Beim Internet-Ausbau auch auf dezentrale Strukturen setzen

Mit der „Digitalen Agenda“ hat die Bundesregierung kürzlich dargelegt, in welchen Bereichen sie die ITK-Entwicklung unseres Landes vorantreiben will. Als eines der führenden mittelständischen Unternehmen dieser Branche unterstützt QSC diese Ambitionen mit Nachdruck. Die Politik sollte jetzt die richtigen Weichen stellen und sich dabei auch der Stärken des deutschen Mittelstands besinnen.

Bei der “Digitale Agenda 2014-2017″ der Bundesregierung handelt es sich zunächst um ein 36seitiges Papier, das unter Federführung des Verkehrsministeriums – unter Mitwirkung von Wirtschafts- und Innenministerium – entstanden ist und Ende August vom Kabinett verabschiedet wurde. Es beschreibt in sieben Kapiteln vor allem die Probleme und Ziele des digitalen Ausbaus. Zu den Kernthemen zählen die Leistungsfähigkeit der Netze, höhere Datensicherheit und umfassende Teilhabe der Bevölkerung am digitalen Wandel.

QSC unterstützt die Ziele der Digitalen Agenda

Bei der QSC AG laufen die Politiker mit diesen Zielen offene Türen ein. Der mit der Digitalen Agenda versuchte Ansatz, mehr Schwung in die technologische Entwicklung unseres Landes zu bringen, kann nur unterstützt werden. Vor allem in den Bereichen „Innovativer Staat“, „Bildung und Wissenschaft“ und „Digitale Teilhabe“ muss unsere Gesellschaft dringend investieren. Gut, wenn die Politik diese Themen jetzt gebündelt angeht und mit großer Energie vorantreibt.

Als ITK-Unternehmen mit eigenem Netz – einem hochmodernen Next Generation Network – arbeitet QSC seit mehr als 15 Jahren am Aufbau der digitalen Infrastrukturen Deutschlands mit und engagiert sich in den zuständigen Gremien von Politik und Wirtschaft. Durch unsere Expertise beim Netzaufbau und der Netzzusammenschaltung sind wir zudem Zulieferer und Partner von Firmen, die Privatkunden mit Internetleistungen versorgen.

QSC ist darüber hinaus einer der Pioniere im Bereich der netzbasierten Telefonie und gehört zu den Vorreitern, wenn es darum geht, TK- und IT-Services intelligent zu verbinden und daraus neue innovative Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Einer unserer Schwerpunkte ist das Angebot von Cloud-Diensten, die wir allesamt über unsere eigenen Rechenzentren managen, die in Deutschland stehen und ausschließlich den deutschen Datenschutzvorschriften unterliegen.

Vielfalt statt Einfalt setzt Ressourcen frei und schafft Sicherheit

Noch ist nicht klar, auf welchen Wegen die Politik ihre Ziele erreichen will und wie zum Beispiel die Finanzierung eines Netzausbaus aussehen soll. Gut beraten wären unsere Politiker, wenn sie bei der Umsetzung ihrer Pläne die Stärken unseres föderalen Systems und unseres vitalen Mittelstands nutzten.

Vielerorts investieren seit vielen Jahren bodenständige Unternehmen – allen voran City- oder Regionalcarrier – in den Ausbau von Glasfasernetzen. Sie tun das auf höchstem Niveau. Aufgrund ihrer genauen Kenntnis der vor Ort vorhandenen ITK-Infrastruktur, der politischen Gegebenheiten und ihres Wissens um kommunale Vorhaben zum Ausbau von Wasserrohren, Gas- oder Stromleitungen können sie den erforderlichen Internetaccess passgenau planen und damit kostengünstig bereitstellen.

Da viele regionalen Anbieter Tochtergesellschaften von Stadtwerken sind, bietet ihre Beteiligung oft die Möglichkeit, Synergien zu nutzen – etwa, wenn der Ausbau von TK-Netzen einfacher mit ohnehin geplanten kommunalen Tiefbauarbeiten verbunden werden kann. Auch lassen sich weitere Finanzierungsressourcen einsetzen, die nur lokal zur Verfügung stehen. So kommt es, dass mehr als 50 Prozent des Ausbaus von Next Generation Access im ländlichen Raum bereits von regionalen und lokalen Betreibern finanziert wurde.

