Vernetzung im Internet der Dinge: Wenn alles fast von alleine läuft

Die Q-loud GmbH, ein Unternehmen der QSC AG, ist spezialisiert auf die technische Vorleistung zur Vernetzung von Hardware im Internet der Dinge (IoT) sowie Cloud-basierte Kommunikationslösungen. Möglich wird dies durch „solucon“, eine von uns entwickelte Cloud-Plattform, die ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben wird. Am 20. und 21. Oktober wird Q-loud die Lösungen rund um die Vernetzung im Internet der Dinge auf dem M2M Summit in Düsseldorf vorstellen. Dazu haben wir im Vorfeld mit den beiden Geschäftsführern Thomas Surwald und Frank Thelen gesprochen.

Die Cloudplattform „solucon“ ist Basis für eine Vielzahl von modularen Lösungsbausteinen, die einfach aufgesetzt und hochverfügbar betrieben werden können. Eine offene API ermöglicht zudem die Integration der Lösungen in bestehende Systeme.

„Machine-to-Machine“ und „Internet der Dinge“: Sind das nur Buzzwords oder ist es bereits Realität?

Thomas Surwald

Thomas Surwald (Jg. 1968) ist Geschäftsführer der Q-Loud GmbH und verantwortet Vertrieb und Marktzugang. Bevor er 2010 als Leiter des Direkten Vertriebs zur QSC AG kam, hatte er unterschiedliche Leitungspositionen in Vertrieb, Marketing und Operations für technologieorientierte Unternehmen inne. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Thomas Surwald: Zugegeben, beide Begriffe tauchen derzeit gehäuft auf. Wir verbinden damit aber handfeste Entwicklungen. Somit sind es für uns viel mehr als nur Buzzwords. Sie beschreiben die Verbindung von „intelligenten Gegenständen“ in einem Netzwerk wie dem heutigen Internet. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Geräte im Internet der Dinge selbst Daten eingeben und abrufen und so eigenständig kommunizieren. Daher müssen sie nicht zwangsläufig von Menschen bedient werden sondern unterstützen aus dem Hintergrund ohne besonders aufzufallen.

Und das ist in der Tat heute schon Realität und nicht etwa Science-Fiction. Denn – möglicherweise unbewusst – nutzen wir im Alltag längst vernetzte Gegenstände im Internet der Dinge. Ein simples Beispiel ist die Paketverfolgung. Dort erfasst kein Mitarbeiter mehr die Route und gibt die aktuelle Position in das System ein, sondern die Pakete melden sich selbst an den verschiedenen Wegpunkten an und ab und erzeugen so die Daten, die dann im Online-Portal abgerufen werden können.

Etwas neuer sind Car-Sharing-Systeme, die sich zunehmend etablieren. Dort erkennt das Auto selbständig den Nutzer und erfasst automatisch Daten zur Nutzungsdauer oder zur gefahrenen Strecke und übermittelt sie direkt in das Abrechnungssystem. Aber das ist erst der Anfang. Es gibt zahllose Bereiche, auch im B2B-Umfeld, wo sich in den nächsten Jahren Lösungen im Internet der Dinge durchsetzen werden.

Und wo wäre das?

Thomas Surwald: Wir sehen unter anderem großen Bedarf bei Logistik, Industrie, Handel und Lifestyle. Diese Branchen benötigen Lösungen zur Prozessverbesserung, Fernwartungsoptionen, Verkehrsmanagement und die Vernetzung dezentraler Points of Sale. Im Prinzip ist das Ziel ist immer dasselbe: Prozesse und Geschäftsabläufe intelligent zu verknüpfen. Das schafft mehr Effizienz und Flexibilität in Produktion und Vermarktung.

Allerdings unterstützen wir unsere Kunden nicht nur in der Optimierung ihrer Prozesse. Mit unserer Vorleistung können sie auch in Zukunft innovative Produkte entwickeln. Denn eins ist gewiss: Die intelligente Heizungssteuerung „Tado“, das Fitnessarmband „Jawbone Up“ oder Apples „Healthbook“ in Kombination mit der AppleWatch sind erst der Anfang. In Kürze wird es selbstverständlich sein, sich auf intelligente Geräte zu verlassen oder mit seinem Smartphone Dinge des alltäglichen Lebens aus der Ferne zu steuern.

Was leistet dabei Q-loud?

Frank Thelen

Frank Thelen (Jg. 1973) verantwortet als Geschäftsführer der Q-Loud GmbH  die technische Entwicklung neuer Applikationen und Services sowie seit 2003 verschiedene Funktionen der Netzbereiche der QSC AG. In dieser Funktion hat er hauptverantwortlich die Integration der verschiedenen Sprach- und Datennetze und den Umbau zu einem skalierenden All-IP-NGN-Netz vorangetrieben. Er ist einer der frühen internen Sponsoren der Cloud-Ideen. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Frank Thelen: Als technischer Vorlieferant für Vernetzung im Internet der Dinge bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, sich auf ihre Kernkompetenzen in Ihrer Branche zu konzentrieren und zum Beispiel die effizienteste Heizung oder das sicherste Garagentor zu entwickeln und außerdem durch Vernetzung ihrer Produkte eine neue Innovationsstufe zu erreichen. Und dass, ohne langwierig selbst Know-how für Lösungen im Internet der Dinge entwickeln zu müssen.

Möglich wird dies durch solucon, unsere cloudbasierte IoT-Plattform. Wir betreiben sie als so genannte „Zero Downtime Architektur“. Das heißt, sie wird bei uns in geographisch voneinander getrennten Rechenzentren dreifach redundant, also gleichzeitig, betrieben. So gewährleisten wir ein höchstes Maß an Ausfallsicherheit und einen Betrieb praktisch ohne Wartungsfenster.

