Als QSC-Azubi auf Bildungsreise in Chicago

Chicago von oben: Blick Richtung Downtown, footografiert vom Skydeck des "Willis Tower". Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Chicago von ganz oben: Blick Richtung Downtown vom Skydeck des „Willis Tower“, des zweithöchsten Gebäudes der USA. Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Bis vor ein paar Wochen war ich noch nie außerhalb Europas gewesen, geschweige denn in den USA. Das hat sich durch meine Reise nach Chicago geändert, die ich kürzlich gemeinsam mit anderen IT-Auszubildenden machen durfte. Es war eine ganz besondere Erfahrung und dafür dankbar bin ich vor allem meiner Berufsschule in Hamburg-Wilhelmsburg, die so etwas jedes Jahr organisiert. Mein Arbeitgeber QSC, bei dem ich gerade die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviere, ermutigte mich zur Teilnahme an der Reise und gewährte mir dafür zweiwöchigen Bildungsurlaub.

Nach acht Flugstunden kamen wir mittags am imposanten, im Norden Chicagos gelegenen O’Hare-Flughafen an. Sieben Stunden Zeitverschiebung steckten uns in den Knochen. Aber schon der erste Anblick der Stadt aus der Ferne war atemberaubend. Noch beeindruckender war es, als wir uns direkt am Fuße all der Wolkenkratzer und riesigen Bürogebäude befanden.

Chicago: Skulptur "The Bean". Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Skulptur „The Bean“ im „Millenium Park“ – dahinter Chicago Downtown. Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Die ersten Tage stand viel Sightseeing auf dem Programm. Schon bei unserem ersten Streifzug durch Chicago schien die Sonne und es war keine Wolke am Himmel  also ideales Wetter, um die Stadt zu erkunden. Mit meinen Mitreisenden, 23 Hamburger IT-Azubis wie ich und zwei Lehrkräfte der G18, lief ich Richtung „Millennium Park“ und dort zur „The Bean“. Dabei handelt es sich um eine überdimensionale, verspiegelte Aluminium-Skulptur in Form einer Bohne.

Von dort ging es in kleineren Gruppen weiter: Viele von uns testeten die Burger, die in vielen Schnellrestaurants angeboten wurden, oder genossen am „Lake Michigan“ das gute Wetter. Abends traf man sich in dem Hostel, in dem wir untergebracht waren, zum Billardspiel oder Tischkickern.

 

Blick vom 103. Stock des “Willis Tower” durch einen Glasboden auf die Straße - 412 Meter tief. Foto: Tim Konopka / QSC AG.

412 Meter tief bis auf die Straße schauen: vom Glasboden auf dem 103. Stock des “Willis Tower”. Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Sightseeing mit Aufregungsfaktor

Eine tolle Aussicht hatten wir vom 103. Stock des „Willis Tower“, dem zweithöchsten Gebäude der USA. Von dessen „Skydeck“ konnten wir kilometerweit die Stadt und die Landschaft rund um Chicago betrachten.

Eine kleine Mutprobe war inbegriffen: An der Westseite des Towers befanden sich zusätzlich drei komplett verglaste Balkone, die zirka ein bis zwei Meter aus dem Gebäude herausragten. Auf ihnen stehend guckte man senkrecht durch den Glasboden 412 Meter nach unten auf die Straße.

Spätabends dann im „John Hancock Center“, wo im 95. und 96. Stockwerk bis in die Nacht eine Bar und ein Restaurant geöffnet hatten. Dort sahen wir auf das Lichtermeer von Chicago: Beleuchtete Straßen erstreckten sich kilometerweit Richtung Westen, Norden und Süden, die Highways bis zum Horizont. Im Kontrast dazu war im Osten alles dunkel, der „Lake Michigan“ in tiefster Nacht. Da der See so riesig ist  flächenmäßig größer als die Schweiz  fühlte ich mich übrigens wie am Meer.

Nächtlicher Blick nach Westen - von der 96. Etage des "Hancock Tower". Foto: Benjain Becker.

Nächtlicher Blick nach Westen – von der 96. Etage des „John Hancock Center“. Foto: Benjamin Becker.

Ein weiteres Highlight war unser Besuch bei einem Spiel der NBA-Liga, also der stärksten Basketball-Liga der USA: Es stand das fünfte Playoff der „Chicago Bulls“ gegen die „Washington Wizards“ an. Am Ende verloren die Bulls und schieden aus den Playoffs aus. Für uns war es großartig, das zu erleben, und alleine für die Shows in den Pausen sehenswert.

