QSC-Chef Jürgen Hermann: „Einzigartiger Service für SAP-Kunden“

Kennern der SAP-Community war die QSC AG bisher kaum geläufig. Doch nach der Verschmelzung mit dem langjährigen SAP-Dienstleister INFO AG betritt das Unternehmen als bestens aufgestellter und vernetzter ITK-Anbieter sichtbar die SAP-Bühne. Wir sprachen darüber mit Jürgen Hermann, dem Vorstandsvorsitzenden von QSC. Das hier veröffentlichte Interview ist auch in eine umfangreiche Titelstory eingeflossen, die in der aktuellen September-Ausgabe des SAP-Fachmagazins E-3 unter der Überschrift „Bestens vernetzt“ erschienen ist.

Das SAP-Fachmagazin "E-3" hat in seiner aktuellen September-Ausgabe ein Interview mit QSC-Vorstandschef Jürgen Hermann über neue Produktentwicklungen für SAP-Kunden veröffentlicht.

Das SAP-Fachmagazin „E-3“ hat in seiner aktuellen September-Ausgabe eine Titelgeschichte und weitere Artikel über die Aktivitäten und Entwicklungen von QSC für SAP-Kunden veröffentlicht.

Herr Hermann, Sie betreten mit der Verschmelzung der Info AG auf die QSC AG die deutschsprachige SAP-Community. Ist das ein neues Feld für Sie?

Hermann: Die ehemalige INFO AG ist ja langjähriger SAP-Partner und hat vor kurzem sogar den Gold-Status erhalten. Da die handelnden Personen aber nach der Verschmelzung dieselben bleiben, ist nun auch die QSC AG mit der SAP-Community bestens verdrahtet.

Für mich persönlich ist dieses Feld auch nicht mehr ganz neu. QSC hatte bereits im Mai 2011 rund 60 Prozent der Anteile an der damaligen INFO AG übernommen und im April 2012 wurde ich ihr Vorstandsvorsitzender. Seit diesem Zeitpunkt habe ich mich intensiv mit unserer SAP-Partnerschaft beschäftigt.

Wie gestaltet sich die Kombination von QSC mit der ehemaligen INFO AG im Detail?

Hermann: Wir haben unseren potenziellen Aktionsradius deutlich erweitert. Bisher haben wir uns im Rahmen von SAP auf das Consulting, Application-Management und den SAP-Betrieb konzentriert. Durch das zusätzliche Vernetzungs-Know-how der QSC AG können wir nun kombinierte ITK-Angebote schnüren.

Das beginnt bei der sicheren Einbindung verteilter Clients, wie Unternehmensfilialen, Standorte und mobile Mitarbeiter. Und geht bis zu intelligenten Steuerungsprozessen, die durch die Erfassung verschiedenster Daten – Stichwort Big-Data – möglich sind. Auf diese Weise erhält das Unternehmen sehr präzise Informationen etwa zu Vertriebsprozessen – und zwar in Echtzeit.

So lässt sich beispielsweise genau beobachten, welches Produkt sich zu welcher Zeit an welchem Standort am besten verkauft. Für den Handel eine sehr wichtige Information. Die Fachmarktkette für Heimtierbedarf Fressnapf beispielsweise gibt derzeit ihr WAN- und Application-Management in unsere Hände und wir führen ein erstes SAP-HANA-Projekt durch.

Wann und wie entstand die Idee?

Hermann: Als sich abzeichnete, dass die Industrialisierung der IT- und Cloud-Services ein wichtiges Zukunftsthema werden würde, haben wir beschlossen, ein echtes ITK-Haus zu bauen. Die INFO AG mit ihren Services und ihrer Unternehmenskultur war uns schon lange positiv aufgefallen. Jetzt verbinden wir nicht nur IT- mit Netz-Dienstleistungen. Sondern wir kombinieren auch unsere Erfahrung aus dem individuellen Projekt- und Lösungsgeschäft mit dem Wissen, wie man Services standardisiert und effizienter erbringt. Genau das wollen die Kunden!
 
Wann haben Sie in Ihrem beruflichen Umfeld zum ersten Mal von SAP gehört?

Hermann: Schon sehr zu Beginn meiner Berufstätigkeit. Konkret erinnere ich mich, dass ich während meiner Zeit bei Thyssen in den 90er-Jahren mit SAP/R2 zu tun hatte.
 
Für die SAP-Community ist das kombinierte Angebot von IT und TK mit einer Ende-zu-Ende-Qualität neu. Was erwarten Sie sich als Marktreaktion in den kommenden Monaten?

Hermann: Eine gespannte Neugier. Und zwar vor allem im Hinblick darauf, wie wir es schaffen, das Produkt- bzw. Industrialisierungs-Know-how aus dem TK-Markt mit dem Lösungs-Know-how des IT-Markts zu verbinden und standardisierte Service-Offerings zu erbringen. Wie gesagt, der allgemeine Markttrend geht genau dahin. SAP sieht dies auch so und hat uns signalisiert, dass sie unseren Weg richtig finden. Wir waren ja auch einer der ersten Partner für innovative Produkte wie SAP Hana und SAP Mobile.