Auf solucon können die kundenspezifischen Lösungen, wie zum Beispiel eine Steuerung der Heizung per App, Systeme für das Flottenmanagement oder die Vernetzung von Getränkeautomaten entwickelt, modular aufgesetzt und betrieben werden. Über eine offene Schnittstelle (API) haben unsere Kunden eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Integration ihrer Systeme. Entweder direkt IP-basiert oder über ein vorgelagertes Gateway, welches als Brücke in die Cloud fungiert und dann zusätzlich Ethernet, USB, 868 MHz Funk mit AES-Verschlüsselung oder W-LAN verwenden kann, um die intelligenten Geräte auf solucon zu vernetzen.

Zur raschen Integration bereits bestehender Hardware haben wir den soluconChip entwickelt. Er hat die Größe einer SIM-Karte und wird in die Schaltung der Steuerplatine eingebunden. Wenn nötig, unterstützen wir aber auch bei der Erstellung eines kompletten PCB-Layouts für verschiedenste Schaltungen.

Warum nutzen Sie dazu die Cloud?

Thomas Surwald: Auf der einen Seite bietet eine Cloud-Plattform wie solucon ideale Bedingungen in puncto Verfügbarkeit und Erreichbarkeit. Eine IP-Verbindung vorausgesetzt, steht sie 24/7 an jedem Ort der Erde zur Verfügung. Außerdem können auf der gemeinsamen Plattform unterschiedlichste Protokollsprachen, Geräte und Szenarien intelligent miteinander verknüpft werden.

Auf der anderen Seite können wir unseren Kunden dezentral eine Vielzahl von Systembausteinen direkt zur Verfügung stellen, die sonst umständlich beim Kunden individuell implementiert werden müssten. So ermöglichen wir unseren Kunden Time-to-Market Vorteile in Zukunftsmärkten.

soluconChip auf einer LED-Steuerung

Der rechteckige soluconChip ist nicht größer als eine SIM-Kate und kann individuell eingesetzt werden. In diesem Beispiel ist er auf einer intelligenten Lichtsteuerung einer LED-Lampe aufgesetzt. Foto: Dennis Knake/QSC AG

Ist solucon sicher?

Frank Thelen: Die Datensicherheit ist nach der eigentlichen Funktion tatsächlich die wichtigste Voraussetzung für eine hochwertige Lösung. Aus diesem Grund betreiben wir solucon in den QSC-eigenen TÜV- und ISO-zertifizierten Rechenzentren. Sie sind nach modernsten Standards eingerichtet und erfüllen notwendige Anforderungen an die Funktionssicherheit, Verfügbarkeit, Informationssicherheit und Energieeffizienz.

Mehrstufige Zugangskontrollen vor Ort und eine Rund-um-die-Uhr-Systemüberwachung sorgen sowohl physikalisch als auch virtuell für höchste Sicherheit. Hinzu kommt, dass die Rechenzentren dem Deutschen Datenschutz unterliegen und nicht etwa unter den Patriot Act fallen. Durch dieses Gesetz können US-Behörden ganz legal auf die Server von US-Unternehmen oder Unternehmen mit US-Töchtern zugreifen, auch wenn sich die Server nicht auf US-Staatsgebiet befinden. Als ausschließlich deutsches Unternehmen ist die QSC davon nicht betroffen und das ist unseren Kunden sehr wichtig.

Die Verbindung zu solucon ermöglichen wir über das hoch skalierende Next Generation Network von QSC. So haben wir auch die Konnektivität in unserer Hand und können kontrollierbare Ende-zu-Ende-Services liefern, ohne auf externe Partner angewiesen zu sein.

 

M2M Summit

Um den Austausch zwischen Experten, Anbietern und Anwendern weiter zu intensivieren, findet der diesjährige M2M Summit unter dem Motto „M2M – From technology to business“ statt. Es werden mehr als 60 Aussteller und über 1.000 Teilnehmer aus 30 Ländern erwartet.

 

Was erwarten Sie von der Teilnahme am M2M-Summit?

Thomas Surwald: Der M2M Summit bezeichnet sich selbst als Europas wichtigste Veranstaltung für M2M-Kommunikation und das Internet der Dinge. Dort werden die Top-Themen und technischen Innovationen der M2M-Kommunikation präsentiert und diskutiert. Internationale Kooperationen, einheitliche Standards, das Internet der Dinge sowie die Vorzüge von M2M im Bereich Industrie 4.0 zählen dabei zu den wichtigsten Punkten. Als Aussteller werden wir natürlich unsere Lösungen rund um solucon vorstellen. Fast noch wichtiger ist es aber für uns, als technischer Vorlieferant für Vernetzung im Internet der Dinge, in die Branche hinein zu hören. Mit über 1.000 teilnehmenden Fachleuten aus dem Bereich M2M und Internet der Dinge ist der M2M  Summit dazu ein besonders gutes Forum.

Weitere Informationen

  • … zu Q-loud und die Developer-API zum Herunterladen unter www.q-loud.de
  • … zum M2M Summit 2014 am 20./21. Oktober in Düsseldorf unter www.m2m-summit.com

 

Teaserfoto: © Rawpixel – Fotolia.com

Vernetzung im Internet der Dinge: Wenn alles fast von alleine läuft
3.7 (73.75%) 16 Bewertung[en]
Drucken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Um die Diskussionsqualität zu wahren, veröffentlichen wir nur noch Kommentare mit nachvollziehbarem Vor- und Nachnamen sowie authentischer E-Mail-Adresse. Bitte beachten Sie zudem unsere Social Media Guidelines.