Umfrage: Herausforderungen und Nutzen von Big Data

Mann vor Laptop

Titelbild: © Den Rise/Shutterstock.com

Big Data – was soll uns das bringen? Können wir uns das leisten, und was kommt da auf uns zu? Die Studie „Big Data Use Cases 2015“ liefert die Antworten und beleuchtet die aktuelle Nutzung von Datenanalysen in Unternehmen, die damit verbundenen Herausforderungen sowie Kosten und Nutzen.

Für die Studie „Big Data Use Cases 2015“ (*) befragte das Business Application Research Center (BARC**) mehr als 500 Unternehmen weltweit:

  • Welche Unternehmensbereiche nutzen Big Data für welche Einsatzszenarien?
  • Auf welche Herausforderungen stoßen sie dabei?
  • Welche Technologien kommen zum Einsatz?
  • Wie sieht es mit Kosten und Nutzen von Big-Data-Projekten aus?

Klar ist: Big Data gewinnt an Bedeutung. Mehr als 40 Prozent der in der Untersuchung befragten Unternehmen weltweit – in Nordamerika sind es mehr als die Hälfte – setzen bereits Prozesse zur Datenanalyse um. Dabei zeigt sich: Wo das Management das Thema Big Data in die Hand genommen hat, sind entsprechende Projekte bereits weitverbreitet. Auch die IT-Abteilungen der Unternehmen zählen zu den Treibern. Am häufigsten setzen Marketing und Vertrieb Datenanalysen ein – dort also, wo der Fokus auf dem Kunden liegt.

Ausgerechnet die „Industrie 4.0“ hält sich zurück

Betrachtet man die Branchen, ist der Handel führend beim Einsatz von Big Data in Unternehmensprozessen, gefolgt von IT-Firmen und dem Finanzsektor. Die Industrie hinkt hinterher: Lediglich 13 Prozent haben Big Data bereits fest integriert. Bei 70 Prozent der Unternehmen sind immerhin bereits entsprechende Pilotprojekte angelaufen oder zumindest angedacht – das Trendthema „Industrie 4.0“ sollte sich also in den kommenden Jahren vermehrt mit Leben füllen.

Am häufigsten wollen Unternehmen Big-Data-Anwendungen nutzen, um große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen zu analysieren, daraus Vorhersagemodelle ableiten zu können und schneller Daten zur Verfügung zu haben, um zügigere und qualifiziertere Entscheidungen treffen zu können.

Vielfältiger Nutzen von Big Data

Die Vorteile von Big-Data-Projekten sind, das zeigen die Umfrageergebnisse, breit gefächert: Fast 70 Prozent der Unternehmen, bei denen Big Data bereits fester Bestandteil der Prozesse ist, treffen nach eigenen Angaben dadurch bessere strategische Entscheidungen. Für etwa die Hälfte der Befragten lassen sich so operative Prozesse besser steuern sowie das Kundenverständnis und die Kundenerfahrung optimieren. Jedes zweite Unternehmen reduziert durch den Einsatz von Big Data die Kosten, ein Drittel hat  nicht nur seinen Umsatz gesteigert, sondern zudem neue Geschäftsmodelle entwickelt. Unterschiede zeigen sich bei den Branchen: Während der Handel vor allem darauf setzt, über Big-Data-Projekte die Kundenwünsche besser verstehen und antizipieren zu können und dadurch seinen Umsatz  zu erhöhen, stehen bei der Industrie sinkende Kosten sowie eine bessere Prozesssteuerung und in der Finanzbranche neue Produktideen im Fokus.

Herausforderungen: Datenschutz und Fachpersonal

Befragt nach den Hürden für den Einsatz von Big Data, nennt die Hälfte der Unternehmen Datenschutz und Datensicherheit. Ersteres gewinnt umso mehr an Bedeutung, je stärker der Kunde in den Fokus rückt – geht es hier doch um Rechtssicherheit, Privatsphäre, informationelle Selbstbestimmung und letztendlich auch um das Vertrauen des Kunden zum Unternehmen. Datensicherheit betrifft zudem auch den Betrieb selbst und dessen unternehmenskritische Informationen. Ein weiteres großes Problem, ebenfalls von rund 50 Prozent der Befragten angeführt: fehlendes fachliches oder technisches Know-how zur Umsetzung von Big-Data-Projekten. Das bezieht sich nicht nur auf fehlendes Fachpersonal in den Unternehmen, sondern auch auf den Mangel an qualifizierten Experten auf dem Arbeitsmarkt.

Zögerlicher Einsatz von modernen Big-Data-Lösungen

Bei den Technologien zur Datenanalyse setzen die befragten Unternehmen noch hauptsächlich auf Standard-Lösungen für Business Intelligence, relationale Datenbanken und Datenintegration. Das spiegelt sich auch in den verwendeten Daten wider, die zu zwei Dritteln aus Transaktionssystemen stammen. Der Blick in die Zukunft zeigt jedoch eine steigende Nachfrage etwa nach NoSQL-Datenbanken oder einem Hadoop-Ökosystem, um unstrukturierte Daten auszuwerten oder nach Streaming-Systemen, um die Analysegeschwindigkeit zu erhöhen. Auch Predictive Analytics für bessere Vorhersagen haben die Unternehmen auf dem Radar. Dementsprechend sind zukünftig auch Social-Media- oder Clickstream-Daten vermehrt gefragt.

Skepsis beim Thema Cloud

Bei der Frage, welche Technologie sie in der Cloud betreiben würden, herrscht allerdings noch große Skepsis: Nur ein Bruchteil der Anwendungen wird aktuell aus der Cloud bezogen und lediglich ein Drittel der Befragten hält eine Migration von Technologien in die Cloud für vorstellbar. Für jedes zweite Unternehmen ist die Cloud keine Alternative – dabei können Cloud und Mittelstand eine erfolgversprechende Kombination sein.

Investitionen in Big-Data-Projekte

Für Big-Data-Projekte hat etwa die Hälfte der Unternehmen das Budget für IT-Lösungen aufgestockt und das Personal weitergebildet, aber auch neue Stellen zu schaffen war für 30 Prozent der Befragten mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ein Viertel der befragten Unternehmen investiert zudem in externe technische und fachliche Beratung. Das Geld stammt häufig aus dem IT-Budget.

Empfehlungen

Aus den Erkenntnissen leiten die Macher der Studie einige Handlungsempfehlungen ab: Unternehmen sollten vor allem …

  • sofort mit ihren Big-Data-Initiativen beginnen, denn die Studie zeige sowohl die zahlreichen Anwendungsszenarien als auch den hohen Nutzen
  • Freiräume für ihre Mitarbeiter schaffen, um Einsatzmöglichkeiten zu testen und Vorschläge zu entwickeln
  • die Fachbereiche als Treiber für Big Data gewinnen
  • mit interner Weiterbildung beginnen und den Arbeitsmarkt nach Fachpersonal sondieren

Weiterführende Links:

(*) Methodik der Studie

An der Online-Umfrage nahmen zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 weltweit 559 Unternehmen aus verschiedensten Branchen teil. Zwei Drittel stammen aus der DACH-Region oder aus Nordamerika; mit knapp 40 Prozent stellt der Mittelstand (250 bis 5.000 Mitarbeiter) den Löwenanteil.

(**) Über das BARC

Das Business Application Research Center (BARC) ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für Unternehmenssoftware mit Fokus auf die Bereiche Business Intelligence/Analytics, Datenmanagement, Enterprise Content Management, Customer Relationship Management und Enterprise Ressource Planning.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Digitales-Wirtschaftswunder.de, dem Themenblog der QSC AG

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