Das sind die Digitaltrends 2020

Digitaltrends 2020: KI, Edge, Nachhaltigkeit - Künstliche Intelligenz beschleunigt die Produktion

Digitaltrends 2020: Künstliche Intelligenz beschleunigt die Produktion. Bild: © yoh4nn / Getty Images

Künstliche Intelligenz (KI) beschleunigt die Produktion, Collaboration-Tools begeistern die Belegschaft für New Work, SAP-Anwender bereiten den Umstieg auf S/4HANA vor und Edge Computing zähmt die Datenflut im Internet of Things (IoT): Was die Digitalbranche und die IT-Verantwortlichen von mittelständischen Unternehmen im Jahr 2020 besonders bewegt.

 

Trend 1: SAP-Anwender steigen um

Für SAP-Anwender wird 2020 ein bewegtes Jahr: Viele Unternehmen stecken mitten im Umstieg auf S4/HANA oder planen zumindest erste Schritte in diese Richtung. Denn der Support für die Vorläuferversion ECC läuft nur noch bis 2025, danach ist laut SAP Schluss mit der Unterstützung. Da ERP-Migrationen mitunter recht aufwändig und zeitintensiv sind, sollten Anwender lieber früh als spät umsteigen.

Mit Hilfe spezieller Software-Tools lassen sich während der Migration Änderungen im System überwachen und automatisiert in die neue Version übertragen. Und damit den nächsten Schritt in Richtung digitale Transformation und eines noch stärker auf die Kundenbedürfnisse ausgerichteten Geschäftsmodells gehen. Stichwort: Customer Centricity.

 

Trend 2: KI beschleunigt die Produktion

Zugegeben: Zur Künstlichen Intelligenz forschen Spezialisten bereits seit den 1960er Jahre. Doch den Durchbruch in Richtung Massentechnologie erleben wir jetzt. In der Produktion etwa entstehen durch das Zusammenspiel von KI mit dem Internet of Things (IoT) lukrative Geschäftsmodelle in der Industrie 4.0.

Intelligente, selbstlernende Produktionsprozesse sorgen dafür, dass Maschinen immer individuellere Anforderungen in deutlich kürzerer Zeit umsetzen. Das versetzt die Hersteller in die Lage, ihre Produktionsanlagen auf Knopfdruck oder gar vollautomatisiert so umzustellen, dass sich die Maschinen möglichst schnell umrüsten lassen und die Produktion nur so kurz wie möglich ruht.

 

Trend 3: Security by Design: Mehr Sicherheit für IoT-Industrienetze

Rund 1.000 Cyberangriffe mussten größere Industriebetriebe 2019 durchschnittlich abwehren – Monat für Monat, Tendenz steigend. Unter den beliebtesten Angriffszielen: Netzwerke und Anwendungen der Operational Technology (OT), die die Leistung physischer Geräte überwachen und kontrollieren.

Auch IoT-Endgeräte rückten ins Visier der Angreifer. So registrierten Sicherheitsanbieter besonders häufig so genannte Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) auf IoT-Devices. Dabei missbrauchen Hacker die Endgeräte, um von ihnen aus ihre Angriffe zu starten und zu steuern.

Die gute Nachricht: 2020 werden IoT-Industrienetze sicherer und machen Cyberkriminellen das Leben schwerer. Möglich macht dies Security by Design. Aktuelle IoT-Lösungen folgen einer einheitlichen Security-Architektur. Also Sicherheitsarchitekturen, die es möglich machen, sämtliche Verbindungen Ende-zu-Ende zu verschlüsseln und Geräte automatisiert in Betrieb zu nehmen. Das Ergebnis: weniger Fehlerquellen bei der Inbetriebnahme und eine verbesserte User Experience.

 

Trend 4: Die verteilte Cloud

Hybrid Cloud und Multi Cloud sind aus den Digitalstrategien von Unternehmen kaum mehr wegzudenken. 2020 rückt mit der verteilten Cloud-Umgebung ein weiteres Betriebsmodell in den Fokus: die Distributed Cloud. Sie bringt die Ressourcen näher an die Endnutzer und im Internet der Dinge näher an die Maschinen heran. Über eine Kombination aus zentralen und dezentralisierten Services nutzt sie den Netzwerkzugang sowie die verfügbaren Transportbandbreiten bestmöglich aus.

