ITK-Services für den Energiesektor: „Kunden ganzheitlich bedienen“

Für die QSC AG zählt der Energiemarkt zu den derzeit interessantesten Geschäftsfeldern. Die Branche ist stark im Umbruch und benötigt dringend passgenaue ITK-Services. QSC bietet diese Dienstleistungen an und hat dafür zum 1. Januar 2014 ein eigenständiges Profitcenter unter der Leitung von Detlev Tong gegründet. Der ausgewiesene IT-Fachmann, der zuvor bei einem Gasnetzbetreiber tätig war, berichtet im Interview über die Hintergründe dieses neuen Geschäftsbereichs.

Detlev Tong, Leiter des neuen QSC-Profitcenters Services Energie, im Interview.

Detlev Tong, Leiter des neuen QSC-Profitcenters Services Energie, im Interview. Foto: Dennis Knake / QSC AG.

Herr Tong, wieso benötigt QSC ein eigenes Profitcenter für den Energiemarkt? Was macht diese Branche so besonders?

Detlev Tong: Der Energiesektor weist gravierende Eigenarten auf, die man sehr genau kennen muss: Wenn man als Dienstleister die dort agierenden Unternehmen optimal beraten und mit Services versorgen will, funktioniert das in einem eigenen Geschäftsbereich am besten. Ich möchte dabei drei Aspekte hervorheben:

Seit einigen Jahren gibt es intensive Eingriffe der Europäischen Union und der Bundesnetzagentur in die Geschäftspolitik der Energiekonzerne. Der sicher gravierendste war der Zwang, den Energietransport komplett auszulagern. Das führte zu großen Umbrüchen und Neustrukturierungen, die auch noch nicht überall abgeschlossen sind. So mussten in kürzester Zeit neue Unternehmen für den Energietransport geschaffen werden, die eigene IT-Strukturen benötigten.

Der zweite Aspekt: Der Politik geht es bei der Liberalisierung der Energiemärkte um mehr Wettbewerb. Also sollen die Energietransportunternehmen nachweislich unabhängig und auf Basis standardisierter Prozesse vollständig transparent und diskriminierungsfrei agieren. Dies wird von den Behörden genau überprüft. Können Verstöße nachgewiesen werden, drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe, die die EU verhängen kann und auch schon in Einzelfällen eingefordert hat. Die mit diesen Vorgaben verbundenen Veränderungen in den Geschäftsprozessen haben zu enormen Veränderungen in den ITK-Systemlandschaften der betroffenen Unternehmen geführt.

Es handelt sich zudem im Energiesektor um extrem komplexe und kritische Geschäftsprozesse. Es gibt nicht nur die kaufmännische IT, sondern auch die Industrial IT, in der zum Beispiel Leitsysteme für Strom- oder Gasnetze verankert sind. Vor allem an sie werden hohe Anforderungen gestellt: So muss eine 100-prozentige Ausfallsicherheit gewährleistet sein. Ein Ausfall des Leitsystems für ein Gasnetz für wenige Minuten kann im Extremfall einen Schaden in Höhe von mehreren Millionen Euro verursachen – zum Beispiel wenn Großabnehmer aus der Industrie für eine kurze Zeit nicht mehr mit Gas versorgt werden können.

Welche Kompetenzen und Leistungen kann der Kunde von Ihrem Profitcenter erwarten?

Detlev Tong: Im Profitcenter Services Energie bündeln wir unsere gesamten Beratungs- und Lösungskompetenzen für diese Branche. Auch mit dem Bereich „Direkter Vertrieb Energie“ unter der Leitung von Bernd Loseke arbeite ich sehr eng und vertrauensvoll zusammen. Trotz der organisatorischen Trennung ist das Zusammenwirken der beiden Mannschaften im Verständnis um die Besonderheiten unserer Kunden optimal.

Inhaltlich geht es vor allem um IT-Beratung und IT-Outsourcing. Zunächst können wir auf das schon bisher auch für andere Branchen erfolgreich erbrachte Leistungsspektrum der INFO AG – die ja seit 2013 Teil der QSC AG ist – zurückgreifen. Schon seit 2008 werden Leistungen wie zum Beispiel Infrastruktur- und Plattform-Services sowie auch Leistungen aus dem SAP- und Microsoft-Umfeld für Unternehmen aus dem Energiesektor sehr erfolgreich erbracht.

