das Angebot der bekannteren öffentlichen Cloud-Dienste zu bringen  und stellt die wichtigsten Business-Services vor.

Ohne die Anbieter der ersten Stunde ist Cloud-Computing wohl kaum denkbar: Amazon, Google und Salesforce gelten als Vorreiter der Cloud-Bewegung. Sie bilden sozusagen deren Speerspitze. Populär und hoch präsent spielen sie in ihren jeweiligen Kategorien die Führungsrolle. So ist Amazon im Bereich Infrastructure as a Service (IaaS) der bedeutendste Vertreter, Google bei Platform as a Service (PaaS) und Salesforce bei Software as a Service (SaaS).

Diese Cloud-Anbieter stehen aber nicht nur als eine Art Prototyp stellvertretend für die Möglichkeiten der Cloud-Dienste. Sie verkörpern auch die Cloud-Philosophie in Perfektion: Kunden dieser Provider können deren Cloud-Dienste ohne Zugangsbeschränkung bei hoher Flexibilität und Skalierbarkeit über das Internet nutzen: Einloggen, Dienst ordern, bezahlen – fertig. Genauso, wie es das Cloud-Konzept vorsieht.

Zunächst zu jenen Diensten, die Infrastrukturleistungen und Dienste für Entwickler bereitstellen: Wer Web-Anwendungen entwickelt, Applikationen testet oder einfach mal für kurze Zeit Storage oder massive Computing Power etwa für Genom-Analysen braucht kann die PaaS- und Iaas-Dienste von Amazon und Google nutzen. Die Angebote von Amazon laufen unter dem Dach der Amazon Web Services (AWS).

 

Server aus der Wolke: Amazon

Herzstück und infrastrukturelle Basis dieser Services ist die Amazon Elastic Compute Cloud (EC2). EC2 stellt Nutzern virtuelle Server zur Verfügung, die physisch in den Rechenzentren von Amazon angesiedelt sind. Der Name „Elastic“ in EC2 rührt daher, dass zu jedem Zeitpunkt neue Ressourcen hinzugefügt und entfernt werden können. Die Kapazitäten können innerhalb von Minuten geändert werden – eine perfekte Umsetzung der Cloud-Philosophie.

Die virtuellen Server werden mit Amazon Machine Images (AMI) gestartet  einer Art Blaupause für das Definieren eines Servers. Diese Instanzen lassen sich mit verschiedenen Betriebssystemen und Anwendungsumgebungen mit Software-Paketen füllen und speichern. Neben der Erstellung eines individuellen AMI bietet Amazon einige vorkonfigurierte Images an, die als Basis für ein eigenes AMI verwendet werden können. Für die ersten Schritte ist der Getting Started Guide ein guter Einstieg.

Der zweite bekannte Dienst von Amazon, Simple Storage Service (S3), erlaubt die Speicherung größerer Datenmengen. Der Service erleichtert Entwicklern die Web-Skalierung der Rechenleistung, kann aber auch einfach als günstiger, externer Speicher genutzt werden.

Diese beiden Amazon-Kern-Cloud-Dienste werden um weitere Angebote ergänzt, die zum Teil das Handling der erwähnten Services erleichtern. Gesammelt finden Sie diese Dienste auf der Amazon-Web-Services-Einstiegsseite.

 

Amazon bietet einen Kostenrechner, mit dem sich die Ausgaben für den Anwendungsbetrieb auf eigenen und Amazon-Servern vergleichen lassen.

Amazon bietet einen Kostenrechner, mit dem sich die Ausgaben für den Anwendungsbetrieb auf eigenen und Amazon-Servern vergleichen lassen. Zum Vergrößern bitte Bild anklicken.

 

 

Entwickeln und Hosten von Web-Anwendungen: Google

Etwas anders ist Googles Cloud-Dienst ausgerichtet. Die Google App Engine ist eine PaaS-Plattform zum Entwickeln und Hosten von Web-Anwendungen auf Google-Servern. Das Angebot stellt eine Programmierumgebung, Werkzeuge und ein Ausführungs-Environment bereit. Ohne sich mit der Administration von Servern beschäftigen zu müssen, lassen sich damit Web-Applikationen für die Infrastruktur von Google entwickeln.

Die App Engine wurde bereitgestellt, um Anwendungen auch bei hoher Last oder der Verarbeitung vieler Daten zuverlässig ausführen zu lassen. Dazu unterstützt die Engine unter anderem dynamische Webdienste inklusive der gängigen Web-Technologien, persistenten Speicher einschließlich der Möglichkeit für Abfragen, Sortierungen, Transaktionen sowie automatisches Skalieren und Loadbalancing.

