Auch im Notfall: So läuft der IT-Betrieb stabil weiter

Sanitäter kurz vor dem Start des Rettungshubschraubers

Um im Notfall startklar zu sein, bedarf es von IT-Seite aus viel Arbeit. ©Jaromir Chalabala / EyeEm / Getty Images

Business Continuity Management steht für den fortlaufenden IT-Betrieb in Krisen- oder Notfallzeiten. Dahinter verbirgt sich immenser Aufwand. Denn klassische Prozessdokumentationen, organisatorische Regelungen, Einsatz diverser Technologien und auch die Kommunikation zum Kunden müssen reibungslos zusammenspielen. Für die Betreiber von Rechenzentren gehört das zum Tagesgeschäft – inklusive der entsprechenden Notfallplanung, regelmäßigen Notfallübungen und der Ad-hoc-Umsetzung, sollte der Notfall eintreten.

Schublade auf, Notfallplan raus: Das hört sich einfach an, bedeutet in der Praxis aber viel Arbeit in Form von Vorbereitungen, kontinuierlichen Verbesserungen, Prozessanpassungen und Maßnahmenkatalogen für jeden erdenklichen Notfall. Jeder, der sich einmal in den IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingelesen hat, kennt die umfangreichen Prozessdokumentationen und die unzähligen damit verbundenen Aufgaben sowie Auflagen.

Doch der Aufwand lohnt sich, wie die aktuelle Lage zeigt: Trotz der Corona-Krise laufen IT-Dienste und Netze in Rechenzentren konstant – obwohl nicht nur Business-, sondern auch Privatkunden digitale Technologien plötzlich verstärkt nachfragen. Dank stabiler Netze und IT-Services können immer mehr Unternehmen innerhalb kürzester Zeit auf digitale Home-Office-Arbeitsplätze umstellen.

 

Notfallplanung für den Mittelstand

Mit Business Continuity Management verfolgt die QSC AG das Ziel, den Betrieb des Rechenzentrums und die damit verbundenen Services für ihre Kunden jederzeit sicherzustellen. Die Verfügbarkeit, die Stabilität sowie der Zugang müssen auch in Krisen- und Notfallzeiten gewährleistet sein. Davon profitieren und leben insbesondere mittelständische Unternehmen, die auf eine einwandfrei laufende IT angewiesen sind. Für sie gestaltet es sich oft schwierig, ihre Prozesse am Laufen zu halten. Insbesondere, wenn Spezialisten fehlen.

Und es braucht nicht gleich eine Pandemie, um den dauerhaften Betrieb zu gefährden. Eine normale Erkältungswelle genügt schon, und mehrere Mitarbeiter fallen gleichzeitig aus. Lagern Mittelständler ihre IT oder Teile davon an professionelle IT-Dienstleister wie QSC aus, lassen sich solche Ausfälle auffangen. Denn unsere Notfallpläne sehen auch eine krisensichere Personalplanung vor.

Beim klassischen IT-Outsourcing sichert der Vertragspartner seinen Kunden den reibungslosen IT-Betrieb zu – auch während Naturkatastrophen, Stromausfällen oder Pandemien. Die Nutzer von Colocation-Services können ebenfalls darauf vertrauen, dass das genutzte Rechenzentrum mitsamt Infrastruktur im Krisenfall verfügbar bleibt. Wer dieses IT-Betriebsmodell ausprobieren möchte, erhält bei QSC zurzeit einen kostenlosen 30 Tage-Gratiszugang.

 

Wann übernimmt der Krisenstab?

Schon aus rechtlichen Gründen beschäftigt sich der Betreiber eines Rechenzentrums (RZ) kontinuierlich mit dem Business Continuity Management (BCM). Wichtige Grundlage für das IT-Notfallmanagement: Maßnahmenkataloge des BSI oder gesetzliche Regelungen beispielsweise im Fall von kritischen Infrastrukturen (KRITIS).

