Virtual Desktop: Wachablösung am Arbeitsplatz

Arbeitsplatz mit einem PC und einem Tablet.

Titelbild: © scyther5/Shutterstock.com

Sind klassische Arbeitsplatzrechner – „Fat Clients“ – ein Auslaufmodell? Geringere Kosten und einfache Administration sprechen für den Siegeszug von Virtual Desktops. Wer sie nutzen will, benötigt dafür entweder eine eigene Virtual Desktop Infrastructure – oder lagert die Desktop-Landschaft aus.

Wachablösung am Arbeitsplatz: Die Zeit des „Fat Clients“, also des klassischen Desktops mit Betriebssystem und vorinstallierter Software, könnte sich bald ihrem Ende zuneigen. Die Zukunft gehört virtualisierten Desktops, die ihre komplette Arbeitsumgebung – vom Betriebssystem über Anwendungen bis hin zu Daten – von einem Zentralrechner im eigenen Netzwerk beziehen, also aus einer Private Cloud. Um klassische, stationäre PCs durch virtualisierte Desktops abzulösen, also Anwendungen und Daten auf verschiedenen Endgeräten zur Verfügung zu stellen, haben Unternehmen zwei Möglichkeiten: Sie bauen eine eigene Virtual Desktop Infrastructure (VDI) auf oder lagern die Desktop-Landschaft an einen Service Provider aus.

Vorteile für IT-Abteilungen und Nutzer

Von der Modifizierung der Desktop-Landschaft profitiert etwa die IT-Abteilung. Wer physische auf virtuelle Maschinen verlagert, kann die Rechner von einem zentralen Server aus administrieren. So hat der Administrator Fernzugriff auf alle Rechner und kann zum Beispiel jederzeit Einstellungen ändern oder Updates und Sicherheits-Patches in einem Schritt im gesamten Unternehmen ausrollen. Thin Clients für neue Mitarbeiter oder kurzfristig anstehende Projekte lassen sich innerhalb kürzester Zeit bereitstellen.

Über die Dauer ihrer Nutzung sinken der Zeit- und Finanzaufwand für die Pflege der virtuellen Desktops. Weiterer positiver Effekt der Virtualisierung auf die Kosten: Der Stromverbrauch reduziert sich im Vergleich zum Einsatz von „Fat Clients“ deutlich. Dass es aus ökonomischen Gründen sinnvoll ist, die bisherige Infrastruktur zu überdenken, zeigt auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik im Auftrag des deutschen Thin-Client-Herstellers IGEL. Demnach sinken bei 100 Arbeitsplätzen die Kosten pro Arbeitsplatz über deren kompletten Lebenszyklus gerechnet um 1008 EUR, wenn anstatt eines neu angeschafften Desktops ein so genannter Thin Client zum Einsatz kommt. Neben den Betriebskosten sinkt auch die Umweltbelastung. Vorteile, die anfängliche Investitionen im Laufe der Zeit kompensieren können.

Darüber hinaus können die Nutzer flexibler arbeiten – und das ist laut aktueller Studien auch ganz in ihrem Sinn. So erwartet laut der internationalen „Future Workforce Study“ von Dell und Intel mehr als die Hälfte der Angestellten, in spätestens fünf Jahren in einem „smarten“ Arbeitsumfeld zu arbeiten, das deutlich mobiler und flexibler als heute ist. Virtualisierte Desktops sind ein Schritt in diese Richtung, denn Mitarbeiter erreichen damit orts- und endgeräteunabhängig ihre persönliche Arbeitsumgebung mit allen individuellen Einstellungen: Über klassische Desktop-PCs, Smartphones, Tablets oder Laptops – in der Firmenzentrale, unterwegs oder aus dem Homeoffice.

Firmen benötigen geeignete Virtual Desktop Infrastructure

Über eine solche Virtual Desktop Infrastructure (VDI) lassen sich virtuelle Clients aus dem Rechenzentrum zentral und in verschiedenen Varianten bereitstellen. In Frage kommt etwa der Aufbau mithilfe der hauseigenen IT, wodurch allerdings auch die Anforderungen an das Server-Backend und die Netzwerkinfrastruktur steigen. Genügen diese Komponenten den gestiegenen Ansprüchen? Die eigene IT-Infrastruktur muss hochverfügbar und redundant sein, um Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Denn fällt der zentrale Server aus, ist für sämtliche Mitarbeiter der Zugriff auf alle Daten und Anwendungen des Unternehmens nicht möglich – und die Arbeit liegt auf Eis.

Make or buy: Sind Service-Provider die bessere Wahl?

Unterdessen entscheiden sich immer mehr Unternehmen dafür, ihre virtuellen Desktops nicht mehr auf eigenen Servern zu betreiben, sondern – in Teilen oder komplett – in die Cloud auszulagern. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC aus Juni 2016 will jeder dritte mittelständische Betrieb in den kommenden zwölf Monaten virtuelle IT-Arbeitsplätze zu einem Service Provider in die Public Cloud verlagern. Hauptgrund: Besagte Service Provider verfügen über geeignete IT-Infrastruktur – gerade für kleine und mittelständische Betriebe. Allerdings sollten diese das notwendige Serviceportfolio und die faktische Ausfallsicherheit vertraglich zusichern und die in Deutschland und der EU gültigen Datenschutzbestimmungen erfüllen. Sichergestellt ist das in der Regel bei Anbietern, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Wichtig bei der Wahl eines Dienstleisters ist auch dessen IT-Sicherheitsmanagement. Ein grundsätzliches Qualitätsmerkmal für die Auswahl des Providers sind ISO-Zertifizierungen (zum Beispiel ISO 27001). Bei regelmäßig wiederholten Audits durch unabhängige Prüfungsorganisationen muss der Anbieter dabei hohe Sicherheitsstandards nachweisen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Digitales-Wirtschaftswunder.de, dem Themenblog der QSC AG

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