QSC-Student in Riga: Künstliche Intelligenz und spektakuläre Natur

Abflug Richtung Riga - zum Studium in der lettischen Hauptstadt. Foto: © Thimo L. Limpert.

Abflug Richtung Riga – zum Studium in der lettischen Hauptstadt. Bild: © Thimo L. Limpert.

Ein Auslandssemester ist eine echte Bereicherung für jeden Studierenden. Die Möglichkeit für so einen Blick über den Tellerrand bietet sich auch den dual Studierenden von QSC an. Umso besser, wenn es bei einem künftigen Informatiker dann in ein Land geht, in dem Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz (KI) im Curriculum stehen: nach Lettland.

Im fünften Semester bietet die NORDAKADEMIE allen Studierenden die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu absolvieren. Doch ich war mir nie sicher, ob ich überhaupt im Ausland studieren möchte. Bereits in und nach der Schulzeit habe ich die Möglichkeit eines Auslandsjahres ausgeschlagen – und das dann doch bereut.

Der 800 Jahre alte Dom gehört zu den Wahrzeichen der ehemaligen Hansestadt Riga. Foto: © Thimo L. Limpert.

Der 800 Jahre alte Dom gehört zu den Wahrzeichen der ehemaligen Hansestadt Riga. Bild: © Thimo L. Limpert.

Daher sollte es – während meiner Zeit als dual Studierendem bei der QSC AG – diesmal sein. Also zwei Universitäten aus der Liste von Partnerhochschulen ausgesucht und eingereicht. Nach kurzer Bewerbungsphase stand es dann fest: Es geht nach Riga, die Hauptstadt Lettlands, an die Technische Universität Riga (RTU). Also mit der Personalabteilung den Bildungsurlaub geklärt, fast meinen gesamten Jahresurlaub genommen, eine Wohnung gesucht, Flüge gebucht und schon landete ich Ende August 2018 in Riga.

 

Kontakte zu Studierenden aus aller Welt

Das Semester begann mit der Orientierungswoche. Ziel war es, bei verschiedensten Events neue Leute und andere Studierende kennen zu lernen: Wir wurden durch die Stadt geführt, spielten in kleinen zufälligen Gruppen Bowling, bekamen eine Einführung in die einheimische Getränkekultur (in Form von Empfehlungen des Nationalgetränks Balsam) und fuhren gemeinsam mit vielen Auslandsstudenten zum nahe gelegenen Strand nach Jūrmala. Die Sprachbarriere war dank Englisch nicht allzu groß.

Damit ging die erste Woche mit vielen neuen Eindrücken und neuen Freunden vorbei und das Studium begann. Ich hatte erwartet, zusammen mit vielen anderen Studierenden – sowohl aus Lettland, als auch aus aller Welt – in einem Auditorium zu sitzen. Doch die Räume und Gruppen waren angenehm klein, nur wenig größer als an der NORDAKADEMIE vielleicht. Meist waren wir in den Veranstaltungen eine Gruppe von 30 Leuten. Mit Einheimischen hatten wir leider wenig zu tun, da wir an Modulen auf Englisch teilnahmen. Die meisten einheimischen Studierenden besuchen die Module auf Lettisch.

Technische Universität Riga RTU. Bild: © Edgars Košovojs - https://lv.wikipedia.org/wiki/Att%C4%93ls:R%C4%ABgas_Tehnisk%C4%81_universit%C4%81te.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34511843

Historisches Hauptgebäude der Technischen Universität Riga (RTU). Bild: © Edgars Košovojs / Wikipedia.

Die Technische Universität Riga ist übrigens eine altehrwürdige Hochschule mit deutscher Historie. Schon 1862 wurde sie als Polytechnikum zu Riga von Deutschbalten gegründet und die ersten 30 Jahre als deutsche Privatuniversität geführt. Von der langen Geschichte spürt man heute noch so viel, dass einige Gebäude Altbauten sind. Die Fakultät für Computer Systems war leider auch in einem solchen Gebäude untergebracht, so dass die technische Ausstattung zu wünschen übrig ließ. Aber dies soll sich bald ändern, die Fakultät soll in ein neues Gebäude umziehen.

