#barcampkoeln: Zwei Tage Wissensaustausch, Netzwerken und gute Laune

Wenn rund 200 Menschen von 2 bis 70 Jahren aus ganz Deutschland an einem Wochenende zusammen kommen und von früh bis spät (non)digitale Themen diskutieren, Tools vorstellen, Tipps & Tricks verraten, fachsimpeln und dabei auch noch Spaß haben, dann muss es sich um ein BarCamp handeln. Ende August war das #barcampkoeln bei QSC zu Gast. Wir erklären, wozu so ein BarCamp gut ist und was es an diesem Wochenende bei uns in Köln alles zu erfahren gab.

Obwohl das Konzept des BarCamps nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, werde ich immer wieder gefragt, was „dieses BarCamp“ eigentlich für eine seltsame Veranstaltung sei. Vorab also ein paar Fragen und Antworten.

Vorstellungsrunde zum Auftakt. Twittername und drei Hashtags genügen. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Vorstellungsrunde zum Auftakt. Twittername und drei Hashtags genügen. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Was sind das für Menschen, die auf ein BarCamp gehen?
Man könnte sagen: wissensdurstige Netzwerker. Beim #barcampkoeln waren das vor allem selbstständige Entwickler, Programmierer, Mediendesigner, freie Journalisten, IT-Berater, Social-Media-Manager aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Dienst, Erfinder und Tüftler, Künstler, etc.

Worüber spricht man auf einem BarCamp?
Vor allem über das, was sie bei ihrer Arbeit oder ihrem Hobby bewegt. Sie geben Tipps und Anleitungen, stellen sich der Diskussion und manchmal auch der Kritik.

Warum machen die Leute das?
Ganz einfach: um Erfahrungen zu sammeln und Wissen zu tauschen. Besser in dem zu werden, was sie tun und anderen dabei zu helfen, besser zu werden. Natürlich geht es auch ein wenig um Eigenwerbung. Man macht auf seine Kompetenzen aufmerksam, bildet ein Netzwerk und hat dabei auch noch Spaß.

Der Session-Plan entsteht immer erst am Starttag. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Der Session-Plan entsteht bei einem BarCamp immer erst am Starttag durch alle Teilnehmer. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Wer bestimmt die Themen?
Wie auf einem BarCamp üblich, werden die so genannten „Sessions“ erst am Morgen des jeweiligen Veranstaltungstages festgelegt. Dazu kann jeder Teilnehmer sein Thema vorstellen. Gibt es ausreichend Interesse, findet die Session statt. Bei QSC waren das rund 50 Sessions schon am ersten Veranststaltungstag. Bewusst heißt es nicht „Vorträge“, denn damit täte man der Sache unrecht. Auf einem BarCamp geht es nicht nur um frontale Präsentation. Mitmachen ist angesagt.

Also ist das BarCamp nur so ein Geek-Treff?
Mitnichten. Das #barcampkoeln lockte auch diesmal wieder viele Neulinge an, die noch nie zuvor auf einer solchen Veranstaltung waren. Vor allem auch diejenigen, die gerade erst die soziale Medien, Smartphones oder die zahlreichen Apps für sich entdeckt haben und noch nicht so recht wissen, was man alles damit anstellen kann, sind auf einem BarCamp gut aufgehoben.

Rund 50 Sessions allein am ersten Veranstaltungstag machten die Wahl nicht immer leicht. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Rund 50 Sessions allein am ersten Veranstaltungstag machten die Wahl nicht immer leicht. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Jetzt mal Butter bei die Fische, was wurde geboten?
Die Themen des ersten BarCamp Tages reichten von Best of 165+ Social Media Tools von @GetOliverLeon, Geschäftsführer der Social Enterprise Plattform „mixxt“ über Tipps & Tricks für Xing und LinkedIn für Marketing & Vertrieb von @derlarshahn und @powerpointen. @ioffde stellte die Frage, ob klassische Foren heute noch zeitgemäß sind. Rechtsanwältin @A_Christofori beschäftigte sich mit dem Thema „Recht auf Vergessenwerden“, zur Löschdebatte auf Google.de während @zeniscalm sich dem Thema „Kinder und Technik“ widmete. Im richtigen Leben heisst sie Vivian Pein, ist Social- Media-Managerin, Fachbuchautorin, hat mal bei Xing gearbeitet und ist Mutter einer Tochter, die mit ihren zwei Jahren dann auch die jüngste #barcampkoeln-Teilnehmerin war.

"Pageflow", das bildgewaltige Storytelling-Tool des WDR war auch Thema beim #barcampkoeln. Foto: Dennis Knake/QSC AG

„Pageflow“, das bildgewaltige Storytelling-Tool des WDR war auch Thema beim #barcampkoeln. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Webdesigner @pixelkurier brachte den Teilnehmern das mit dem Grimme-Award ausgezeichnete Storytelling-Tool „Pageflow“ näher. Ein Tool zur Erstellung bildgewaltiger Online-Reportagen, genutzt und auch bereitgestellt vom WDR.

