Studie: IT-Services und Digitale Transformation

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Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk veröffentlicht einmal jährlich eine Studie über den Markt für IT-Beratung und IT-Services in Deutschland. Digitale Transformation stand 2015 im Mittelpunkt der Befragung.

Wie wirkt sich die Digitale Transformation auf die deutschen IT-Märkte aus? Diese Frage untersuchte das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk und befragte dafür die 100 führenden deutschen IT-Beratungs- und Serviceunternehmen. Interviewt wurden auch die CIOs von rund 40 Firmen des gehobenen Mittelstands sowie von Großunternehmen verschiedener Branchen.

Unter dem Titel „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ veröffentlichte die in Kaufbeuren ansässige Beratungsfirma Lünendonk vor kurzem ihre jährliche Studie über den deutschen Markt für IT-Services und IT-Beratung.

Dabei repräsentierten die 100 befragten Unternehmen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes für IT-Dienstleistungen in Deutschland. Ergänzt wurde die Befragung durch Interviews mit CIOs aus rund 40 Konzernen, um auch die Einschätzung der Anwenderunternehmen in die Studienergebnisse einfließen zu lassen.

In diesem Jahr gingen die Forscher vor allem auf die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die (deutschen) IT-Märkte ein. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt.

Unternehmen stehen vor digitaler Transformation

Unternehmen aller Größen und Branchen stehen derzeit vor einem Veränderungs- und Transformationsprozess, der Auswirkungen auf die traditionellen Geschäftsmodelle und –strategien hat. Kundenerwartungen und zu nutzende Kommunikationskanäle werden sich wandeln und zunehmend der fortschreitenden Digitalisierung folgen.

Auch die von Lünendonk befragten IT-Entscheider der 40 untersuchten Konzerne sehen ihre Unternehmen aktuell mitten in diesem Transformationsprozess: 60 Prozent der Interviewten halten die aktuelle Bedeutung der digitalen Transformation für „sehr groß“ beziehungsweise „groß“. Keiner von ihnen meinte, dass Digitalisierung keine Bedeutung für sein Unternehmen habe.

Und: Bei der Frage nach der weiteren Entwicklung in den nächsten zwei Jahren gaben sogar alle CIOs und IT-Einkaufsentscheider an, dass die Digitalisierung für ihr Unternehmen eine „große“ bis „sehr große“ Bedeutung haben werde.

IT-Entscheider erwarten sehr hohen Grad der Digitalisierung in zwei Jahren

Doch wie weit sind die deutschen Unternehmen bereits mit ihrer Digitalisierung? Lünendonk wollte auch das wissen und fragte nach dem aktuellen und dem prognostizierten Digitalisierungsgrad. Die IT-Entscheider schätzten ihn zwar aktuell noch überwiegend als mittelmäßig ein. In den nächsten zwei Jahren aber soll in beinahe 80 Prozent der untersuchten Unternehmen ein hoher oder sehr hoher Grad erreicht sein – was noch einmal die Dynamik der digitalen Transformation verdeutlicht.

Von diesem starken Wandel in den Unternehmen sind komplette Geschäfts- und IT-Prozesse betroffen: Beispielsweise werden im Kontext von „Industrie 4.0“ Produktionsprozesse sowie die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten revolutioniert.

IT-Beratungen und -Systemintegratoren profitieren laut Lünendonk – zunächst bei der Vorbereitung der digitalen Transformation – stark von diesen Veränderungs- und Anpassungsprojekten. Die bestehende IT-Landschaft ihrer Kunden muss modernisiert, IT-Prozesse und Anwendungen erneuert und die IT-Sicherheit erhöht werden. Die befragten IT-Beratungsunternehmen sehen daher die kurz- und mittelfristigen Wachstumsaussichten positiv und gehen allein in 2016 von einem Umsatzwachstum von 10,6 Prozent aus.

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Der Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen könnte in den nächsten zwei Jahren in beinahe 80 Prozent der untersuchten Unternehmen hoch oder sehr hoch sein. Quelle: Lünendonk-Studie 2015: „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland.“ Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken.

IT-Dienstleister müssen sich weiterentwickeln

IT-Serviceanbieter müssen aber auch die Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle deutlich stärker mitgestalten als bisher. Es geht nicht mehr bloß darum, den IT-Betrieb sicherzustellen, sondern Kunden auf ihrem Weg zum digitalen Unternehmen zu beraten und zu begleiten. Dazu sind Kenntnisse über die jeweiligen Geschäftsmodelle unabdingbar.

