In die Cloud? Aber sicher!

Cloud im Mittelstand: Ein Mann hockt vor einem großen Plan auf dem Boden und denkt nach.

Titelbild: © Rawpixel.com/Shutterstock.com

Der deutsche Mittelstand und die Cloud – eine erfolgversprechende Kombination, die einigen Unternehmen aber noch Bauchschmerzen bereitet. Welche Unternehmen welche Angebote nutzen. Und wo Nachholbedarf besteht. Eine Standortbestimmung:

Die generellen Vorteile von Cloud-Lösungen liegen auf der Hand: Unternehmen, die IT-Ressourcen und -Dienstleistungen flexibel über das Internet beziehen, müssen diese nicht mehr selbst anschaffen, sparen Sach- und Personalkosten. Dabei unterscheiden Anbieter jedoch zwischen Produkten aus der Public, Private und Hybrid Cloud.

Die Unterschiede sind schnell erklärt: Während eine Private Cloud dem Kunden gehört, ausschließlich von ihm selbst betrieben und allenfalls noch von ausgesuchten Partnern oder Kunden genutzt wird, gehört eine Public Cloud zum bereitstellenden IT-Dienstleister. Viele Kunden dieses Dienstleisters verwenden gemeinsam eine physikalische Infrastruktur, sind aber über virtualisierte Sicherheitsinfrastrukturen voneinander getrennt.

Public Clouds sind weitgehend standardisiert und stellen vor allem den Self-Service des Kunden in den Mittelpunkt. Dadurch sind sie meist deutlich preisgünstiger als individuelle Private Clouds. Hybrid Clouds wiederum kombinieren Aspekte aus Private und Public Clouds.

Cloud im Mittelstand: Unternehmen fassen Vertrauen

2015 nutzte erstmals mehr als die Hälfte (54 Prozent) der deutschen Unternehmen Cloud-Angebote, weitere 18 Prozent planten oder diskutierten über eine Verwendung. Eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren: 2011 setzten gerade mal 28 Prozent auf die Cloud, 2014 nutzten 44 Prozent der Unternehmen Lösungen aus der Cloud.

Dieser starke Anstieg ist laut Umfrage vor allem auf Zuwächse bei kleineren und mittleren Unternehmen zurückzuführen. 62 Prozent aller Firmen mit 100 bis 2.000 Mitarbeitern setzen mittlerweile auf die Cloud, Unternehmen zwischen 20 und 99 Mitarbeitern sogar zu 52 Prozent. Konzerne ab 2.000 Mitarbeiter blieben auf hohem Niveau konstant: 69 Prozent dieser großen Unternehmen arbeiten mit Cloud-Diensten.

Vorreiter: die IT- und Telekommunikationsbranche. Aber auch Banken, Automobil-Hersteller sowie Unternehmen aus der Verkehrs- und Logistikbranche sind in Sachen Cloud vorn dabei. Noch zögerlich zeigen sich dagegen die Versicherungsbranche und der Handel.

Beliebte Büro-Software

Rund 26 Prozent aller deutschen Unternehmen nutzen Services aus der Public Cloud, Tendenz steigend. Dagegen setzen 38 Prozent auf Private-Cloud-Lösungen.

Doch welche Angebote aus der Cloud nutzen Unternehmen wirklich? Am meisten verbreitet ist laut Studien Büro-Software: 43 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie vor allem gängige Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder zur Präsentationserstellung aus dem Internet verwenden. 35 Prozent setzen Software für eine bessere Zusammenarbeit, wie E-Mail, Messenger-Programme oder Kalender, ein. 34 Prozent nutzen branchenspezifische Anwendungen und 30 Prozent Software für die Organisation von Arbeitsgruppen (Collaboration Tools). Immerhin 29 Prozent beziehen spezielle Sicherheitsanwendungen (Security as a Service) über das Internet.

Angst vor Sicherheitsleck

Trotz der zunehmenden Popularität der Cloud im Mittelstand sind viele Unternehmen aus diesem Größenkreis weiter skeptisch: Sicherheitsbedenken sind nach wie vor das größte Hindernis für einen systematischen Einsatz von Cloud-Lösungen im Mittelstand. Gut zwei Drittel (68 Prozent) der Firmen fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten und 45 Prozent gar einen Datenverlust.

40 Prozent stellen sogar Widerstand innerhalb des Unternehmens gegen die Einführung der Cloud fest. Und 36 Prozent fürchten eine unklare Rechtslage. Immerhin: An Wissen zur Cloud scheint es nicht zu fehlen. Nur 12 Prozent der befragten Unternehmen bemängeln fehlende Informationen über geeignete Cloud-Lösungen.

Auch technische Hürden sind offenbar zu vernachlässigen; 87 Prozent geben an, über eine Breitbandanbindung zu verfügen, die ihnen die Verwendung von Cloud-Diensten im Mittelstand grundsätzlich ermöglicht.

Interne IT-Experten treiben Cloud-Lösungen im Mittelstand voran

Derzeit sind es vor allem die IT-Abteilungen, die auch im Mittelstand die Cloud-Nutzung vorantreiben. Bei 67 Prozent öffnet der IT-Leiter die Türen zur neuen Technik. Aber auch die Geschäftsleitung versteht sich als treibende Kraft; Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Vorstände sorgt in ihren Organisationen dafür, dass moderne IT-Ressourcen zum Einsatz kommen wie etwa Public, Private oder Hybrid Clouds im Mittelstand.

Positive Erfahrungen überwiegen

73 Prozent der Unternehmen, die Public-Cloud-Dienste nutzen, haben mit der neuen Technologie positive Erfahrungen gemacht. Ein hoher Wert, doch klar ist auch: Um das Vertrauen in die Cloud im Mittelstand weiter zu stärken, sollten sich Anbieter von Cloud-Dienstleistungen auf Sicherheitsfragen fokussieren.

Quellen:

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Digitales-Wirtschaftswunder.de, dem Themenblog der QSC AG

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