 

Kleine Gruppen, neue Lerntechniken, Künstliche Intelligenz

Auch die Art und Weise des Studiums an der RTU waren anders als erwartet. An der NORDAKADEMIE haben wir neun Wochen lang Vorlesungen und schreiben in der zehnten Woche all unsere Klausuren. Während der Vorlesungen gibt es keine benoteten Aufgaben in Fächern mit Klausuren am Ende des Semesters. Anders in Riga: Es gab kaum ein Modul, in dem wir nicht in jeder zweiten Woche einen Test oder eine praktische, bewertete Übung abschließen mussten. Zuerst war es ungewohnt und zugegebenermaßen auch anstrengend. Doch merkte ich mehr und mehr, dass durch dieses Vorgehen auch immer mehr von dem Gelernten in meinem Kopf blieb.

In „System Analysis & Knowledge Acquisition“ lernten wir, wie wir Wissen sammeln, aufbereiten und speichern. Mit dieser Methode können auch komplexe Systeme analysiert und mit Modellen veranschaulicht werden. Damit ist es möglich, ein Zielbild eines Service von der technischen bis zur Business-Ebene zu erstellen. In einem Vergleich mit gegebenenfalls schon vorhandenen Services oder der aktuellen Systemlandschaft kann man dann die Vorgehensweise für die Umsetzung erarbeiten.

Im lettischen Nationalpark Ķemeri. Foto: © Thimo L. Limpert.

Natur pur: Im lettischen Nationalpark Ķemeri. Bild: © Thimo L. Limpert.

Im Modul „Fundamentals of Artificial Intelligence” erlernten wir die Grundlagen der künstlichen Intelligenz. Dazu gehörten sowohl Datenstrukturen als auch Algorithmen. Am Ende des Moduls waren wir sogar in der Lage, ein einfaches Spiel mit einer KI zu programmieren. Alles in allem war es sehr interessant, mal neue, spezialisierte Module zu hören.

 

Tolle Naturerlebnisse und eine Unabhängigkeitsfeier

Wann immer es die Zeit und das Studium zuließen, schaute ich mir andere Orte in Lettland an und fuhr sogar nach Estland und Finnland. Besonders faszinierend war der lettische Nationalpark Ķemeri.

Dieser Ausflug wurde – wie viele andere auch – vom Erasmus Student Network (ESN) organisiert. An einem schönen sonnigen Tag stiegen wir in Riga in den Zug und erreichten nach einer Stunde Fahrt und einem kurzen Spaziergang den Nationalpark. Der Weg führte durch ein Moor und es war einfach wunderschön. Nach einem plötzlich einsetzenden Regenschauer wurde der Kemeri durch den Regenbogen sogar noch schöner.

Die Wohnung, die ich mir mit zwei Freunden gemietet hatte, lag übrigens direkt am Hauptbahnhof von Riga. In die belebte Altstadt, wo sich das Leben in Riga abspielt, brauchten wir knappe zehn Minuten zu Fuß. Ein großes Event wurde uns dann auch noch geboten: Am 18. November 2018 feierte Lettland 100-jährige Unabhängigkeit.

100 Jahre Unabhängigkeit: Festliche Beleuchtung der Bibliothek von Riga. Foto: © Thimo L. Limpert.

Festlich: 100 Jahre Unabhängigkeit feierte Lettland mit besonderer Beleuchtung öffentlicher Gebäude in der Hauptstadt – hier der Bibliothek. Bild: © Thimo L. Limpert.

Dafür wurden zuvor diverse Gebäude mit farbigem Licht verziert und überall in der Stadt gab es kleine Events. Vor dem Freiheitsdenkmal wurden beleuchtete Wippen aufgestellt, die jederzeit und von jedem benutzt werden konnten. Gerade im Dunkeln war das schön anzusehen. Am Nationalfeiertag selbst wurde ein langes und schönes Feuerwerk auf der Düna – dem Fluss, an dem Riga liegt – abgebrannt.

 

Man lernt so viele neue Dinge!

Zusammenfassend hat sich das Auslandssemester sehr gelohnt und ich bereue es noch mehr, nicht zuvor für längere Zeit im Ausland gewesen zu sein. Aber immerhin: Es waren vier spannende Monate, die ich nicht missen möchte.

Ich kann nur jedem empfehlen: Wenn sich die Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt bietet: Ergreift sie! Man lernt so viele neue Dinge und sammelt wichtige Erfahrungen. Ich bin froh, in Riga gewesen zu sein und freue mich, dass die NORDAKADEMIE mir dies anbot und die QSC AG es ermöglichte.

 

 

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