Welche Digitalisierungsstrategien verfolgen die Unternehmen?

Titelbild der Studie „Familienunternehmen im digitalen Wandel“. Computer stehen auf dem Tisch. Zwei Menschen entwickeln eine Strategie auf dem Papier.

Titelbild der Studie „Familienunternehmen im digitalen Wandel“. Computer stehen auf dem Tisch. Zwei Menschen entwickeln eine Strategie auf dem Papier.

Serie Studie Digitalisierung (3/3) – Exklusiv berichtet Digitales-Wirtschaftswunder.de über die erste deutsche Marktstudie von Crisp Research und QSC zur Digitalisierung in mittelständischen Familienunternehmen. Lesen Sie im finalen Beitrag unserer Serie, welche Strategien die Unternehmen verfolgen.

Die Umfrage hat bereits gezeigt: Die digitale Transformation ist für Unternehmen ein Mittel, um betriebswirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Gerade die Familienunternehmen stechen aus der Gruppe der befragten Firmen zwischen 200 und 5.000 Mitarbeitern heraus: Ihre Vorstellungen von der Digitalisierung sind konkreter, ihre Erwartungen an den damit verbundenen Umsatz höher. Welche Strategien verfolgen Unternehmen, um Produkte und Services zu digitalisieren?

Update, Umbau oder Neuentwicklung

Fest steht: Die Nachfrage nach rein analogen Produkten und Dienstleistungen sinkt. Der Markt verlangt nach smarten Services und smarten Produkten. Alle Unternehmen – egal ob groß oder klein – stehen in der Verantwortung, zu evaluieren, wie sich ihr Portfolio digitalisieren und gegebenenfalls auch verändern lässt. Die Crisp-Experten sehen drei Strategien:

  • Upgrade oder Update bestehender Produkte: Die Unternehmen modernisieren ihr Portfolio mit digitalen Funktionen. Ein Beispiel: Eine Firma, die Türschlösser baut, macht ihre Produkte intelligent. Über eine App lassen sich Türen zukünftig ent- und verriegeln.
  • Umbau des Portfolios: Firmen und Betriebe integrieren digitale Lösungen in das eigene Angebot. Bankkunden etwa legen immer weniger Wert auf persönliche Beratung in der Filiale. Was früher vor Ort zu erledigen war, lässt sich mit digitalen Kundenservices heute auch online regeln.
  • Entwicklung komplett neuer Geschäftsmodelle: Die dritte Strategie zielt darauf ab, neue digitale Geschäfts- und Servicemodelle zu entwickeln. Heißt konkret: Wer bislang physische Produkte angeboten hat, steigt beispielsweise in den IT-Markt ein, um Softwareservices zu verkaufen.

 

Zwei Kreisdiagramme aus der Studie zeigen, welche Strategien Familienunternehmen und andere Unternehmen verfolgen. Die Top-Werte: 54,3 Prozent der Familienunternehmen möchten ihr Portfolio umbauen. 50,8 Prozent der anderen Unternehmen sehen ein Upgrade oder Update ihrer bestehenden Produkte vor.

Welche Strategie verfolgen die Unternehmen hinsichtlich der Digitalisierung ihres Produkt-Portfolios?

 

Je nach Hintergrund verfolgen die Unternehmen unterschiedliche Strategien. Während mit 54,3 Prozent mehr als die Hälfte der Firmen in Familienhand das eigene Angebot umbaut, setzen 50,8 Prozent der großen und mittelständischen Unternehmen auf Upgrades und Updates ihrer Produkte. Crisp Research schlussfolgert: „Familienunternehmen bilden sich meist auf Grundlage einer innovativen Technologie, also einem Nischenprodukt, das ihnen den Erfolg einbringt. Somit fokussieren sie sich mehr als andere Unternehmen auf ihr Kerngeschäft und auf ihre Kern-Produktpalette.“

 

Umsätze mit digitalisierten Produkten und Geschäftsfeldern

Prognostizieren die Unternehmen den Umsatzanteil, den digitale Produkte und Geschäftsfelder im Jahr 2020 bei ihnen generieren sollen, zeigt sich ein sehr harmonisches Bild: Fast jedes zweite Unternehmen nimmt an, den entsprechenden Umsatzanteil innerhalb der nächsten vier Jahre auf fünf bis zehn Prozent zu steigern. Im Gegensatz zur anderen Hälfte aller Firmen und Betriebe erscheint diese Prognose noch zürückhaltend. Denn: 51 Prozent der Unternehmen in Familienhand und 46,1 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen erwarten einen Anteil in Höhe von elf bis 50 Prozent. Für die Crisp-Experten steht fest: Die Befragten gehen von grundlegenden und tief greifenden Umstrukturierungen des eigenen Portfolios aus.

 

Eine Illustration aus der Studie. Die Ergebnisse von Familienunternehmen und anderen Unternehmen weichen kaum voneinander ab. Die Top-Werte: Im Jahr 2020 erwarten 15,2 Prozent der Familienunternehmen und 15,9 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen einen Umsatzanteil von 21 bis 50 Prozent mit digitalisierten Produkten und Services.