Einige IT-Serviceunternehmen entwickeln und betreiben zudem Geschäftsprozesse auf Cloud-Basis oder Multi-Channel-Plattformen – inklusive Integration ins Backend. Laut Lünendonk liegt genau bei diesen Themen ihre Zukunft. Allerdings werden auch hierfür ausgewiesene Beraterkompetenzen benötigt, die oftmals erst mühsam aufgebaut werden müssen.

Lünendonk bemängelt, dass trotz der vielversprechenden Marktchancen viele IT-Serviceanbieter noch keine kundengerechten Portfolios und Vertriebsstrukturen aufgebaut haben, um Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung umfassend unterstützen zu können: Kundenunternehmen investierten derzeit vor allem in die Erneuerung der IT-Prozesse und hierzu benötigten sie qualifizierte IT-Berater und IT-Dienstleister zur Realisierung digitaler Geschäftsstrategien.

Unternehmen investieren in die Konsolidierung und Modernisierung der IT

Besonders bemerkenswertes Resultat der Lünendonk-Studie: Die Zahl der Softwareanwendungen und IT-Nutzer hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, weil die Fachbereiche zunehmend (Software-) Bedarf anmelden.

IT wird somit nach einer Phase der Konsolidierung und Effizienz wieder komplexer und der Integrationsaufwand für die Unternehmen nimmt zu. IT-Entscheider müssen daher bestehende Prozesse und Anwendungen modernisieren und den sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen, denn nachhaltige digitale Strategien funktionieren nur auf Basis einer modernen IT-Landschaft.

Erwartungsgemäß wird mit zunehmender Digitalisierung immer mehr Software für bestehende Abläufe eingesetzt und der IT-Bezug – auch das ist keine unerwartete Erkenntnis der Studie – entwickelt sich in Richtung Cloud: Ob bei Softwarelösungen („Software as a Service“) oder von IT-Leistungen wie Speicher, Plattformen oder Datenbanken, der Einsatzgrad von Cloud-Services steigt in deutschen Unternehmen kontinuierlich an. Bei 83 Prozent der untersuchten Unternehmen soll innerhalb der nächsten zwei Jahre die IT modernisiert sein.

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Immer mehr Software im Einsatz, immer häufiger aus der Cloud: Die IT wird in vielen Unternehmen massiv modernisiert werden. Quelle: Lünendonk-Studie 2015: „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland.“ Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken.

 

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsbereiche

Bei aller Verschiedenheit stellen die Unternehmen die größten Budgets für ihren digitalen Wandel vor allem in kundennahen Bereichen bereit, weil dort der allgemeine Trend zur digitalen Transformation aktuell am stärksten eingeschätzt wird. Hinter den Bereichen Services/Kundendienste kommen dann Logistik/Supply Chain, gefolgt vom Vertrieb und von F&E.

Interessant: Der Bereich Produktion/Fertigung – Stichwort „Industrie 4.0“ – gehört derzeit (noch) nicht zu den Schwerpunkten. Laut Lünendonk liegt dies daran, dass sich viele Unternehmen der Verarbeitenden Industrie noch in der Konzeptionsphase befinden und die Machbarkeit erst (aufwendig) prüfen. Auch müssten die Technologien für „Industrie 4.0“ durch die Anbieter erst noch zur Marktreife entwickelt werden.

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Kundenprozesse und die Supply Chain wollen die Unternehmen vorrangig digitalisieren. Produktion und Fertigung folgen, wenn Technologien für „Industrie 4.0“ zur Marktreife entwickelt sind. Quelle: Lünendonk-Studie 2015: „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland.“ Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken.

 

IT-Dienstleister bevorzugte Partner bei Digitalisierungsprojekten

Nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels und aus Effizienzgründen müssen die Kundenunternehmen interne Ressourcen mit externen, spezialisierten Dienstleistern ergänzen. Lünendonk fragte hierzu, welche Anbietergruppen aus Sicht der IT-Entscheider am besten für Digitalisierungsprojekte positioniert seien.

Ergebnis: 67 Prozent der Befragten sehen in IT-Dienstleistern die idealen Partner, um die Digitale Transformation anzugehen. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften („Big Four“) sehen immerhin noch 46 Prozent als bevorzugte Partner an, während Managementberatungen nur von etwas mehr als einem Drittel (36 Prozent) präferiert werden.