Im Zentrum des Cloud-Angebots von Salesforce.com – einem weiteren Cloud-Computing-Pionier –  stehen webbasierte Anwendungen für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM), also Software as a Service. Seit 2007 stellt salesforce.com seine eigene Entwicklungs- und Betriebs-Plattform Force.com über das Internet öffentlich zur Verfügung. Dies ermöglicht Kunden, Partnern und freien Entwicklern Cloud-basierte Geschäftsanwendungen selbst zu programmieren und gegen Miete zu betreiben.

Force.com stellt in einer Umgebung alle Programmier-Werkzeuge und -Funktionen bereit: Bestandteil von Force.com ist unter anderem die Java-ähnliche Apex-Programmiersprache Apex Code. Alle Apex-Komponenten können über das AppExchange Directory ausgetauscht und installiert werden.

 

Der Allrounder: Microsoft Azure

Microsoft ist bekanntlich spät auf den Cloud-Zug aufgesprungen, und hat sich inzwischen zu einer Art Allrounder entwickelt. Der Konzern bietet mit seiner Windows Azure Platform das wohl breiteste Angebot an Cloud-Services im Bereich Iaas und PaaS – und  darüber hinaus auch SaaS. So können Anwender über die Azure-Plattform Infrastruktur wie CPU und Storage, aber auch entsprechende Entwicklungs-Tools nutzungsabhängig beziehen und die erstellten Anwendungen auch mit der bestehenden IT-Infrastruktur verbinden.

Die Windows Azure Platform besteht aus drei Kernbestandteilen: Windows Azure, SQL Azure und AppFabric. Windows Azure als Teil der Azure-Plattform ist der Kern der Microsoft-Dienste und verbindet Cloud-basierte Entwicklungsfunktionen mit Infrastrukturdiensten für Speicherung, PC und Netzwerk.

Unternehmen, IT-Dienstleister und Entwickler können damit Web-Anwendungen und -Dienste sowie Speicherplatz ohne Administrationsaufwand hoch verfügbar und skalierbar in Microsoft-Rechenzentren mieten und bereitstellen. Für die Entwicklung von Anwendungen auf Basis der Azure-Plattform lassen sich bekannte Techniken und Werkzeuge nutzen wie Microsoft.Net und Visual Studio.

 

Azure ist Microsofts Cloud-Computing-Plattform mit dem Cloud-Betriebssystem Windows Azure und anderen Diensten wie SQL Azure oder AppFabric, die sich in erster Linie an Softwareentwickler richtet.

Azure ist Microsofts Cloud-Computing-Plattform mit dem Cloud-Betriebssystem Windows Azure und anderen Diensten wie SQL Azure oder AppFabric, die sich in erster Linie an Softwareentwickler richtet. Zum Vergrößern bitte Bild anklicken.

 

Software aus der Cloud: Salesforce, Office 365, Google

Der dritte Cloud-Modell neben PaaS und Iaas, Software as a Service (SaaS), stellt Software-Anwendungen über das Internet bereit. Vorreiter bei SaaS-Angeboten war Cloud Pionier Salesforce.com, der auch, wie oben, erwähnt im PaaS-Segment aktiv ist. Seine webbasierten CRM- und Business-Applikationen für Vertrieb, Marketing, Kundendienst und Partner-Management laufen auf den Servern von Salesforce.com und erfordern keine lokale Installation – Kunden entstehen daher keine Hardware- oder Lizenzkosten.

Die Funktionsvielfalt von Salesforce CRM deckt praktisch jede branchentypische Ausgestaltung eines professionellen Kundenbeziehungs-Managements ab. Individuelle Anforderungen werden mittels einer Vielzahl vorgefertigter Bausteine abgebildet, die im Point-and-Click-Verfahren zusammengestellt werden.

Microsoft hat sich lange beim Thema Software-as-a-Service zurückgehalten. Der Software-Gigant bietet mit Office 365 erst seit kurzem eine gehostete Version seiner Office-Lösungen an. Microsoft will damit die vertraute Office-Desktop-Suite mit den cloudbasierten Online-Diensten für Kommunikation und Zusammenarbeit verbinden.

Ohne einen eigenen Server betreiben zu müssen, können mit Office 365 die aktuellen Server-Lösungen aus der Microsoft Public Cloud genutzt werden. Der Office 365 Service enthält Sharepoint Online, Exchange Online und Lync Online, letzeres ist der Nachfolger des Office Communication Servers.