Die Höhe der prognostizierten Umsatzanteile lässt laut Crisp Research grundlegende Umstrukturierungen erwarten.

IT-Abteilung und Chefetage als Treiber der Entwicklung

Wer aber ist die treibende Kraft hinter den Digitalisierungsaktivitäten im Unternehmen? Wer erweckt Strategien zum Leben und setzt Maßnahmen auch konkret um? Wer macht die Chancen der digitalen Transformation auch zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur? Mit anderen Worten: Wer trägt die Verantwortung? Es scheint so, als wären IT-Abteilungen und Geschäftsführung gleichermaßen in der Pflicht.

 

Eine Illustration aus der Studie zeigt, wo Unternehmen die treibenden Kräfte hinter den Digitalisierungsaktivitäten sehen. Die Werte: Die IT-Abteilung gilt für 39,1 Prozent der Familienunternehmen und 51,5 Prozent der anderen Unternehmen als Treiber. Geschäftsführung und Vorstand liegen mit 20 bzw. 23,5 Prozent auf dem zweiten Platz.

Geschäftsführung und IT-Abteilung gelten als die treibenden Kräfte bei der Digitalisierung.

 

Die Unternehmen in Familienhand sehen ihre IT-Abteilung in der Verantwortung. 39,1 Prozent verorten hier die Mannschaft, die auf der Digitalisierungsreise Tempo und Richtung vorgibt. Auch bei den mittleren und großen Firmen fällt der Blick zuerst auf die eigene IT-Division, um neue Systeme einzusetzen oder bestehende Infrastrukturen umzubauen. Aber klar ist: Die digitale Transformation ist nicht nur eine vornehmlich technologische Herausforderung.

Da der digitale Wandel ein übergreifendes Thema ist, sind klare Vorgaben und klare Ziele nötig, um alle Mitarbeiter zur aktiven Gestaltung aufzufordern – Vorgaben und Ziele, die nur die strategischen Unternehmenslenker über Abteilungen hinweg setzen können. So sehen 20 Prozent der Befragten aus Unternehmen im Familienbesitz ihr Top-Management am Zug. In den anderen Firmen blicken 23,5 Prozent auf die Büros von Vorstand und Geschäftsführung.

IT-Dienstleister: Zentrale Partner auf der Digitalisierungsreise

Genauso wenig, wie die digitale Transformation als rein technische Herausforderung für die IT-Abteilung gelten kann, ist sie eine, die die befragten Unternehmen alleine schultern können. Wer die Ziele der eigenen Digitalisierungsreise nur mit Bordmitteln erreichen möchte, läuft Gefahr, vom Erfolgskurs abzukommen. Gut, wer sich Wissens- und Sparringspartner zur Seite nimmt.

 

Eine Balkengrafik aus der Studie. Welche Stakeholder sind für die Befragten die wichtigsten Wissen- und Sparringspartner, um die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben? 67,7 Prozent der Familienunternehmen und 73,5 Prozent der anderen Unternehmen betrachten IT-Lösungsanbieter und Dienstleister als ihre wichtigsten Verbündeten.

IT-Lösungsanbieter und -Dienstleister sind die Leuchttürme auf der Digitalisierungsreise.

 

IT-Lösungsanbieter und -Dienstleister sind für die überwiegende Mehrheit die zentralen Partner, um die digitale Transformation im eigenen Betrieb erfolgreich zu realisieren. 67,7 Prozent der Familienfirmen und sogar 73,5 Prozent der großen und mittleren Betriebe betrachten sie als ihre wichtigsten Wissens- und Sparringspartner.

Für Crisp Research steht fest: „IT-Lösungsanbieter und Dienstleister nehmen ganz klar während der digitalen Transformation eine Sonderstellung ein. […] Dies ist darauf zurückzuführen, dass digitale Technologien sowie Cloud Computing neue Formen der IT-Infrastruktur und Vernetzung innerhalb des Unternehmens möglich machen und somit von IT-Dienstleistern bereitgestellt werden müssen.“

 

Weitere Artikel zur Studie:

 

Über die Studie „Familienunternehmen im digitalen Wandel“

Um die Frage zu beantworten, wie Familienunternehmen im Gegensatz zu anderen mittelständischen und großen Unternehmen den digitalen Wandel angehen, hat das renommierte Analystenhaus Crisp Research in Kooperation mit QSC eine empirische Studie durchgeführt. Crisp Research befragte 173 Unternehmen im gehobenen Mittelstand mit Belegschaften von 200 bis 5.000 Mitarbeitern. 60 Prozent davon sind klassische Familienunternehmen nach Eigentümerstruktur, Führung oder Tradition.

Die Studie zeichnet ein aussagekräftiges Bild der Digitalisierung in Familienunternehmen und ermöglicht den fundierten Vergleich zum übrigen Mittelstand. Die meisten Befragten gehören zu den Schlüsselentscheidern für die digitale Transformation: CIOs, Leiter Rechenzentrum und ihre noch etwas exotischen Kollegen, die CDOs/Chief Digital Officers, sowie Strategieexperten und Geschäftsführer.

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