IT-Grundschutz und Notfallmanagement

Der BSI-Standard 100-4 regelt das Notfallmanagement von Rechenzentren und Unternehmen, um den kontinuierlichen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Das Ziel: Schäden durch Notfälle oder Krisen minimieren und die Existenz des Rechenzentrums oder Unternehmens sichern. Zur Notfallvorsorge gehört, die Ausfallsicherheit zu erhöhen und die Organisation so vorzubereiten, dass die wichtigsten Geschäftsprozesse schnell wieder aufgenommen werden können.

Die im IT-Grundschutz vorgesehenen mehrstufigen Notfallpläne für Rechenzentren beginnen mit ersten Vorsichtsmaßnahmen und reichen bis zum Übergang des RZ-Betriebs auf einen Backup-Standort.

Laut dem Standard 100-4 muss die oberste Leitungsebene das Notfallmanagement initiieren, steuern und kontrollieren. In der Regel ernennt sie dafür einen Notfallbeauftragten und stattet ihn mit ausreichenden Ressourcen (Personal, Zeit, Finanzmittel) aus. In einem konkreten Notfall unterstützt ihn der zentrale Krisenstab. Dieser plant, koordiniert, veranlasst und überwacht alle Aktivitäten, um die Krise zu bewältigen. Darüber hinaus kann er spezielle Notfallteams beispielsweise für Infrastruktur, IT und Fachbereiche einsetzen, um Geschäftsprozesse, Anwendungen oder IT-Systeme zügig wiederherzustellen.

Außerdem unverzichtbar: ein Notfallhandbuch. Es beinhaltet technische Anweisungen, Verantwortlichkeiten, Alarmierungsketten, Maßnahmenlisten, Kommunikationsregelungen, Kontaktinformationen und Vorgaben, um Ersatzteile zu beschaffen.

 

Die richtige Maßnahme treffen

Speziell zur Corona-Krise veröffentlichte das Beratungsunternehmen Uptime Institute kürzlich einen Leitfaden, wie Datacenter-Betreiber auf die Auswirkungen der Pandemie reagieren können. Da immer mehr RZ-Mitarbeiter ihre Aufgaben remote erledigen, kommt es vor allem auf stabile Virtual Private Networks (VPNs) an. Spezielle Stresstests bringen ans Licht, welchen Traffic der VPN-Zugang stemmen kann. Außerdem zeigen sie, wie sicher und schnell die Mitarbeiter per Fernzugriff auf Gebäudeverwaltungs- oder andere Betriebssysteme zugreifen können.

Großes Augenmerk legt der Leitfaden auf den Zugang ins Rechenzentrum. Colocation-Anbieter wie QSC informieren ihre Kunden darüber, welche Maßnahmen sie gegen das Corona-Virus treffen und wie die Kunden sicheren Zugang zu ihrer IT erhalten. Für die Datacenter-Crew selbst gilt: Mitarbeiter, die sich gegenseitig vertreten sollen, dürfen keinen persönlichen Kontakt haben – weder beim Schichtwechsel noch im privaten Umfeld. In diesem Zusammenhang nicht ungewöhnlich: Für den Fall eines vollständigen Lockdowns halten Datacenter für das Kernteam Wohngelegenheiten auf dem Campus oder in unmittelbarer Nähe vor.

Nicht zuletzt betont das Uptime Institute, auch an eine langfristige Unterbrechung der Lieferkette für kritische Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien zu denken. Komponenten, die Firmen in China oder Korea produzieren, lassen sich möglicherweise monatelang nur umständlich besorgen. Und in Italien können viele Anbieter die für den Datacenter-Betrieb notwendigen Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (Heating, Ventilation and Air-Conditioning, HVAC) nicht mehr herstellen. Daher gilt es – falls möglich –, notwendiges Zubehör schnell noch aufzustocken oder unnötige Wartungsarbeiten auf die Zeit nach der Krise zu verschieben.

 

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