Geht doch! Erfolgreich digitalisiert in Zeiten von Corona

Bis zur Corona-Krise galt Deutschland nicht gerade als Musterschüler in Sachen Digitalisierung. Jetzt zeigt sich: Es geht doch – wenn der Druck groß genug ist. Von der Telemedizin über Home-Office und Studium bis zur Jahreshauptversammlung großer Konzerne gibt es zahlreiche Beispiele: So digitalisiert sich Deutschland in Zeiten von Corona.

Abgerutscht von Platz 6 auf Platz 14: Der Blick auf den Digitalisierungsreport 2019 von Cisco und Gartner machte noch vor kurzem deutlich: Unter den untersuchten 141 Ländern zählt Deutschland in Sachen Digitalisierung nicht mehr zur globalen Spitze. Der Vorwurf: Unternehmen und öffentliche Hand schieben dringend notwendige Innovationen in die digitale Transformation auf die lange Bank.

Ein Junge gekleidet als Geschäftsmann fährt Skateboard – anterieben von zwei Raketen, die er in den Händen hält. Bild: © RichVintage / Getty Images

Vor der Corona-Krise galt Deutschland nicht als Musterschüler in Sachen Digitalisierung. Jetzt zeigt sich: Es geht doch! Bild: © RichVintage / Getty Images

Dann kam Corona. Seit März 2020 befeuert die Corona-Krise die digitale Transformation in Deutschland. Der Grund: Unternehmen, aber auch Bildungseinrichtungen oder die Akteure im Gesundheitswesen merken, dass sie die Digitalisierung vorantreiben müssen, um möglichst viele Prozesse zu automatisieren und damit weniger anfällig zu sein für die Folgen unerwarteter Herausforderungen wie der aktuellen Corona-Pandemie.

 

Digitale Lehre macht Schule

Ging es in Deutschlands Schulen mit der Digitalisierung bislang nur schleppend voran, brachte die Corona-Pandemie rasant Fortschritte in Gang. Digitale Lernplattformen werden wiederbelebt oder neu etabliert, Videokonferenzsysteme im Handumdrehen implementiert, Lern-Apps eingesetzt. Am Beispiel eines Nürnberger Gymnasiums zeigt sich: E-Schooling klappt, auch wenn Technik angeschafft und Lehrer den Umgang mit dem digitalen Klassenzimmer per Trial-and-Error im laufenden Unterricht erproben müssen. Der Umstieg von einem analogen zum digitalen Schulbetrieb hat gerade einmal sieben Tage gedauert.

Digitale Lehrkonzepte haben auch in Universitäten Einzug gehalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Zugang und Netzkapazitäten unterrichten Professoren und Dozenten die Studierenden nun regelmäßig per Videokonferenz. Auf dem Lehrplan der Universität Heidelberg: vertonte Power-Point-Präsentationen und Live-Seminare per internem Streaming-Dienst, digitale Laborpraktika und Kompetenzseminare, damit Studierende die universitätseigenen Programme technisch beherrschen können.

 

Digital Workplace: Ready fürs Home-Office

Zahlreiche Betriebe verlagerten ab Mitte März 2020 große Teile ihrer Belegschaft ins Home-Office – mitunter hunderte Arbeitsplätze innerhalb weniger Tage, um Kommunikation und Kollaboration mit Kollegen und Kunden und damit den gesamten Geschäftsbetrieb möglichst nahtlos aufrecht erhalten zu können. Dafür mussten viele die Hilfe von IT-Dienstleistern in Anspruch nehmen, um möglichst schnell wieder geschäftsfähig zu sein. Auch die QSC AG versorgte Unternehmen mit digitalen Heimarbeitsplätzen auf Basis von Windows Virtual Desktop in Rekordgeschwindigkeit. Ein Beispiel dafür ist der Stahlhersteller SCHMOLZ & BICKENBACH, dem QSC in nur vier Tagen 200 Cloud-Arbeitsplätze zur Verfügung stellte. Weiteren 450 Mitarbeitern erhielten VPN-Anbindungen auf ihren Firmen-Laptops, damit diese auch von Zuhause reibungslos auf die Unternehmensinfrastruktur zugreifen konnten.

 

Corona: Virtuelle Hauptversammlung statt Präsenzveranstaltung

Auch für Aktionäre lautete in diesem Jahr die Devise: digital statt analog. Als erstes deutsches Unternehmen lud Bayer zur virtuellen Hauptversammlung (HV), Konzerne verschiedener Branchen wie Lufthansa, Allianz, BMW oder Deutsche Bank folgten. Auch die erste virtuelle HV der QSC fand am 20. Mai mit großem Erfolg statt. Vorab konnten sich Interessierte zur online bereitgestellten Rede von Vorstand Jürgen Hermann informieren. Und auch sämtliche Fragen der Aktionäre, die vorab eingereicht werden konnten, wurden unkompliziert und detailliert beantwortet.

 

Das Gesundheitswesen digitalisiert sich

Im Gesundheitswesen verleiht Corona in puncto Digitalisierung ebenfalls neuen Schwung – etwa im Bereich der Telemedizin: Diskutierten Fachleute in den vergangenen Jahren mehr über die Investitionen in die damit verbundene Technologie und andere Herausforderungen, statt über Chancen und Potenzial, geschah während der Corona-Pandemie Außergewöhnliches: In den zehn Wochen seit Ausbruch der Krankheit führten mehr Mediziner und Patienten die Telemedizin ein als in den zehn Jahren davor. Plötzlich ist Remote-Kommunikation die naheliegendste Wahl, um Patienten zu behandeln – und vor Infektionen zu schützen. Auch die Online-Sprechstunde und Apps sind gefragt. Das digitale Rezept und die digitale Patientenakte sind nun weitere Ziele auf der digitalen Evolutionsleiter im Gesundheitswesen.

 

Wir sind auf einem guten Weg

Welche Lehren können wir also aus der Corona-Krise ziehen: Die Digitalisierung hat merklich Fahrt aufgenommen, ganz gleich ob in der Kommunikation oder Produktion, ob im Unternehmen, in der Schule oder im Gesundheitswesen. Denn im Moment der größten Notwendigkeit haben Unternehmen erkannt, dass Digitalisierung Betriebsprozesse effizienter und schneller macht – und die notwendige Transformation angestoßen. Im Bildungssektor gilt es, den eingeschlagenen Weg weiter und konsequent zu verfolgen – etwa indem wir Digitalisierungsstandards für die einzelnen Bildungseinrichtungen entwickeln.

Doch eins nach dem anderen. Denn Deutschland hat gezeigt, dass es geht: Unkompliziert, schnell und sicher wurden Digitalisierungsprojekte umgesetzt, Mitarbeiter im Umgang mit neuer Technologie und Software geschult. Die genannten Beispiele sind Erfolgsgeschichten, an denen jetzt angeknüpft werden sollte. Denn die Vorteile digitalisierter Arbeitsprozesse greifen auch nach der Corona-Krise – und helfen Unternehmen dabei, sich in Zukunft im internationalen Vergleich besser zu positionieren.

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