Hinzu kommen durch die im letzten Jahr vollzogene Verschmelzung mit der QSC AG die Unternehmensvernetzung via VPN, Standleitung oder Richtfunk sowie modernste Rechenzentrumsdienstleistungen. Hier haben wir den großen Vorteil, dass wir in der „neuen“ QSC AG jetzt alle IT- und TK-Leistungen im eigenen Haus erstellen und aus einer Hand anbieten können.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Sie wollen darüber hinaus weitere Leistungen anbieten?

Detlev Tong: Ja, das ist richtig. Es geht mir darum, den Kunden noch viel ganzheitlicher zu sehen und zu versorgen, als es bisher getan wurde. Dafür wird noch mehr Detailwissen über die Branche und ihre regulatorischen Rahmenbedingungen sowie über ihre spezifischen technischen Systeme erforderlich sein. Dieses Wissen werden wir in unserem Profitcenter bündeln und erweitern. Denn klar ist ja: Man kann für den Kunden nur dann etwas Gutes tun, wenn man weiß, was der Kunde tut. Wir werden also in Zukunft unseren Kunden noch besser zuhören, damit wir ihnen die richtigen Fragen stellen und ihren Bedarf noch gezielter identifizieren können.

Solch eine ganzheitliche Unterstützung ist genau das, was die Energiekonzerne dringend bei uns nachfragen. Hier geht es also nicht nur um das bisherige Spektrum der Umsetzung: um Infrastruktur- und TK-Services, Plattformdienste, Applikationsbetrieb und Managed Services. Es geht nicht nur um ITK-Outsourcing, sondern es geht darum, den Kunden schon in den Veränderungen seiner Geschäftsprozesse zu begleiten und in den Auswirkungen auf seine ITK-Landschaft zielgerichtet und kompetent zu beraten. Daraus erwachsen dann die richtigen Lösungen, die auch höchste Verfügbarkeitsanforderungen erfüllen.

Und wie schon gesagt: Neben der kaufmännischen IT müssen die Energiekonzerne auch ihre Herausforderungen in der industrial IT managen. Die dafür erforderliche Software wird zumeist von Spezialanbietern zur Verfügung gestellt. Diese Spezialapplikationen in die IT-Landschaft der Unternehmen zu integrieren, stellt die große Herausforderung dar. Was wir als Outsourcing-Partner leisten können sollten, ist das Design einer dieser Herausforderung gewachsenen Architektur, die den unterbrechungsfreien Betrieb auch solch komplexer fachspezifischer Applikationen sicherstellt.

Mein Ziel ist, dass wir in diesem Bereich schnell noch besser werden und noch mehr ganzheitlichen Service bieten. Vor allem müssen wir uns immer bewusst sein, welch große Verantwortung wir gegenüber unseren Kunden haben, die ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit und maximale Unterstützung auch in kritischen Situationen von uns benötigen.

 

QSC-Messestand im Flughafen-Look.

Flutlotsen der Energiebranche: So präsentierte sich die QSC AG mit einem eigenen Stand auf der Fachmesse „E-world energy & water“ in Essen.

E-world 2014: QSC war auf der Leitmesse der Energiebranche mit eigenem Stand vertreten

Vom 11. bis 13. Februar präsentierte die QSC AG professionelle ITK-Services für die Energiebrache auf der Fachmesse „E-world energy & water“ in Essen. Unter dem Motto „Geschäftsprozesse erfolgreich steuern“ standen wir auf 50 Quadratmetern interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Die QSC AG positionierte sich auf der E-world diesmal als „Fluglotse“, der die komplexen technischen Abläufe seiner Kunden steuert. So war der Messestand ganz im Stil eines Flughafens gestaltet.

Eindrücke, Fotos und ein Video von unserem Messeauftritt hat QSC-Pressesprecher Dennis Knake in diesem Blog-Beitrag zusammen gestellt:

 

Welche weiteren Pläne und Ziele haben Sie sich gesetzt?

Detlev Tong: Als Leiter eines Profitcenters geht es mir natürlich darum, mit unseren Dienstleistungen beträchtliche Umsätze und Gewinne zu generieren. Die Ausgangslage im Energiesektor ist dafür auf jeden Fall vorhanden: In dieser Branche wird derzeit noch sehr viel Geld verdient. Auch wenn die Margen durch die Liberalisierung und die Energiewende aktuell sinken, sind diese Unternehmen noch immer extrem profitabel. Und sie haben – wie schon gesagt – derzeit einen extrem hohen Bedarf an IT-Beratung und -Outsourcing.

