Logistik mit SAP S/4HANA: EWM mit SAP HANA

Die Beschaffung zentralisieren und mit Hubs verbinden: Wie Unternehmen aus der Logistik-Branche von SAP S/4HANA profitieren und warum SAP in Version 1809 das Extended Warehouse Management in den digitalen Kern und auf die HANA-Plattform holt, erklären die SAP-Experten von QSC im Buch „Logistik mit SAP S/4HANA“ – und im zweiten Teil unserer daran angelehnten Blog-Serie.

Wie Unternehmen aus der Logistik-Branche von SAP S/4HANA profitieren, schreiben SAP-Fachleute von QSC im Buch „Logistik mit SAP S/4HANA“. Bild: © vm / Getty Images.

Warehouse Management: Wie Unternehmen aus der Logistik-Branche von SAP S/4HANA profitieren, schreiben SAP-Fachleute von QSC im Buch „Logistik mit SAP S/4HANA“. Bild: © vm / Getty Images.

SAP entwickelt SAP S/4HANA zu einer zentralen Plattform für die Anwender weiter. Dazu integriert der Softwareanbieter nicht nur immer mehr seiner Anwendungen und Module direkt in den digitalen Kern der Business Suite, sondern vereinigt auch Lösungsbausteine auf der HANA-Plattform. Über die In-Memory-Technologie verspricht SAP S/4HANA auch der Logistik mehr Geschwindigkeit, um Prozesse, Durchlaufzeiten und Datenanalysen zu beschleunigen. So hatte SAP bereits ab Release 1610 die Lagerverwaltungssoftware Extended Warehouse Management (EWM) in das Kernsystem als embedded EWM integriert. Seit Mai 2019 ist nun auch das dezentrale EWM auf einer S/4HANA-Plattform verfügbar.

 

S/4HANA statt SAP SCM Netweaver

Bislang war SAP SCM Netweaver die Plattform für das dezentrale EWM. Auf einer gemeinsamen Plattform-Basis arbeiten die beiden Systeme noch performanter zusammen. Ähnliche Vorteile bei der embedded Variante im S/4HANA Core: Ohne Plattformbruch arbeitet das ERP-Kernsystem mit der Lagerverwaltung zusammen, was Redundanzen und Dubletten verhindert. Denn: Früher mussten Anwender beispielsweise zuerst Lieferbelege im ERP-System erstellen, um sie im nächsten Schritt in das EWM zu replizieren. Fehleranfällige Belegdoppel waren die Folge. Einmal in die Lagerverwaltung übergeben, ließen sich die Belege auch nicht mehr editieren. Wollten Unternehmen nachträgliche Änderungen an Aufträgen vornehmen, wie es die Wünsche der Kunden oft erfordern, war das nur noch umständlich im EWM möglich – und nicht in den anderen ERP-Modulen.

 

Belege problemlos korrigieren und anpassen

All das wird mit SAP S/4HANA 1809 obsolet: Belege lassen sich so lange korrigieren und anpassen, wie es die Auftragsabwicklung zulässt. Dazu arbeiten Kernsystem und Lagerverwaltung mit ein- und demselben Stammdatensatz. Auch weiterhin kann es für große Unternehmen notwendig bleiben, die Lagerverwaltung dezentral zu realisieren. Wer beispielsweise automatisierte Materialflusssysteme mit hohem Belegvolumen anbindet, der gewährleistet über ein Satellitensystem, dass logistische Bewegungen kaufmännische Transaktionen nicht ausbremsen.

Die HANA-Datenbanktechnologie vereinfacht die Analyse im Lager. Anwender nutzen Auswertungsfunktionen von der Stange und behalten die Material- und Warenwirtschaft über SAP-Fiori-Apps im Blick. Auch die Zeiten zweier Codelines sind vorbei. Statt einmal für SAP SCM Netweaver und einmal für S/4HANA zu entwickeln, treibt SAP das System auf einer Plattform schneller und unkomplizierter voran. Das verhindert Unterschiede in den jeweiligen Releaseständen und erleichtert die Dokumentation für die Anwender.

 

Digitaler Kern mit QM-Modul

Auch das QM-Modul für das Qualitätsmanagement ist mit Releasestand 1809 in den digitalen Kern integriert. Zwar hatte das EWM mit der Quality Inspection Engine (QIE) bereits eine abgespeckte Variante des Moduls für die Lagerprozesse in petto. Aber jetzt können Firmen auch Funktionen und Belege des integrierten QM-Moduls ansprechen, das weit mehr Anwendungsmöglichkeiten bietet.