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Externe Hilfe bei der Digitalen Transformation: 67 Prozent der Befragten betrachten IT-Dienstleister als bevorzugte Partner dafür. Weniger setzen auf Wirtschaftsprüfer (Big Four) oder Managemanetberater. Quelle: Lünendonk-Studie 2015: „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland.“ Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken.

 

QSC erstmals unter den führenden IT-Service-Unternehmen in Deutschland

Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Lünendonk zählt die QSC AG seit diesem Jahr erstmals zu den 25 führenden IT-Dienstleistern in Deutschland und führt QSC daher auf der so genannten Lünendonk-Liste. Lässt man die „konzernabhängigen“ IT-Dienstleister außen vor (z.B. Fiducia oder Finanzinformatik), steht QSC nach Umsatz auf Rang 7 in Deutschland.

Die jährlich erscheinende Lünendonk-Liste der führenden IT-Service-Anbieter ist Bestandteil der Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“.

 

Weiterführende Informationen

 

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    Werner Groß sagt:

    Guten Tag Herr Schlüter,

    wieder interessant zu lesen welche Potentiale QSC für sich entdeckt hat. Wäre schön wenn QSC, die anderen Potentiale erst mal zu Erfolg führt.

    – qsc tengo (hört man nichts mehr)
    – qsc open access (hört man nichts mehr)
    – qsc outsourcing (hört man nichts mehr)

    QSC ist im bloggen Weltmeister!

    Weiter so.

    Viele Grüße

    Werner

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    Doris sagt:

    Lieber Herr Stratege,

    was sagt QSC zu den „Spezialdiensten der Telekom, die jetzt bzgl. der Netzneutralität angeboten werden sollen“?

    QSC mit eigenem Breitbandnetz könnte hier mal eine Pressemitteilung veröffentlichen, dass man als letzte Schweiz eine alternative zur Telekom ist. Wie wir wissen verhandelte QSC mit United Internet über das Netz. Meiner Meinung nach müsste das Netz jetzt noch interessanter für Investoren sein.

    Schliesslich gibt es neben der Telekom, Vodafone, Versatel und in Teilen noch Telefonica.

    Also, liebe QSCler, machen Sie etwas daraus.

    Am besten ist es wenn Sie wieder DSL für die breite Öffentlichkeit anbieten, insbesondere für Privatkunden. So sichern Sie eine ausreichende Auslastung und Profitabilität, die wir seit einigen Jahren stark vermissen.

    Über Plusnet, der 100-prozentigen Tochtergesellschaft, deren Netz ja fast abgeschrieben ist und laut Vorstand profitabel ist, müssten Sie die besten Marktpreise bekommen!

    Mit 500 TSD Teilnehmeranschlussleitungen erreichen Sie den Netz-Breakeven. Das sollten Sie mit gutem strategischem Marketing hinbekommen, 2 Jahre und QSC spielt ganz oben mit.

    Also, bitte gleich loslegen, Konzept erstellen und umsetzen!

    Alles andere könnte man ansonsten als Untätigkeit deuten, und das muss bei dem schwachem Produktportfolio, der prekären Finanzlage und den etwas zu hohem Personalbestand nicht sein.

    Danke

    Ihre Doris

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    Max Monthly sagt:

    Guten Tag,

    Mich würde intressieren wie sie aus Sicht des strategischen Marketing das Thema QSC tengo bewerten? Man hört hier leider nichts mehr

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    George sagt:

    Ich schliesse mich der Frage von Max Monthly an.

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    Max Monthly sagt:

    Gibt es hier noch Feedback seitens QSC oder wird das Thema totgeschwiegen?

  • Claudia Isringhaus

    Lieber Max Monthly, lieber George,

    vielen Dank für Ihre Nachfrage.

    Vor allem mit tengo centraflex sind wir sehr gut positioniert. Wir verzeichnen wir hier im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg des Auftragseingangs um rund 30 Prozent. Die IT-basierten tengo Module werden wir im Rahmen unserer Cloud-Strategie weiterentwickeln.

    Freundliche Grüße
    Claudia Isringhaus

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    it berater sagt:

    Vielen Dank für die sehr guten Infos über It Services. Ich bin auch der Meinung, dass sich die It Dienstleister weiterentwickeln müssen!

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