Auch für den Bereich der derzeit aktuellen Sicherheitsdebatte ergeben sich aus einer dezentralen, vielfältigen Struktur signifikante Vorteile. So sind viele kleine Organisationen in ihrer Gesamtheit weniger anfälliger gegen Angriffe von Hackern, Datendieben und digitalen Saboteuren als wenige große. Vielfalt statt Einfalt bietet den besten Schutz. Für Angreifer ist es deutlich schwieriger, zahlreiche unterschiedliche Unternehmen und Organisationen lahmzulegen als eine oder zwei zentrale Unternehmen.

Das heißt: Auch wenn international konkurrenzfähige Konzerne wie die Deutsche Telekom bei der technologischen Weiterentwicklung unseres Landes unerlässlich sind, nehmen die mittelständischen Player des Marktes eine ebenso wesentliche Rolle ein. Bereit dazu sind sie – sind wir – allemal.

Die geringeren Größenvorteile kleinerer Unternehmen machen wir durch Kooperationen auf höchstem technischem Niveau wett. Ein Beispiel dafür die Open-Access-Plattform von QSC, mit der wir bundesweit tätigen Internet-Service-Providern die Möglichkeit geben, unkompliziert auf regionale Glasfasernetze zuzugreifen – weil wir damit die organisatorischen, rechtlichen und technischen Grundlagen bereits geschaffen haben.

Symmetrische Internetanschlüsse nicht vernachlässigen

Ein ebenso wichtiger Punkt betrifft die Details der Maßnahmen, welche die Politik jetzt in Angriff nehmen will. Muss wirklich flächendeckend eine Downloadgeschwindigkeit von 50 Mbit/s angeboten werden, wie es die Politik derzeit als Ziel ausgibt? Egal, was es kostet?

Als seit Jahren aktiver und erfolgreicher Internet-Provider würden wir eine deutlich modifizierte Empfehlung geben: Eine höhere durchschnittliche Bandbreite ist sicherlich erstrebenswert. Aber neben dem immer im Vordergrund stehenden Download sollte man auch die Geschwindigkeit des Uploads nicht vergessen. Sie ist bei den meisten angebotenen – asymmetrischen – Internetanschlüssen deutlich geringer.

Während der Download für alle wichtig ist, die im Internet surfen, Filme und Musik streamen und damit das Medium hauptsächlich zur Unterhaltung nutzen, trägt die Möglichkeit eines schnellen Daten-Uploads ganz woanders Früchte: Er befähigt Internetnutzer und Behörden dazu, leichter miteinander zu kommunizieren und damit Bürokratie abzubauen – was auf die Ziele der „Digitalen Teilhabe“ und des „Innovativen Staats“ einzahlt.

Vor allem können Firmen nur dann das Netz und die daran angeschlossenen Dienstleister zu geschäftlichen Zwecken einsetzen und damit wirtschaftlichen Mehrwert schaffen, wenn leistungsfähiger Upload zur Verfügung steht. Zwei Beispiele sind die von vielen Unternehmen gewünschte Nutzung von Outsourcing und Cloud-Diensten. Nicht zuletzt können Fotos, Filme und Musiktitel nur dann via Internet zur Verfügung gestellt werden, wenn sie vorher dorthin hochgeladen wurden.

Kein Wunder, dass amerikanische Konzerne wie AT&T und Verizon bemerken, der Upstream-Traffic im Web wachse deutlich stärker als der Downstream-Traffic. Dementsprechend steigt in den USA die Nachfrage nach symmetrischen Internetanschlüssen stark an – weshalb dort gerade von einer neuen Breitbandlandschaft die Rede ist. In den USA stellen sich die Anbieter schon darauf ein und setzen beim Ausbau zunehmend auf Glasfaser. Ein Trend, der auch hierzulande bei der Planung des Netzausbaus zu denken geben sollte.

 

Weitere Informationen

  • Digitale Agenda 2014-2017: www.digitale-agenda.de
    Erste Ergebnisse zur Umsetzung der Digitalen Agenda werden dem nächsten IT-Gipfel am 21.10. 2014 in Hamburg vorgestellt.
  • Die neue Breitbandlandschaft in den USA wird u.a. in einem lesenswerten Online-Artikel beschrieben.
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