Der schwere Abschied von Windows 7

Bild: © martin-dm / Getty Images

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Am 14. Januar 2020 ist es soweit: Microsoft stellt seinen Support für Windows 7 ein. Doch der Abschied fällt gerade in mittelständischen Unternehmen oftmals schwer. Denn sosehr mit Windows 10, gerade im Paket mit Office 365, die Cloud-Welt mit ihren vielen Möglichkeiten winkt – manche Anwendung macht die Migration nicht so einfach mit.

Wer noch Windows 7 nutzt, kennt ihn sicher schon: die Warnung auf seinem Bildschirm, die freundlich, aber bestimmt und immer wieder daran erinnert, dass es Anfang 2020 mit Microsofts Support für den Betriebssystem-Oldie vorbei sein wird. Und für Office 2010 übrigens auch. Microsofts Corporate Vice President Matt Barlow schrieb dazu: „Mit diesem Reminder hoffen wir, dazu beizutragen, dass Sie genug Zeit haben, den Übergang zu planen und vorzubereiten.“

Leichter gesagt, als getan. Denn gerade mittelständischen Unternehmen fällt der Abschied von Windows 7 schwer. Sie erinnern sich noch allzu gut an den Aufwand, der mit dem Übergang von Windows XP auf Windows 7 verbunden war – obwohl dies auch schon wieder rund zehn Jahre her ist.

 

Mehr als nur ein neues Betriebssystem

Außer in einigen wenigen Spezialfällen macht es sicher keinen Sinn, auf Windows 8.1 zu wechseln, um sich ein paar zusätzliche Jahre an Support zu erkaufen. Die nachhaltigere Entscheidung ist der Schritt zu Windows 10. Zumal Windows 10 nicht einfach nur eine neue Version des Microsoft-Betriebssystems ist. Es erleichtert den Übergang zu Cloud-Lösungen – vor allem zum Office-Paket von Microsoft: Seit 2017 bietet der Software-Konzern aus Redmond Windows 10 und das cloudbasierte Office 365 im Paket an.

Insofern sind mittelständische Unternehmen gut beraten, wenn sie den Umstieg auf Windows 10 eben nicht nur als einen Pflichtwechsel auffassen, sondern als grundlegenden Wandel des Betriebsmodells ihrer Anwendungen. Zumal Microsoft seine Stellung als unangefochtener Marktführer gerade bei Office-Lösungen dazu nutzt, die Kunden langsam, aber nachdrücklich Richtung Cloud zu führen.

Allerdings gibt es weiterhin Alt-Anwendungen, die nur im Kontext von Windows 7 laufen. Zumeist handelt es sich hier um Branchenanwendungen. Für sie hat Microsoft eine Brücke gebaut, um die alte On-Premise-Welt mit der Azure Public Cloud zu verbinden: Seit kurzem ist die Vorschau auf Windows Virtual Desktop verfügbar. Diese Technologie ermöglicht es Unternehmen, ihre Desktops und Anwendungen nach Azure zu verlagern, aber weiterhin auf Windows 7 zu hosten.

 

„Virtual Desktop“ erleichtert den Übergang

Wer den Service nutzen möchte, legt als Administrator ein Azure-Konto an und veröffentlicht dort die jeweiligen Desktops und Anwendungen. Deren Dienste werden dann in Form sogenannter „Feeds“ zur Verfügung gestellt, welche die Benutzer mit einem neuen Client namens „Remote Desktop“ abonnieren. Auf diese Weise können Unternehmen Windows 7 weiterhin verwenden, indem sie ihre Anwendungen und Desktops in der Azure-Cloud hosten.

Vor allem: Diese Windows-7-Virtual-Desktop-Instanzen erhalten bis 2023 kostenlose erweiterte Sicherheitsupdates. Zudem erhalten Virtual-Desktop-Nutzer auch einen erweiterten Zugriff und Support auf Office 365 ProPlus. Doch auch diese Lösung bedeutet am Ende nur einen Aufschub von drei Jahren. Und Microsofts Strategie dahinter ist offensichtlich: möglichst viele Kunden nach Azure als Cloud-Plattform mitzunehmen.

Unternehmen benötigen deshalb unbedingt einen Migrationsplan, der die unterschiedlichen Anwendungen sortiert: Welche Applikationen lassen sich wie schnell in die Cloud transferieren? Welche zählen zur Legacy, die technisch nicht mehr auf dem neusten Stand, aber vorerst noch unersetzbar ist? Sie muss mit separatem Aufwand und einer spezifischen IT-Infrastruktur modernisiert werden. Vor allem: Wie lässt sich die neue Cloud-Welt mit den Altsystemen zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen? Die großen Cloud-Anbieter jedenfalls, ob Microsoft, Amazon oder Google, bieten keine Lösung für Legacy-Anwendungen.

 

Cloud- und Altanwendungen unter einem Dach

Trotzdem: Fester Bestandteil der DNA des deutschen Mittelstands sind seine oft individuellen Geschäftsprozesse. Dazu gehören hoch individualisierte und historisch gewachsene IT-Anwendungen. Sie lassen sich auch auf absehbare Zeit nicht in die Cloud verlagern, können aber zugleich auch nicht durch andere Cloud-Services ersetzt werden, da sie einen spezifischen Mehrwert erzeugen. Bei nicht individuellen Basisdiensten wie Exchange oder Skype mag die „Cloudifizierung“ funktionieren, bei vielen Branchenlösungen jedoch nicht.

Der Ausweg aus diesem Dilemma ist ein hybrider Ansatz: Als ITK-Dienstleister für den Mittelstand bietet zum Beispiel QSC Cloud-Services an, die sowohl Ressourcen und Microservices aus den Public Clouds der großen Anbieter nutzen, als auch Legacy-Anwendungen und Hochsicherheitssysteme des Kunden in der QSC-eigenen Private Cloud betreiben. Die Anwenderunternehmen profitieren von den Vorteilen beider Welten.

Mit dieser Perspektive verliert auch der Abschied von Windows 7 viel von seinem Schrecken und kann geordnet ablaufen – vorausgesetzt, die Unternehmen entwickeln eine Strategie, die klar unterscheidet: Welche Anwendungen, wie etwa Office-Lösungen, beginnen ihre Reise in die Cloud? Und bei welchen, wie zum Beispiel dem eigenen ERP-System, macht der Schritt in die Private Cloud Sinn?

 

Weitere Informationen:

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