Noch eine Bemerkung zum Thema Ende-zu-Ende-Qualität: Dies ist ein wichtiges Argument im Zusammenhang mit Datensicherheit. Mit unserem eigenen Netz und unseren eigenen Rechenzentren in Deutschland sorgen wir für höchstmögliche Datensicherheit.
 
Wo sehen Sie die Alleinstellungsmerkmale für QSC im SAP-Markt?

Hermann: Wie gesagt, erstens die Kombination aus IT und TK sowie die Kombination aus Lösungs- und Standardisierungswissen. Dies ist insbesondere für die Märkte Handel und Energie von hoher Attraktivität. Zweitens die Fähigkeit, SAP-Dienstleistungen über verteilte Standorte, Filialen, Arbeitsplätze und mobil anzubieten. Drittens, dabei immer die gesamte Datenstrecke in Ende-zu-Ende-Qualität offerieren zu können.
 
Haben Sie schon persönlichen Kontakt zu SAP nach Walldorf?

Hermann: Ina Schlie, Leiterin des Konzernrechnungswesens von SAP, ist eine unserer Aufsichtsräte. Da gibt es einen regelmäßigen Austausch und QSC profitiert in hohem Maße von ihrem kenntnisreichen und kritischen Blick auf unser Geschäft.
 
Bei der SAP-Community handelt es sich um eine sehr erfolgreiche, aber verschlossene Wertegemeinschaft. Haben Sie vor, dort eine Charme-Offensive zu starten?

Hermann: Es soll nicht uncharmant klingen, aber eine dezidierte Charme-Offensive ist meines Erachtens nicht nötig. Die ehemalige INFO AG und ihre handelnden Personen sind bereits Teil der SAP-Wertegemeinschaft. Wir müssen jetzt nur dafür sorgen, dass die Community sie auch in der neuen Rolle als QSC-Mitarbeiter akzeptiert. Aber dabei vertraue ich vollkommen auf den Charme meiner Kollegen.

Die ersten Reaktionen seitens SAP bestätigen jedenfalls, dass unser neues Leistungsversprechen überzeugt. Unsere SAP-Hana- und SAP-Mobile-Produkte haben wir schon früh forciert, wir haben investiert und uns hier klar als Vorreiter für innovative SAP-Angebote positioniert. Die Verleihung des Gold-Partner-Status belohnt diese Anstrengungen.
 
Welche Software ist bei QSC im Rechnungswesen und Controlling im Einsatz?

Hermann: Bei der QSC AG sind derzeit mySAP ERP ECC 6.0  für die „klassischen“ ERP-Module sowie NetWeaver 7.0 für unser SAP Business Warehouse im Einsatz. Und gegenwärtig arbeiten fast 1000 Mitarbeiter bei uns mit SAP-Systemen.
 
Cloud Computing ist auch in der SAP-Community ein Megatrend. Welche Pläne haben Sie in diesem Bereich?

Hermann: Für uns hat die Cloud-Technologie eine ganz zentrale strategische Bedeutung. Das Beratungs- und Marktforschungshaus Experton hat uns in diesem Jahr bereits als „Cloud Leader 2013“ gekürt. Und die ehemalige INFO AG war einer der allerersten Managed Mobility Partner, um SAP-Produkte wie die Gerätemanagementlösung SAP Afaria, die SAP Mobile Platform sowie die mobilen SAP-Anwendungen verfügbar zu machen. Der Bedarf, SAP-Anwendungen jederzeit mobil zu nutzen, steigt spürbar.
 
Eines der jüngsten SAP-Produkte ist die Hana Enterprise Cloud. Würde und könnte QSC ein solches Produkt anbieten?

Hermann: Von der Idee passt dieses Angebot sehr gut in unser Portfolio. Mit unseren Rechenzentrumskapazitäten und unserer Cloud-Erfahrung sind wir dafür gut aufgestellt, zurzeit prüfen wir die Voraussetzungen und die Gestaltungsmöglichkeiten in Abstimmung mit SAP.
 
Sie sitzen zufällig im Flugzeug neben einem SAP-Bestandskunden aus dem Mittelstand, der noch nie von QSC gehört hat. Bevor Sie ihm Ihre Visitenkarte geben: Wie erklären Sie, was die QSC AG in der SAP-Community bewegen will?

Hermann: Wir können nun SAP-Anwendungen in eine komplette ITK-Lösung einbetten und damit sein Unternehmen wesentlich leistungsfähiger gestalten. Wir haben die Infrastruktur und das Know-how für die komplette Prozessmodellierung in SAP – für Planung, Vertrieb, Logistik, Steuerung, Organisation und Abrechnung. Konzept, Implementierung und Betrieb – alles aus einer Hand. Und das über sämtliche Standorte hinweg. In Ende-zu-Ende-Qualität. Ein einzigartiger Service für SAP-Kunden!

 

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