Neben den Office-Servern bietet der Cloud-Service auch die Office Web Apps an – funktionsmäßig abgespeckte Versionen von Word, Excel, Powerpoint und Onenote, die im Browser laufen. Alle Cloud-Dienste sind miteinander verzahnt, und werden als abonnementbasierter SaaS-Service (Software as a Service) angeboten, gehostet in den Microsoft-eigenen Cloud-Rechenzentren.

 

Die wichtigste Eigenschaft von Office 365 ist, dass Unternehmen die Wahlfreiheit haben, Software bei sich im Rechenzentrum laufen zu lassen oder in der Cloud. Exchange, Sharepoint 210 oder Lync können mit dem Start von Office 365 alle oder einzeln in der Wolke oder vor Ort im Unternehmen betrieben werden. Anwender bestimmen damit selbst, wann und mit welchen IT-Funktionalitäten sie in die Cloud gehen.

Die wichtigste Eigenschaft von Office 365 ist, dass Unternehmen die Wahlfreiheit haben, Software bei sich im Rechenzentrum laufen zu lassen oder in der Cloud. Exchange, Sharepoint 210 oder Lync können mit dem Start von Office 365 alle oder einzeln in der Wolke oder vor Ort im Unternehmen betrieben werden. Anwender bestimmen damit selbst, wann und mit welchen IT-Funktionalitäten sie in die Cloud gehen.

 

Konkurrent Google stellt Microsoft bereits seit längerer Zeit mit seinen Google Apps eine vollständig webbasierte Office-Suite im SaaS-Modell dagegen. Freelancer und kleine oder mittelständische Unternehmen können ihren Mailserver, die Terminverwaltung und viele Office-Funktionen komplett auf die Google-Server auslagern.

Derzeit umfasst Google Apps den Mail-Service Googlemail, die Terminverwaltung Google Calendar, den Instant Messager Google Talk, die Textverarbeitung und Tabellenkalkulation Google Docs & Spreadsheets (deutsch: Texte & Tabellen), den Webhosting Service Google Sites und für Schulungszwecke Google Video.
Die Alternative: Deutsche Dienste und große IT-Konzerne

Abschließend zwei Tipps:

  • Neben den vorgestellten großen, marktbeherrschenden Anbietern tummelt sich eine breite Masse kleiner Provider – darunter eine ganze Reihe deutscher Dienstleister wie QSC mit dem Collaboration-Service QSC-Cospace business und der neuen Produktfamilie QSC-tengo, die zahlreiche Arbeitsplatz-Services zur Verfügung stellt und mit Telekommunikationsdiensten verbindet. Diese sind besonders für mittelständische Unternehmen attraktiv, sagen die Experton-Analysten in ihrem Cloud Vendor Benchmark, bei dem QSC gerade zum zweifachen Cloud Leader gekürt wurde. Zum einen haben diese Anbieter ihre Rechenzentren vor Ort, was für viele IT-Manager per se Vertrauen schafft. Zum anderen verfügen sie über deutsche Service-Level-Agreements (SLAs) und es ist gewährleistet, dass sie nicht gegen den national geltenden Datenschutz verstoßen.
  • Stehen Sicherheit, unternehmenskritische Anwendungen oder der langfristige Betrieb von Applikationen im Vordergrund, empfehlen Analysten sich eher bei den etablierten IT-Dienstleistern wie IBM, Fujitsu oder T-Systems umsehen. Die haben zwar das Cloud-Konzept nur bedingt umgesetzt, bieten aber individuelle, aushandelbare SLAs, ein breites, integriertes Angebot und anpassbare Lösungen. Amazon, Google und Salesforce können hier mit ihren standardisierten SLAs und Diensten nicht mithalten.

Ganz ausgeklammert haben wir hier dauerhaft kostenlose Dienste, die sich vorrangig an Privatuser wenden – in der Regel Storagedienste wie Dropbox. Sie kommen im professionellen Umfeld allerdings kaum in Frage.

Dieser Beitrag ist Teil einer sechsteiligen Artikel-Serie von Klaus Manhart zum Thema Cloud Computing. Alle Texte im Überblick:

 

Lesen Sie zum Thema Cloud auch diese Beiträge auf dem QSC-Blog:

 

Das Foto am Artikelanfang und im Teaser trägt den Titel „Cloud Computing Image“ und wurde auf Wikimedia (cc by-sa 3.0) veröffentlicht.

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