 

Eine Universität wie aus dem Kinofilm

An einigen Tagen ging es bei unseren Exkursionen vor allem um Technik, passend zu unserer Ausbildung. So besuchten wir das „Museum of Science and Industry“ im Süden Chicagos. Dort beeindruckte mich vor allem ein komplettes deutsches U-Boot aus dem II. Weltkrieg, das man besichtigen konnte. An Bord gab es sogar eine der berühmten deutschen Enigma-Verschlüsselungsmaschinen.

Basketball vom Feinsten: Playoff-Spiel zwischen den "Chicago Bulls" und den "Washington Wizards". Foto: Tim Konopka / QSC AG.

Basketball vom Feinsten: Playoff-Spiel zwischen den „Chicago Bulls“ und den „Washington Wizards“. Foto: Tim Konopka / QSC AG.

IT stand bei unseren Besuchen in der Robert Morris University (RMU) auf dem Programm. Die RMU befindet sich, auf den ersten Blick unscheinbar, im Herzen Chicagos. Da Abschlüsse im IT-Bereich, im medizinischen und im künstlerischen Bereich angeboten werden, traf man dort eine bunte Mischung unterschiedlichster Studierender.

Witzig war, dass es genau so aussah, wie ich mir immer eine amerikanische Universität vorstellt hatte: In den Fluren standen überall Spinde mit Zahlenkombinationsschlössern und vor jeder Toilette befanden sich Wasserspender. Wie man es aus Filmen kennt.

An zwei Tagen hielten wir uns dort auf und hatten dabei genügend Zeit, uns über die Studiengänge und Studienbedingungen einer amerikanischen Universität zu informieren. Jeder besuchte vier verschiedene Kurse, die wir uns selbst aussuchen durften. Gemeinsam mit vier Klassenkameraden entschied ich mich für „CISCO 2“, „Windows Server 2“, „Linux 1“ und „Network Projects“. Die Professoren wussten über unseren Besuch Bescheid und gaben uns die Möglichkeit, uns vorzustellen. Teilweise ließen sie uns gemeinsam mit den Studierenden Übungsaufgaben lösen.

Die Robert Morris University (RMU) steht sehr unscheinbar im Herzen Chicagos. Zu erkennen eigentlich nur an der Beschriftung an er Glasfront im Erdgeschoss. Foto: Marten Budwasch.

Die Robert Morris University (RMU) steht sehr unscheinbar im Herzen Chicagos. Zu erkennen ist sie nur an der Beschriftung auf der Glasfront im Erdgeschoss. Foto: Marten Budwasch.

An den von uns belegten Kursen nahmen jeweils zwischen 10 und 20 Studenten teil. Da das Semester gerade erst begonnen hatte, waren sie mit dem Stoff noch nicht sehr weit fortgeschritten. In dem „Windows Server 1“-Kurs sollte ein Server aufgesetzt und nach Vorgaben des Professors eingerichtet werden. Bei „CISCO 1“ mussten die Studenten ein Netzwerk aufbauen und testen. Zusätzlich sollten verschiedene Arten von Routings zwischen Punkten im Netzwerk eingerichtet werden. Für uns war interessant zu sehen, wie dort unterrichtet und gelernt wurde: Die Studenten arbeiteten Kapitel für Kapitel ein Buch durch, über das zwischendurch und am Ende Tests geschrieben wurden.

 

Bildungsurlaub – zur Nachahmung empfohlen

Der Lerneffekt an der Uni war nicht schlecht: Wir konnten unsere Englischkenntnisse unter realen Bedingungen testen und auffrischen. Spannend war auch, eine amerikanische Universität von innen kennenzulernen und zu sehen, wo sich das amerikanische Bildungssystem vom deutschen unterscheidet.

So etwas wie unsere Berufsausbildung gibt es in den USA nicht. Daher war es auch für uns schwierig, den amerikanischen Studenten zu erklären, was wir genau machen. Es war wohl schwer für sie zu verstehen, dass wir immer abwechselnd in der Schule und im Betrieb sind und dafür auch noch Gehalt bekommen, anstatt Geld für unsere Ausbildung zu bezahlen.

Mein Fazit: Für mich war diese Bildungsreise eine großartige Erfahrung! Alle Auszubildenden, die so einen Auslandstrip mitmachen können, sollten diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen, denn man lernt eine andere Kultur und Mentalität kennen. Da ich vorher noch nicht in den USA war: Für mich war Chicago wie eine andere Welt!

 

 

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