IoT setzt sich durch – aber eine Killerapplikation fehlt

Das Internet of Things (IoT) verbreitet sich, die Anzahl der IoT-Projekte in Deutschland hat sich in einem Jahr verdoppelt. Doch es fehlt an einer Killerapplikation und neuen Geschäftsmodellen, ergab eine IoT-Studie in Zusammenarbeit mit Q-loud, die wir in einer Blogserie vorstellen möchten. Dieser erste Teil widmet sich dem Status des IoT in Unternehmen.

Bild: © istock.com / thitivong

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Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) setzt sich durch, es ist in den Unternehmen angekommen. Dies ist eine wichtige Erkenntnis der Studie „Internet of Things 2019“ von IDG, Q-loud, Telefonica und Alcatel-Lucent. Die Zahl der umgesetzten Projekte machte einen Sprung – von 21 Prozent im Jahre 2017 auf 44 Prozent im vergangenen Jahr. Auffällig ist allerdings dabei, dass sich die meisten Unternehmen noch im Anfangsstadium befanden.

Lediglich 7,8 Prozent der 523 befragten Unternehmen hatten sehr viele IoT-Anwendungsfälle oder setzten ein breites Spektrum von IoT-Lösungen ein. Von den 174 Unternehmen mit aktiven Projekten hatte gut die Hälfte lediglich ein bis vier Projekte umgesetzt. In der vollen Breite wurde das IoT noch nicht genutzt, nur 3,4 Prozent hatten mehr als 50 Einsatzfälle.

 

Hohe Relevanz, aber keine Killerapplikation

Insgesamt bewertete jedes zweite Unternehmen die Relevanz des IoT als sehr hoch oder hoch für das eigene Geschäft. Der Wert stieg dabei mit der Firmengröße. Offensichtlich fanden Großunternehmen und Konzerne häufiger und schneller sinnvolle Anwendungen für das Internet der Dinge. Trotzdem gab es keine Killerapplikation, die Einsatzgebiete waren breit gestreut in unterschiedlichen Bereichen. Die Studie untersuchte 18 Kategorien wie vernetzte Produktion, Connected Health oder Smart Agriculture. Dabei gab es keine starken Unterschiede, lediglich einige Tendenzen.

Quelle: © IDG

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So wurde das IoT im Bereich der herstellenden Industrie häufiger eingesetzt. Die Spitzenreiter in der Tabelle waren Industrie 4.0, Logistik, Qualitätskontrolle und die Herstellung smarter, vernetzter Produkte. In diesen Bereichen erwarteten die Befragten auch in Zukunft mehr Einsatzfälle. Hier liegt ein großes Entwicklungs- und Wachstumspotential für Anbieter intelligenter Industrie-4.0-Lösungen für den Mittelstand wie beispielsweise Q-loud.

Interessant ist dabei, dass Predictive Maintenance zwar häufig als Vorzeigeanwendung genannt wurde, aber nur knapp unter 18 Prozent der Unternehmen die vorausschauende Wartung tatsächlich nutzten. Der Bedarf scheint (noch) geringer zu sein, als die plakative und häufige Berichterstattung in den Medien nahelegt – oder die Umsetzung für viele noch zu kompliziert.

 

Große Zufriedenheit und positive Ergebnisse

Eine Mehrheit der Unternehmen war mit den Ergebnissen ihrer IoT-Projekte zufrieden oder sogar sehr zufrieden ­– 69 Prozent wählten diese Antwort. Die Erfolgsquote der IoT-Projekte war nach wie vor hoch, im Vergleich zu 2017 aber gesunken. Während damals noch fünf Prozent der Firmen keinen Mehrwert wie höhere Produktivität oder niedrigere Kosten feststellen konnten, waren es 2018 15 Prozent. Zwei Prozent der IoT-Projekte waren 2017 gescheitert (2018: null Prozent).

Hinzu kam, dass sich der konkrete Nutzen einer IoT-Anwendung etwas später als in der vorherigen Befragung einstellte. So machte ein gutes Viertel (25,9 Prozent) der Unternehmen die Erfahrung, dass sich Erfolge erst nach drei Monaten ergaben und mehr als ein weiteres Viertel (28,8 Prozent) musste sogar ein ganzes Jahr auf positive Ergebnisse warten. Die Autoren der Studie interpretieren das als wachsende Komplexität der einzelnen Projekte. Diese wurden umfangreicher und waren häufig standort- oder sogar länderübergreifend.

 

Quelle: © IDG

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Unternehmen lernen, das IoT zu beherrschen

Die Unternehmen lernen recht schnell, das IoT für sich zu nutzen. Dabei gibt es auch Lerneffekte hinsichtlich strategischer Überlegungen und der Chancen von IoT-Technologien. In der vorherigen Studie sah eine Mehrheit der Unternehmen den größten Nutzen des IoT in der Erschließung neuer Services und Geschäftsmodelle. In der aktuellen Befragung rückten dagegen wieder die klassischen Themen Prozess-Effizienz und Kostensenkung in den Vordergrund – wie bereits in der Studie von 2016.

Vermutlich erzielten einige Unternehmen nur wenige Fortschritte bei neuen Services und Geschäftsmodellen, schlussfolgert die Studie. Effizienzsteigerung und Kostensenkung waren ein häufiger „Quick Win“, der allein schon durch die gestiegene Transparenz nach dem Einsatz von Sensorik und Datenanalysen entstand. Neuartige Servicemodelle dagegen müssten langfristig entwickelt und erst einmal bei den Kunden durchgesetzt werden.

 

Weitere Informationen:

IDG-Studie „Internet of Things 2019“: Infos und Download (Q-loud-Website)

Die Blog-Serie zur Studie im Überblick:

 

IoT setzt sich durch – aber eine Killerapplikation fehlt
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