Ideen-Wettbewerb um die besten IT-Innovationen bei QSC

„Innovative Business Solutions“ nennt sich die neue Unit im Geschäftsbereich „SAP Services & Consulting“ der QSC AG. Ihr Ziel: das Thema Innovationen für die IT-Kunden voranzubringen. Aufgebaut und geleitet wird der Bereich von Thorsten Raquet, der als SAP-Experte seit 2015 bei QSC in Hamburg tätig ist und dort auch das „SAP Competence Center Retail, Sales and Services“ verantwortet – und damit das Projekt-, Prozess- und Service-Management für die SAP-Handelskunden von QSC. Wir haben ihn gefragt, was er sich für das Thema Innovationen vorgenommen hat.

Innovationen. Foto: © istock.com/Peshkova.

Think outside the Box: Innovationen entstehen, wenn man über den Tellerrand des täglichen Geschäfts hinwegschaut. Foto: © istock.com / Peshkova.

 

Herr Raquet, Sie haben kürzlich auf der Handelsmesse EuroCIS gezeigt, wie eine SAP-Anwendung mit einem Sprachassistenten gesteuert werden kann. Wie haben die Messe-Gäste darauf reagiert?

Raquet: Das kam gut an, man konnte damit Daten aus SAP S4HANA oder SAP ERP abfragen. Diese Smart-Speaker-Integration haben wir über Google realisiert und sie ist eine wesentlicher Bestandteil unseres Retail Management Dashboards, das ein Team um meinen Kollegen Norman Merten kürzlich entwickelt hat.

 

Was leistet das Retail Management Dashboard?

Raquet: Bei diesem Dashboard handelt es sich um ein strukturiertes UI5-Frontend, das Handelskennzahlen auf Knopfdruck ausgibt. Die Daten bezieht es in Echtzeit aus SAP und stellt es nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch mobil am Smartphone oder Tablet jederzeit zur Verfügung.

Integriert ist eine 360-Grad-Sicht auf Kassenbestände, Kunden, Umsätze, Verfügbarkeiten von Waren und so weiter. Also auf Fragen, wie hoch der aktuelle Umsatz ist oder welche Filiale derzeit am meisten verkauft, erhalten Betriebsleiter damit umgehend eine konkrete Antwort.

 

Thorsten Raquet, QSC AG

Thorsten Raquet. Der SAP-Fachmann leitet das Innovationsmanagement im QSC-Geschäftsbereich „SAP Services & Consulting“. Foto: © QSC AG.

War das schon Ihr erster Show-Case in Ihrer neuen Rolle als Innovationsmanager? 

Raquet: Wir wollten hier tatsächlich etwas Neues zeigen und darüber mit den Messebesuchern ins Gespräch kommen. Und das hat auch bestens geklappt: Weil es ein Show-Case war und keine fertige Standardlösung, fühlten viele sich eingeladen uns schnell Feedback zu geben. Wir haben zahlreiche gute Ideen dafür erhalten, wie wir diese Lösung weiterentwickeln können.

Darüber hinaus gibt es auch schon eine konkrete Kundenanfrage von einem Unternehmen, das genau solch ein Dashboard sucht. Denn noch ist es eine Lösung, die man so nicht am Markt findet. Unsere Motivation, daraus ein komplettes Produkt zu entwickeln, ist also groß.

 

Wie kommt es, dass Sie gerade jetzt einen Innovationsprozess im Geschäftsbereich „SAP-Services & Consulting“ starten?

Raquet: Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir sehr häufig von unseren mittelständischen und größeren Kunden nach Innovationen gefragt werden. Der Innovationsdruck ist überall sehr hoch, die CIOs müssen ja die Digitalisierung ihrer Unternehmen voranbringen. Darauf muss QSC reagieren, wenn wir weiter eine Rolle in diesem für uns so wichtigen Markt des IT-Consulting spielen wollen.

Der zweite entscheidende Aspekt: Technologien entwickeln sich rasant, es gibt nichts, was man nicht digitalisieren könnte, und es stehen jede Menge technische Ansätze bereit, die man dafür nutzen kann. Doch Innovation bewegt sich immer in der Schnittmenge zwischen technisch Machbarem, Kundennutzen und Business Case. Die wesentlichen Fragen lauten: Was kann die Technologie? Was braucht der Kunde – und ist es das, was diese Technik hergibt? Und wo ist der Business Case? Also kann der Kunde zusätzlich Geld verdienen, wenn er diese Technologie einsetzt?

