d.quark 5: Man denkt nur mit den Händen gut

Building business. Concept image of developing growth strategy. Bild: @ istock.com / tadamichi

Bild: @ istock.com / tadamichi

Früher war die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder Produkte Aufgabe einiger weniger Vordenker. Heute, in Zeiten der Digitalen Transformation, ist Business Development eine Aufgabe, die auf komplexe und detaillierte Pläne verzichtet und stattdessen auf Spiel, Spaß und Experimentierfreude setzt.

Ein Kind klettert auf einen Baum. Es weiß, wo es hin will: in den Wipfel. Einen Plan, wie es am besten dorthin kommt, hat es nicht. Also klettert es einfach los. Am Anfang, bei den dicken Ästen, geht es ganz leicht. Dann werden die Äste dünner und brüchiger. Das Kind testet sie vorsichtig mit dem Fuß. Manche Äste brechen ab, andere sind zu biegsam, um einen sicheren Tritt zu bieten. Kurz: Das Kind muss Umwege in Kauf nehmen, um ganz nach oben zu gelangen. Letztlich aber  – und das ist entscheidend – findet es den Weg in den Wipfel.

Frage: Wäre das Kind schneller oben gewesen, wenn es einen Plan gehabt hätte? Andere Frage: Hätte es überhaupt einen Plan haben können?

 

Business Development im Wandel der Zeit

Es gab Zeiten, da war das „Business Development“ das Ressort der Vordenker und Großstrategen. Wenn es zum Beispiel galt, eine neue Produktlinie zu ersinnen, dann wusste der Produktmanager, was zu tun ist. Das war sein Selbstverständnis. Allenfalls befragte er vielleicht noch die Marktforschung oder spiegelte seine Ideen mit der Chefetage.

Im Zeitalter der Digitalisierung ist dieses Vorgehen zum Scheitern verurteilt. Technologien und Trends verändern sich heutzutage so schnell, das es selbst dem weitsichtigsten Business-Development-Manager beim Blick in die Zukunft so ergeht wie dem Kind, das in den Baum schaut: Es gibt so unendlich viele Äste, dass es den Weg von unten unmöglich abschätzen und festlegen kann.

Was ist die Alternative? Noch mal kurz zur Erinnerung: In unserer kleinen Blog-Reihe geht es um d.quarks, also um Elementarteilchen für den digitalen Wandel von Unternehmen. Das fünfte dieser d.quarks heißt „Digital Business Development“ und wir definieren es wie folgt: ein digitales Geschäftsmodell entwickelt man am besten, indem man sich Zeit nimmt, indem man spielt, etwas ausprobiert – und sich nicht reinreden lässt von denen, die einen fertigen Plan auf den Tisch legen.

 

Digitale Geschäftsentwicklung: Spiel- und Experimentierfreude gefragt

Digitale Geschäftsentwicklung bedeutet, sich erst einmal das sokratische Erkenntnis einzugestehen: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Ich kenne den Weg nicht und manchmal nicht einmal das Ziel. Und ich gehe trotzdem los, Schritt für Schritt. Ich muss viele kleine Fehler in Kauf nehmen, aus ihnen lernen und damit die großen Fehler vermeiden. Ein digitales Geschäftsmodell entsteht nicht durch einen großen Wurf, sondern durch einen iterativen und explorativen Prozess. Etwas weniger hochtrabend ausgedrückt: Versuch und Irrtum.

Dabei ergeben sich zwangsläufig Überlappungen mit anderen d.quarks, die wir entweder schon vorgestellt haben oder die Gegenstand weiterer Blog-Artikel sein werden. Ein Beispiel ist das d.quark „Agile Collaboration“, das besagt: Starre Einheiten werden durch multidisziplinäre Teams ersetzt, in denen die unterschiedlichsten Talente und Kompetenzen zusammenfinden. Für kaum ein Ressort gilt diese Maxime so sehr wie für das „Business Development“, das sich nach allen Seiten öffnen muss – also nicht nur intern gegenüber anderen Abteilungen wie Forschung, IT oder Vertrieb, sondern auch nach draußen – vor allem gegenüber dem Kunden. Denn auch das ist ein existenzieller Bestandteil moderner Geschäftsentwicklung: Jede Neuerung geht vom Kunden aus.

Ein weiteres, eng mit dem „Digital Business Development“ verknüpftes d.quark ist das „Workplace Design“. Denn ein Unternehmen, das offene Denk- und Entwicklungsprozesse ermöglichen will, muss Räume kreieren, in denen sich diese Arbeitsweisen entfalten können. Der digitale Arbeitsplatz ist ein Ort, von dem folgende Botschaft ausgeht: Hier ist alles möglich, probiert es einfach auch. Entwerft keine theoretischen, komplexen, bis ins Detail durchdachten Pläne, sondern schafft mit wenig Aufwand etwas „Greifbares“, und dann schauen wir, ob es funktioniert. Man könnte es auch so ausdrücken: Nur mit den Händen denkt man wirklich gut.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Digitales-Wirtschaftswunder.de, dem Themenblog der QSC AG

 

 

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