QSC-Aktie: Sieben Prozent Kursplus im dritten Quartal

Zwar startete die QSC-Aktie anders als die Leitindizes DAX und TecDAX mit einem Kursrückgang von 19 Prozent sehr schwach in das laufende Jahr. Ab dem zweiten Quartal änderte sich aber die Situation. Der Kurs unserer Aktie stieg bis Ende Juni um zwölf Prozent und im nun abgelaufenen Quartal um weitere sieben Prozent. Die Lücke zum DAX und allen voran zum TecDAX, der von Rekord zu Rekord eilt, konnte unsere Aktie damit trotzdem nicht schließen. Sie schnitt aber zum zweiten Mal in Folge auf Quartalssicht besser ab als der DAX. Dieser gewann im abgelaufenen Quartal vier Prozent hinzu.

Der Kursverlauf der QSC-Aktie – im Vergleich zu den Entwicklungen von DAX und TecDAX: Neue Chancen im TK-Geschäft mit Firmenkunden geben im dritten Quartal 2017 Auftrieb.

Neue Chancen im TK-Geschäft geben QSC-Aktie Auftrieb

Der Kursverlauf der QSC-Aktie spiegelt die ambivalente Haltung vieler Investoren wider. Sie sehen die Fortschritte beim Umbau von QSC, die Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft sowie die Erfolge im TK-Geschäft mit Firmenkunden durchaus positiv. Die Entwicklung des Gesamtumsatzes ist für sie aber weiterhin enttäuschend. Dies änderte sich auch nicht mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 7. August 2017: Bei steigendem Gewinn und Free Cashflow blieb der Umsatz unter dem Niveau des Vorquartals und des Vorjahres.

Eine Besserung im Sentiment zeigte sich jedoch im September. Auslöser war die Meldung über die Ausgliederung der QSC-TK-Aktivitäten in eine eigenständige Tochtergesellschaft. Die neue Struktur soll insbesondere das Eingehen von Kooperationen und Beteiligungen erleichtern und die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle mit Partnern beschleunigen.

Die fünf Analysten, die QSC derzeit regelmäßig beobachten, sehen die Fortschritte im TK-Geschäft und anderen zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern positiv und empfehlen auch daher unisono, die QSC-Aktie zu halten. Ihre Kursziele bewegen sich zwischen 1,80 Euro und 1,95 Euro. Der Titel der jüngsten Veröffentlichung der Commerzbank zur QSC-Aktie, „The top-line turnaround is taking time“, verdeutlicht die entscheidende Voraussetzung für höhere Kursziele und eine Heraufstufung der Aktie: eine positivere Entwicklung des Gesamtumsatzes in den kommenden Quartalen. Bei Margen und beim Free Cashflow, so die Commerzbank, befinde sich QSC bereits auf Kurs.

Hohes Interesse nicht nur bei Roadshows

Die Chancen in den zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern Cloud, Consulting und TK für Firmenkunden sowie der laufende Umbau prägen auch die Gespräche mit Investoren. Im abgelaufenen Quartal standen Vorstand und Investor Relations Fondsmanagern aus ganz Europa in Einzel- und Gruppengesprächen Rede und Antwort, unter anderem bei der TMT-Konferenz der Commerzbank sowie bei der 6. German Corporate Conference von Berenberg und Goldman Sachs. Auch unabhängig von solchen Events besteht ein hohes Interesse an Informationen aus erster Hand.

Das gilt auch für Privatanleger. Sie bilden zurzeit das Rückgrat der Aktionärsstruktur und hielten zum 30. September 69 Prozent des Streubesitzes; 31 Prozent entfielen auf institutionelle Investoren. Insgesamt verteilte sich der Streubesitz von 75 Prozent der Aktien zum 30. September 2017 auf 29.571 Eigentümer. Größte Anteilseigner waren unverändert die beiden QSC-Gründer Gerd Eickers und Dr. Bernd Schlobohm.

 

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  • Bernd Schleh sagt:

    Guten Tag!
    Ehrlich gesagt, so ein Statement zur Kursentwicklung wäre mir persönlich sehr peinlich.
    Man kann eigentlich kurstechnisch keinen Erfolg vermelden. Und das seit nunmehr rund 10 Jahren.
    99% der restlichen Aktien (außer Pleitekandidaten) performten in diesem Zeitraum eher überdurchschnittlich gut.
    Ehrlich gesagt fühle ich mich als Langzeitinvestierter hinsichtlich ihrer seit Jahren angekündigten, positiven Entwicklung komplett verarscht. Ihre Aussagen und die tatsächliche Entwicklung passen nicht zusammen.
    Und noch eine Frage zum Schluss. Wie gedenkt man das 150 Mio Darlehen zurück zu zahlen?
    Die Umsatz- u. Gewinnerwartungen lassen mich da nichts Gutes ahnen.