Das bedeutet letztlich, dass man vor allem dort mit einer Produktentwicklung ansetzen sollte, wo diese Fragen positiv beantwortet sind, die Technologie den Kundennutzen trifft und sich ein Business Case zeigen könnte. Aus diesem Grund müssen wir das Thema Innovationen jetzt deutlich systematischer angehen als bisher. Und deshalb müssen wir die Kunden in unseren Innovationsprozess einbeziehen. Mit ihnen auf Messen ins Gespräch zu kommen, ist eine der Möglichkeiten dazu.

Im Übrigen werden wir auch Forschungsarbeit jenseits konkreter Business Cases betreiben, damit wir verschiedene spannende Technologien frühzeitig kennenlernen und evaluieren können.

 

Warum spielt das Innovationsthema gerade im SAP-Umfeld so eine große Rolle?

Raquet: SAP selbst treibt Innovationen an. Das bietet tolle Chancen, etwa weil SAP uns mit ihrer eigenen Cloud-Plattform und mit Technologien wie Leonardo ein hervorragendes technologisches Umfeld bietet, mit dem wir unsere Lösungen für SAP-Kunden schnell implementieren können. Dazu zählen auch Schnittstellen, mit denen wir im SAP-Ökosystem andocken und unsere Innovationen leicht in die SAP-Welten unserer Kunden einbinden können.

Außerdem sind die Bedingungen in unserem SAP-Bereich dafür günstig: Hier arbeiten derzeit rund 250 Fachleute, die das ganze Spektrum an wesentlichen SAP-Technologien beherrschen, sei es das klassische ERP, aber auch SAP HANA, SAP S/4HANA oder Leonardo, um nur einige zu nennen.

 

Was ist mit Innovationen für andere IT-Bereiche Ihrer Kunden? Wo werden die entwickelt?

Raquet: Wir sehen das Thema Innovation als Gemeinschaftsaufgabe aller Units von QSC. Es ist ja die riesengroße Stärke von QSC, dass wir im Bereich IT-Consulting thematisch sehr breit aufgestellt sind. So erhalten unsere Kunden mit der Pure Enterprise Cloud und unserer Multi-Cloud-Expertise Lösungen für ihre Digitalisierung auf höchstem Niveau. Und das wichtige Thema Internet of Things (IoT) wird hervorragend von unseren Kollegen der QSC-Tochterfirma Q-loud abgedeckt.

Diese Vielseitigkeit ist von großem Vorteil, denn die Anfragen unserer Kunden nach innovativen Lösungen gehen natürlich weit über die SAP-Kernthemen hinaus. Die Kunden wollen ja gerade wissen, welche IoT-Tools ihre Prozesse effizienter machen können. Und es ist für sie wichtig, wie und welche Daten und Anwendungen sie in eine Cloud geben sollten – oder ob sie im Einzelfall lieber darauf verzichten sollten und sie ihre Systeme besser On premise laufen lassen.

Und dabei gibt es natürlich immer die Verbindung zum SAP-Thema: Damit der Kunde für Cloud und IoT nicht völlig neue Systeme aufbauen und managen muss, möchte er diese Anwendungen in seine schon bestehende SAP-Welt integrieren. Dafür zu sorgen, ist unsere Aufgabe als umfassender IT-Dienstleister. Und da wir in allen drei Bereichen zu Hause sind, sind wir dazu auch in der Lage.

Übrigens arbeiten wir mit unseren Kollegen aus dem Geschäftsbereich „Cloud Services“ und mit den IoT-Experten von Q-loud bei konkreten Kundenprojekten bereits seit längerem erfolgreich zusammen. Ich nenne nur mal Marc Sundermann, Waldemar Gerlach und Christian Pereira, mit denen ich in engem Austausch stehe. Im jetzt startenden Innovationsprozess werden wir ebenfalls ganz eng kooperieren.

 

Können Sie Beispiele nennen, welche Innovationen derzeit angefragt werden und wie Sie damit umgehen?

Raquet: Ein aktuelles Thema, das sehr vielen Unternehmen gerade unter den Nägeln brennt, ist die ISO-50001-Zertifizierung. Hier geht es um das nachhaltige Energiemanagement, das die Politik ihnen zur Pflicht macht und für das in vielen Unternehmen riesige Projekte anlaufen. Unsere Kunden wollen nun wissen, wie sie diese Pflicht zur regelmäßigen Kontrolle ihres Energieverbrauchs in ihre bisherigen IT-Systeme integrieren können.

Hier zahlt sich wieder das große Themenspektrum von QSC aus: Denn passenderweise arbeiten unsere IoT-Kollegen von Q-loud ebenfalls am Thema Energiewende. Sie bieten ein patentiertes Kamera-System – die EnergyCam –  an, mit dem Verbrauchsdaten aus analogen Energiezählern ausgelesen, automatisch digitalisiert und in Cloud-Plattformen zur Verfügung gestellt werden können. Gemeinsam entwickeln wir derzeit ein UI5-Dashboard, das in der SAP Cloud Platform oder On premise laufen kann, um die mit der EnergyCam erfassten Daten auszuwerten und die Energieverbräuche zu optimieren.