Ebenfalls neu: die synchrone Warenbewegung. Wo Belege aus dem EWM bislang nacheinander über eine Warteschlange (Queue) in das ERP-System liefen, wurden mögliche Probleme erst bei Buchung sichtbar. Die neue Live-Buchung sorgt dafür, dass Mitarbeiter Fehler sofort sehen. Reichen die Bestände von Materialien und Rohstoffen im ERP-System nicht aus, lässt sich ein Beleg erst gar nicht erstellen.

Beim Thema Lizenzen macht es SAP den Anwendern nicht unbedingt einfacher: In der SAP S/4HANA-Lizenz ist das Embedded EWM in der Basic-Variante kostenfrei zu nutzen. Aufpassen müssen Unternehmen, die ihre Lagerverwaltung neu aufsetzen möchten. Wer Prozesse groß und umfangreich im SAP-System abbildet, kann in die teurere Advanced-Lizenz rutschen. Heißt konkret: Das normale Lager bilden Anwender problemlos mit der Basic-Variante ab. Wer darüber hinaus Ressourcen managen und optimieren möchte, muss investieren. Für Kunden, die ein dezentrales EWM-System betreiben müssen, fällt direkt die Advanced-Lizenz an.

 

Beschaffung zentralisieren und Hub-Systeme anschließen

Nachfrage prognostizieren und Bedarf vorausplanen – all das macht Machine Learning im Procurement mit SAP S/4HANA möglich. So ist das ERP-System in der Lage, auch Freitextbestellungen automatisiert zu bearbeiten. Algorithmen lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Das erleichtert die Arbeit der Einkaufsabteilung und beschleunigt Prozesse. In Version 1809 bietet das SAP Central Procurement außerdem die Möglichkeit, als Hub-System zu fungieren, um den Einkauf zu bündeln und zu zentralisieren.

Gerade Großkonzerne mit komplexen Gesellschaftsstrukturen profitieren von der Neuerung. Lässt sich die Einkaufslandschaft über Nicht-SAP-Beschaffungssysteme hinaus konsolidieren, um Bestellpositionen zentral zu bearbeiten, schöpfen Anwender die Möglichkeiten bestehender Rahmenverträge aus. Ob Bündelbonus, Skonto oder Mengenrabatte: Je größer die Zahl der Zulieferer und Partnerunternehmen, desto größer die Gefahr, dass Firmen auch hier den Durchblick verlieren. Wer dagegen alle Prozesse zusammenführt und zentral verwaltet, profitiert zudem von den Vorzugskonditionen seiner Lieferanten.

Solche Marktplätze entstehen auch an anderer Stelle: SAP S/4HANA 1809 bringt mit dem Global Track and Trace (GTT) Logistiker, Spediteure, Lieferanten und Transporteure an einen Informationstisch. Bilden alle Partner ihre Warenbewegungen in Echtzeit ab und tauschen Daten aus, macht das die Lieferkette transparent. Nicht nur Nachfrageschwankungen lassen sich ausgleichen, Ankunftszeiten prognostizieren und Touren optimieren. Tauschen Behörden und Verwaltungen Frachtpapiere und Zollanmeldungen digital statt auf Papier aus, sinkt die Zahl der manuellen Bearbeitungsschritte sowie die Fehlerwahrscheinlichkeit durch Medienbrüche und beschleunigt Warenlieferungen.

 

Logistik mit SAP S/4HANA: Das von QSC-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern verfasste Buch zählte schon in der 1. Auflage zu den Bestsellern der SAP-Press-Reihe des Rheinwerk-Verlags. Buchcover: © Rheinwerk-Verlag.

Logistik mit SAP S/4HANA: Das von QSC-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern verfasste Buch zählte schon in der 1. Auflage zu den Bestsellern der SAP-Press-Reihe des Rheinwerk-Verlags. Buchcover: © Rheinwerk-Verlag.

„Logistik mit SAP S/4HANA“ – Neuauflage jetzt bestellen

Das Buch „Logistik mit SAP S/4HANA“ zeigt, wie SAP S/4HANA die Unternehmen im Einkauf, Vertrieb, Retail, Lager und Transport unterstützen kann. Ende Mai 2019 ist der Bestseller als Buch und E-Book in 2. aktualisierter und erweiterter Auflage in der SAP-PRESS-Serie im Rheinwerk-Verlag erschienen. Die Neuauflage, die Fachleute von QSC und SAP geschrieben haben, stellt alle Innovationen und Änderungen vor, die SAP S/4HANA 1809 mit sich bringt. Auf der Webseite des Verlags lässt sich das Buch bestellen.

 

Unsere Blog-Serie zur Neuauflage des Buchs:

Blog-Beiträge zur ersten Auflage des Buchs:

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