Ein weiteres Highlight sicherlich auch der „Magic Mirror“ oder „Spionspiegel“ von @fo0bar. Er zeigte, wie man für relativ schmales Geld einen interaktiven Spiegel bauen kann. Der Spiegel sagt einem dann nicht nur, wie toll man heute wieder aussieht, sondern zeigt auch aktuelle Nachrichten, die Uhrzeit oder jede andere gewünschte Information.

fo0bar und sein "magischer Spiegel". Foto: Dennis Knake/QSC AG

fo0bar und sein „magischer Spiegel“. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Alles was man dazu braucht ist ein wenig Talent im Holz zersägen, Rasperry-Pi einrichten und Flachbildschirme hinter Spiegel kleben. Ähnliches habe ich zuletzt im „inHouse Zentrum“ des Fraunhofer Instituts in Duisburg gesehen. Nur dürfte der teurer, aber nicht zwingend besser gewesen sein. Sein nächstes Projekt zusammen mit @shinaio ist ein Nachbau der „Tardis“, der zeitreisenden Telefonzelle aus der BBC Kultserie „Dr. Who“.

Peter Evertz, von Beruf Heilpraktiker und Jahrgang 1943, lieferte u.a. passend für die ganze Computergeneration dann auch gleich das wichtige Gesundheitsthema „Ich hab‘ Rücken“ mit wichtigen Hinweisen für eine gesunde Rückenwirbelsäule. Auch das ist BarCamp!

Die Qual der Session-Wahl
Fast 50 Sessions schon am ersten Veranstaltungstag machten es den Teilnehmern da nicht immer leicht, sich für ein Thema zu entscheiden. Am zweiten Tag geht es traditionsgemäß immer etwas entspannter zu, aber auch hier war die Auswahl mit über 30 Sessions nicht einfach.

Wie sichere ich mein WordPress ab? Session von @00sleepy auf dem #barcampkoeln. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Wie sichere ich mein WordPress ab? Session von @00sleepy auf dem #barcampkoeln. Foto: Dennis Knake/QSC AG

So gab @00sleepy wichtige Tipps zur Absicherung des eigenen WordPress-Blogs gegen Angriffe von außen und stellte in einer weiteren Session nützliche PlugIns für mehr Sicherheit vor. @itbibi und @ni_hundertmark gaben einen Einsteiger-Workshop in die Benutzung von Vine, ein Tool für Smartphones und Tablets, um kurze Videoclips als Endlosschleife herzustellen. „Digitale Katastrophen“ galt es von @fripi von den Kliniken Stuttgart zu begutachten. Die Frage hier: Wie reagiert man am besten auf wüste Kommentare auf Facebook & Co.? Und last but not least gab @schattenreiter Hilfestellung und Einblicke in den Begriff „Big Data“.

Wer mal was ganz anderes als Tekkie-Zeug hören wollte, ging einfach zu @50hz und @51hz. Djure und Marlena Meinen beschäftigen sich privat mit dem Imkern und zeigten in ihrer Session, wo die Bienen wohnen. Den passenden Honig lieferten die beiden gleich mit.

Netzwerken und Kaffeekunst
Viele weitere Sessions, die hier aufzuzählen nicht mehr zu schaffen ist, boten für jeden Teilnehmer ausreichend Stoff für anschließendes Fachsimpeln. Manchmal so sehr, dass man statt die nächsten Session zu besuchen, sich sprichwörtlich in der Cafeteria „festquatschte“.

Nach der Session, vor der Session: Auch in der Cafeteria kam nie Langeweile auf. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Nach der Session, vor der Session: Auch in der Cafeteria kam nie Langeweile auf. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Kein stilles In-der-Pause-Nebeneinander-Am-Stehtisch-an-der-Kaffeetasse-nippen oder Ins-Canapé-beißen-und-anschließend-die-Remoulade-von-der-Krawatte-kratzen. Sowieso, Anzug und Krawatte darf man bei einem BarCamp getrost zuhause lassen.

Auch die Kaffeesponsoren der Kaffeerösterei von sonntagmorgen.com servierten dabei nicht einfach nur Gratiskaffee, sondern führten die Teilnehmer bei Interesse gleich in die hohe Kunst des Kaffeezubereitens ein.

Was sagen die Teilnehmer?
Das Praktische bei einem BarCamp: Eindrücke, Stimmungen und Meinungen werden von vielen Teilnehmern gleich auf Twitter geteilt oder gar ausführlich gebloggt. So erhält man nicht nur während einer Session sein Feedback, sondern kann die Diskussion auch später im Netz fortführen. Zeitweise landete das Hashtag #barcampkoeln auf Platz eins der deutschen Twitter-Charts. Soviel Aufmerksamkeit sorgt natürlich auch für entsprechendes „Rauschen“ im Netz.

Zum Abschluss hier nur eine kleine Auswahl. Auch wir von QSC sagen danke für zwei schöne Tage #barcampkoeln! Unsere Bildergalerie mit den Fotos vom #barcampkoeln haben wir unter Creative Commons Lizenz by-sa-2.0 gestellt und freuen uns über die Weiterverwendung!

#barcampkoeln: Zwei Tage Wissensaustausch, Netzwerken und gute Laune
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Dennis Knake

Über Dennis Knake

Dennis Knake war von 2004 bis Mai 2016 bei QSC in der Unternehmenskommunikation für die Fachpresse-Betreuung zuständig. Der gelernte Journalist arbeitete zuvor bei verschiedenen Tageszeitungen vor allem im Bereich Online-Produktion und schloss 2003 sein Volontariat bei einer großen deutschen Verlagsgruppe ab.
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3 Antworten auf #barcampkoeln: Zwei Tage Wissensaustausch, Netzwerken und gute Laune

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