 

Und wie soll ein Innovationsprozess bei QSC konkret aussehen?

Raquet: Wie schon gesagt, wird Innovation nicht nur das Thema des Geschäftsbereichs SAP von QSC sein, sondern eine Aufgabe von allen, die in unserem Unternehmen IT-Services entwickeln, verantworten, vertreiben, organisatorisch betreuen oder technisch zur Verfügung stellen. Wir haben so viele helle Köpfe im Unternehmen und damit mehr Potenzial als wir bisher nutzen.

Wir wollen also möglichst viele Kolleginnen und Kollegen einbeziehen und ihnen die Chance geben, Vorschläge für Innovationen zu machen und an ihrer Umsetzung mitzuwirken. Dabei soll sich jede und jeder selbst dafür einsetzen, dass ihre bzw. seine Idee zur Innovation, also letztlich zu einem Produkt, wird.

In der Praxis heißt das: Es gibt keinen Zettelkasten im Foyer oder im Intranet, wo man einfach mal eine Idee fallen lassen kann, in der Hoffnung, dass andere das dann zu Ende denken und sich schon um die Umsetzung kümmern werden. Damit alleine würde nicht die Innovationskultur entstehen, die wir haben wollen. Stattdessen wird jeder Ideengeber seinen Vorschlag – sofern der als einigermaßen realistisch eingestuft wird – selbst vor einem Gremium, dem sogenannten Innovation Board, vertreten. Daraus entstehen riesige Chancen, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Im Innovation Board werden Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen sitzen – und das Board wird auch nicht immer gleich besetzt sein. Wird hier ein Vorschlag für gut befunden, ist der Ideengeber an der Planung und Umsetzung der Innovation beteiligt. Nur so stellen wir sicher, dass von der ursprünglichen guten Idee auch möglichst viel in der Innovation ankommt. Wir schaffen also klare Strukturen und machen auch transparent, wie man dann zu einer Entscheidung kommt.

 

Wie können Sie sicher sein, dass diese Vorgehensweise erfolgreich sein wird? 

Raquet:  Ganz wichtig ist, dass wir schnell eine Innovationskultur und ein gutes Verständnis von Innovation verankern.

Zur Innovationskultur zählt erstens, dass wir lernen, Innovation nicht vom technischen Ansatz her zu sehen, sondern immer vom Kundennutzen. Bei den Vorschlägen muss es stets darauf ankommen, eine Lösung im Blick zu haben: Was leistet die Innovation, welches Problem wird damit bewältigt, wie sieht das ideale Produkt aus? Dabei muss aber immer noch so viel Freiheit bleiben, dass inhaltlich alles denkbar ist und gesagt werden darf, ohne dass man dafür belächelt wird. Es ist das berühmte „Think outside the Box“, das wir möglich machen müssen.

Und zweitens wollen wir, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht alleine an ihren Ideen brüten, sondern sich dafür in der Belegschaft Hilfe holen. Wir werden sie ermutigen, sich einen ideellen Sponsor zu suchen, also jemanden, der den Vorschlag unterstützt und mit seinem eigenen Fachwissen anreichert. Das heißt auch, dass sich möglichst viele als Sponsoren zur Verfügung stellen sollen.

Drittens werden wir auch Kunden und Partner in den Prozess einbeziehen. Beide sind wichtig im Innovationsprozess und wir werden sie herzlich einladen mitzuarbeiten.

Und last, but not least ist uns klar, dass es sich um ein stabiles, nachvollziehbares Verfahren handeln muss, das schnell zum Ziel führt. Dafür haben wir übrigens bereits in den vergangenen eineinhalb Jahren ein Team von 25 Leuten aus allen SAP-Bereichen in Design Thinking ausgebildet. Mit ihrer User Experience werden sie für die schnelle Umsetzung der ausgewählten Ideen sorgen können.

 

Über Thorsten Raquet

Thorsten Raquet (Jg. 1978) leitet das „SAP Competence Center Retail, Sales and Services“ der QSC AG. Zusätzlich verantwortet er seit März 2018 die Unit „Innovative Business Solutions“ im QSC-Geschäftsbereich „SAP Services & Consulting“. Der studierte Betriebswirt (FH Ludwigshafen) arbeitet seit 2015 bei QSC. Davor war er u.a. als Business Development Consultant bei SAP Deutschland tätig. Raquet lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Speyer. Thorsten Raquet auf Twitter: @ThorstenRocket 

 

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