Die Blockchain-Technologie verbessert IoT-Security

Bild:Westend61 / Getty Images

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Wie wichtig Cybersecurity im Internet der Dinge ist, zeigt sich immer wieder an Schwachstellen, die bei IoT-Geräten auftauchen. So demonstrierte Mathias Dalheimer vom Chaos Computer Club (CCC) auf dem Jahreskongress Ende  2017 in Leipzig, dass die Smartcards für Elektroauto-Ladesäulen sehr einfach zu hacken sind. Auch die Säulen selbst sind nur unzureichend gesichert, wie der Sicherheitsforscher herausfand. So ist es Dalheimer innerhalb weniger Minuten gelungen, alle in einer Ladestation gespeicherten Daten auszulesen, darunter auch Informationen über die zuletzt verwendeten Ladekarten. Der beinahe kinderleichte Angriff zeigt, dass die Hersteller von Ladesäulen erheblichen Nachholbedarf bei der Sicherheit ihrer Geräte haben.

Doch solche IT-Schwachstellen betreffen nicht nur die Besitzer von Elektroautos. Ganz generell entwickelt sich die Automobilität zu einem Teil des Internets der Dinge. Vor allem die Modelle ab der mittleren Oberklasse sind heute mit ausgefeilten Sensoren, Bordcomputern und Software ausgerüstet. Darüber hinaus bieten viele Hersteller Entertainment-Systeme an, die via Mobilfunk mit Cloudservices verbunden sind, beispielsweise um Musik ins Auto zu übertragen. Auch hier ist Security entscheidend:  Zum einen, damit die persönlichen Daten der Wagenbesitzer geschützt sind. Zum anderen aber auch, damit etwa bei Modellen, die sich über eine App öffnen lassen, auch nur der Zutritt zum Fahrzeug erhält, der dazu auch berechtigt ist – und kein Hacker.

 

„Security by Design“ sollte auch bei Autos der Standard sein

„Traditionell fokussieren sich Automobilhersteller auf sicheres Fahren. Security war bislang kaum ein Thema“, sagt Christian Seider, Vice President Automotive und Discrete Manufacturing bei NTT DATA im Fachmagazin „Security Insider“. „An dieser Stelle sollten sich Automobilhersteller künftig nicht nur an den bewährten Verfahren und technologischen Herangehensweisen aus der IT-Branche orientieren. Sondern sie sollten auch direkt Security-Spezialisten während der Planung neuer Fahrzeuge mit an Bord holen.“ Das Stichwort lautet „Security by Design“ und meint, Risiken für die Cybersecurity bereits dann zu berücksichtigen, wenn Hersteller neue vernetzte Geräte oder Maschinen entwickeln und designen. Eine Lösung dafür liefert auch hier die Blockchain, eine komplexe, verteilt gespeicherte Datenbanktechnologie. Informationen sind miteinander verkettet, lassen sich so nicht nur besonders fälschungssicher speichern, sondern auch transparent: Alle Bearbeitungsschritte, wie auch Manipulationen Dritter, sind nachvollziehbar.

 

Blockchain-Technologien verbessern die IoT-Security

Xage Security hat eine industrietaugliche Blockchain-Lösung entwickelt, die für mehr Sicherheit im Internet der Dinge sorgen soll. Nach einem Bericht des Fachmediums „Industry of Things“ hat das Start-up mehrere Sicherheitstechnologien zu einem sogenannten „Security Fabric“ zusammengefügt, das sich auf Gateways und Endpunkten installieren lässt. Der Vorteil: Je mehr Geräte vernetzt sind, desto sicherer ist der Verbund – dank Blockchain. Jeder Knoten im Industrienetzwerk enthält eine vollständige Kopie aller Daten. Manipulationsversuche an einem Knoten fallen sofort auf. Einen weiteren Ansatz, mit Hilfe eines Blockchain-Frameworks die Cybersicherheit von vernetzten Objekten zu verbessern, verfolgen die Digitalberatung Sopra Steria und die gemeinnützige Krypto-Stiftung IOTA. Gemeinsam mit Kunden haben beide eine neue Sicherheitslösung entwickelt, die auf die Anforderungen von Industrieunternehmen abgestimmt ist.

Der Digitalverband Eco schätzt, dass 2018 das erste echte Blockchain-Jahr wird. Vor allem in den Bereichen Smart Home, Smart City und Industrial-IoT wird die Datenmenge exponentiell wachsen, prognostiziert der Verband. Das stellt Unternehmen und öffentliche Institutionen vor große Herausforderungen. „Mithilfe von Blockchain-Technologie lassen sich diese Daten effizient und sicher verwalten und als wichtige Rohstoffe unserer digitalisierten Welt nutzen,“ sagt Stephan Zimprich, Leiter der eco-Kompetenzgruppe.

Zwar gibt es immer mehr öffentliche Blockchain-Plattformen wie Etherum, IOTA oder Hyperledger Fabric, doch der Verband geht davon aus, dass die Unternehmen zunächst auf private Blockchains setzen: Mit einem begrenzten Kreis ausgewählter Nutzer betreiben sie diese und stützen sich dabei auf öffentliche Technologien. So ist beispielsweise das Konzept der Smart Contracts zur Prozessautomatisierung bereits in Etherum integriert und kann somit leicht in IoT-Anwendungen zum Einsatz kommen. Der Eco-Verband vermutet, dass in diesem Jahr zahlreiche neue Sicherheitslösungen für das IoT auf Blockchain-Basis erprobt werden ­– Tendenz steigend.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Digitales-Wirtschaftswunder.de, dem Themenblog der QSC AG

 

 

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