Für die Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit im Energiesektor ist reichlich Potenzial vorhanden: Es gibt in Deutschland allein 722 Gasnetzbetreiber – von denen gerade vier bisher unsere Kunden sind: die Fernleitungsnetzbetreiber Nowega, GASCADE, Gasunie und GTG Nord. Amprion, der große Stromnetzbetreiber in Westdeutschland, konnte 2012 als QSC-Kunde gewonnen werden, und mit den Stadtwerken Neumünster sind wir auch im regionalen Energiesektor vertreten. Es gilt, diese Referenzen zu nutzen, um auch weitere Kunden von der Leistungsfähigkeit der QSC AG zu überzeugen. Dazu gehört auch unser Einstieg bei Energieversorgern auf der Erzeuger- und der Handelsseite.

Wie ist Ihr Profitcenter aktuell strukturiert?

Detlev Tong: Außer mir beschäftigen wir derzeit einen Gruppenleiter und neun Service-Manager. Kurzfristig kommen noch drei Projektmanager hinzu. Im Laufe des Jahres werden wir – wie ich hoffe – noch weitere Positionen besetzen können, vor allem die eines Prozessconsultants und die eines Business-Developers.

Die Arbeitsteilung sieht dann etwa so aus: Der Business-Developer analysiert vor allem den Markt und kennt die dafür wesentlichen politischen Instanzen und Entscheidungen. Auf diese Weise weiß er sehr genau, welche Bedarfe in der Branche entstehen. In Zusammenarbeit mit dem Prozessconsultant ermittelt er die Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse der Energiewirtschaft. Das ist die Grundlage sowohl für eine kompetente Beratung von Bestandskunden, als auch für eine erweiterte Akquise von Neukunden.

Die Service-Manager – in der Regel ausgebildete Fach- oder Diplominformatiker – kennen die IT-Landschaften der Kunden und können grundsätzlichen Änderungs- oder Verbesserungsbedarf identifizieren. Die Projektmanager sorgen dann dafür, dass die Aufträge der Kunden in die Praxis umgesetzt werden.

Sie haben früher bei einem Gasnetzbetreiber in einer leitenden Position gearbeitet. Was hat Sie dazu bewogen, zu QSC zu wechseln.

Detlev Tong: Ich finde es immer wieder interessant, neue Wege zu gehen. So war ich schon in den verschiedensten Branchen tätig und habe darin jeweils ein hohes Maß an Identifikation mit den Bedürfnissen der darin verankerten Kunden entwickelt. Trotz meines Wechsels kann ich nun dem Energiesektor, in dem ich seit 2007 gearbeitet habe, treu bleiben.

Beim Wechsel zu QSC hat mich vor allem die Herausforderung gereizt, einen eigenen Geschäftsbereich komplett neu und nach meinen Vorstellungen aufzubauen. Außerdem finde ich es sehr interessant, dass ich künftig nicht nur mit der Gasbranche, sondern auch mit Stromerzeugern und -lieferanten zu tun haben werde und die Branche noch genauer kennenlerne.

Spannend finde ich auch die neuen Dienstleistungen für den Energiesektor und die Energiewende, die gerade in anderen QSC-Geschäftsbereichen entwickelt werden: vor allem Cloud-Services, Smart-Grid- und Smart-Metering-Lösungen. Durch die Integration solcher Technologien kommen wir dem Ziel immer näher, unseren Kunden zunehmend Gesamtlösungskonzepte anbieten zu können. Und das ist es, was letztlich dazu führt, dass mit dem Begriff „fertig“ für uns die Nutzbarkeit unserer Lösung im Geschäftsprozess des Kunden sichtbar geworden ist.

Detlev TongZur Person:

Detlev Tong leitet seit Januar 2014 das QSC-Profitcenter Services Energie.

Der gebürtige Kölner (Jg. 1966) absolvierte nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann und arbeitete danach als IT-Fachmann in verschiedensten Branchen. Ab 2007 war Tong als Teamleiter für Projekte und Betrieb im IT-Management des Ferngasnetzbetreibers GASCADE tätig.

Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und freut sich auf die baldige Geburt seines dritten Kindes. Mit seiner Familie lebt er derzeit im Raum Kassel, wird aber bald nach Hamburg umsiedeln. In seiner Freizeit begeistert Detlev Tong sich für Sport, vor allem für Fußball. Gerne beschäftigt er sich auch mit Themen wie Kirche und Religion, Musik, Geschichte und Politik.

 

 

Titelbild Energie-Flyer QSC AG 2014 Die neue Informationsbroschüre der QSC AG über die vielfältigen Dienstleistungen für die Energiebranche: Geschäftsprozesse erfolgreich steuern (PDF)

 

 

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