Die Vorteile verteilter Clouds: geringere Latenz, höhere Performance und bessere Redundanz. Das bildet die Basis für autonomes Fahren, Edge Computing oder Videostreaming.

 

Trend 5: Die Datenflut zähmen – mit Edge Computing

Markanalysten wie Gartner prognostizieren für das Jahr 2020 über 20,4 Milliarden vernetzte Geräte. Viele davon befinden sich in Industrieanlagen und Maschinenparks. Von dort aus übermitteln IoT-Sensoren rund um die Uhr unzählige Betriebsdaten an nachgelagerte Analysesysteme.

Mit Edge Computing bekommen die Verantwortlichen die Flut an IoT-Daten in den Griff. Maschinendaten lassen sich zwischenspeichern und leichter vorsortieren – und das direkt auf den Produktionsflächen. Wichtig insbesondere für die Zulieferindustrie, wo oftmals jede Millisekunde zählt.

 

Trend 6: Weniger Energieverbrauch im Rechenzentrum

Was als lokaler Schulstreik in Schweden begann, mündete mit Fridays for Future 2019 in einer weltweiten Bewegung, in der sich Millionen Menschen für mehr Klimaschutz engagieren.

Auch Betreiber von Rechenzentren suchen 2020 Antworten auf Fragen nach der Energieeffizienz und geringeren CO2-Emissionen. Beispielsweise, indem sie die in den Serverparks entstehende Abwärme sinnvoll nutzen, die derzeit ungenutzt verpufft. Laut Digitalverband Bitkom entstehen beim stromintensiven Datacenter-Betrieb große Mengen Abwärme.

Experten zufolge stehen rund 50 Grad Celsius am Kühlsystem eines Rechenzentrums bereit, was bereits für den Betrieb einer Fußbodenheizung ausreichen würde. Statt diese Energie ungenutzt zu lassen, ließen sich damit öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder, Schulen oder Turnhallen beheizen. Am besten über Rechenzentren, die sich bereits im Einzugsbereich von Fernwärmenetzen befinden.

 

Trend 7: Nahtlos zusammenarbeiten

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stellen steigende Ansprüche an ihre Arbeitgeber. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie rund um New Work sind den Erwerbstätigen Arbeitsumfeld und Arbeitsorganisation immens wichtig. 66 Prozent der Befragten wünschen ein Mitspracherecht bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes. Jeder Zweite legt Wert auf flexibles Arbeiten. Hier können Collaboration-Tools wie Microsoft Teams punkten:

  • Die seit kurzem in die Office-365-Suite integrierte Software bietet nicht nur effektive Collaboration-Tools, sondern auch wohlbekannte Funktionen etwa aus der Textverarbeitung oder dem Dokumenten-Sharing.
  • Projekte gehen leichter von der Hand, denn die Teams finden genau die Inhalte, die sie für ihre Zusammenarbeit benötigen, an einem zentralen Ort.
  • Auf übergeordneter Ebene lässt sich auch die gesamte Unternehmenskommunikation bündeln. Und zwar mit bereits von der privaten Social-Media-Nutzung bekannten Features wie Chats, Emojis oder Audio- und Videokonferenzen.

So lassen sich im neuen Jahr die Zahl und die Dauer der Meetings ebenso reduzieren, wie die langwierige Suche nach relevanten Informationen.

 

Trend 8: Auf dem Weg zur intelligenten Filiale

Die Digitalisierung erobert den stationären Handel – und kann E-Commerce sinnvoll ergänzen. Individualisierte Apps, Loyality-Programme oder mehr Transparenz in der Lieferkette sorgen für neue digitale Kundenerlebnisse vor Ort. Online bestellen und das Paket in der Filiale abholen, das ermöglicht beispielsweise Click & Collect.

Umgekehrt ermöglicht die Omni-Channel-Anwendung den Kunden, Waren kostenlos zurückzuschicken, die nicht ihren Erwartungen entsprechen. Außerdem erweitert der Einzelhändler seinen Service um einen neuen Abholdienst, stärkt den direkten Draht zum Kunden und kann ihm in der Filiale weitere, zu seinen Vorlieben passenden Angebote unterbreiten.

 

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