    • Arne Thull
      Arne Thull sagt:

      Sehr geehrter Herr Schleh,

      die Enttäuschung über den Kursverlauf angesichts der Rekordjagd an den deutschen Börsen kann ich nachvollziehen; andere Aussagen teile ich dagegen nicht. QSC hat Anfang 2015 einen weitreichenden Umbau der Organisation begonnen und beginnt nun, die Früchte dieser Anstrengungen zu ernten: Der Umsatz in unserem jüngsten Segment Cloud wächst und die Ertrags- sowie Finanzkraft steigen. Diese positiven Entwicklungen haben wir angekündigt und diese positiven Entwicklungen treten ein. Aus Sicht des Kapitalmarkts fehlt aber noch der Turnaround beim Gesamtumsatz – genau diesen Punkt thematisiert der Blogbeitrag.

      Bleibt die Frage nach der Finanzierung. QSC hat immer wieder erklärt, dass das Unternehmen solide finanziert ist. Wir haben in der Tat 2014 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio. € aufgenommen; nach der vorzeitigen Rückzahlung von insgesamt 15 Mio. € stehen zum 30. Juni 2017 nur noch 135 Mio. € in den Büchern. Demgegenüber stand zu diesem Zeitpunkt eine Liquidität in Höhe von rund 55 Mio. €, ein nachhaltig positiver Free Cashflow sowie eine derzeit kaum genutzte Finanzierungslinie in Höhe von 70 Mio. €. Das sind die Fakten, die aus meiner Sicht keinen Raum für Spekulationen lassen.

      Viele Grüße aus Köln
      Arne Thull

  • C. Sommer sagt:

    Sehr geehrter Herr Thull,

    immer wieder das perfekte Händchen fürs Fettnäpfchen: Am 16.10. unterschreitet Kempten die 5% Schwelle, am 23.10. wird dies veröffentlicht. Weitere Reduzierungen und damit verbundene Kursverluste sind zu erwarten. Und am 26.10. schreiben Sie „QSC-Aktie: Sieben Prozent Kursplus im dritten Quartal“

    Ganz ehrliche Frage: Wollen Sie uns Aktionäre verarschen? Was soll dieses ständige Geschreibe über die Kursentwicklung? Jeder leidgeprüfte Aktionär kann und wird den Kursverlauf selbst verfolgen und bekommt selbst mit, wie sich der offensichtliche Stillstand im Unternehmen (substanzhaltige Meldungen gibt es schon lange nicht mehr) auf den Aktienkurs auswirkt.

    Sie schreiben „Hohes Interesse nicht nur bei Roadshows“. Ist das Ausscheiden von Kempten nun als Zeichen dieses Interesses zu werten? Wie kann man nach einem Ausstieg eines so großen Fonds von Interesse schreiben? Ich werte diesen Ausstieg und die ganze Kursentwicklung als absolutes Desinteresse an QSC!

    Überdenken Sie bitte mal Ihre Arbeit und unterlassen Sie Tätigkeiten, die absolut unnötig sind, z.B. das Schreiben solcher Blogbeiträge. Vielen Dank!

    mit freundlichen Grüße
    C.Sommer

    • Arne Thull
      Arne Thull sagt:

      Sehr geehrter Herr Sommer,

      QSC informiert seit vielen Jahren regelmäßig über die jüngste Kursentwicklung; früher im Rahmen der Quartalsberichte, heute im Rahmen dieses Blogs. Jeder Beitrag beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Ereignissen des abgelaufenen Quartals; in diesem Fall also der Monate Juli bis September 2017. Selbstverständlich werde ich im nächsten Blogbeitrag auf die Mitteilung von Kempen Capital Management über das Unterschreiten der 5-Prozent-Schwelle eingehen. Stand heute bleibt Kempen auch danach der größte institutionelle Investor; in der Stimmrechtsmitteilung wird ein Anteil von 4,93% genannt.

      Unabhängig davon gibt der Blogbeitrag ein Stimmungsbild institutioneller Anleger wider: Auf den jüngsten Kapitalmarktkonferenzen war die Agenda durchweg gefüllt mit Gesprächen mit Small- und Mid-Cap-Spezialisten sowie Fondsmanagern führender europäischer Häuser. Sie alle kannten die Fortschritte von QSC auf der Ertrags- und Finanzseite und stellten nun schwerpunktmäßig Fragen zur künftigen Umsatzentwicklung. Aus meiner Sicht ist diese ambivalente Haltung für alle QSC-Aktionäre von Interesse.

      Viele Grüße
      Arne Thull

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